Logo: sucht-hh

Netzwerkprojekt: connect

Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Kinder aus suchtbelasteten Familien werden oft als die vergessenen Kinder bezeichnet. Doch die Anzahl dieser Kinder ist hoch. Ihr Alltag ist durch vielfältige soziale und psychische Probleme gekennzeichnet und sie haben ein besonders hohes Risiko, selbst suchtkrank zu werden oder andere psycho-somatische Störungen zu entwickeln.
Die Suchtbelastung ist auch in der Famile ein tabuisiertes Thema - es wird nach innen und außen verborgen und es wird schwierig insbesondere den Kindern die angemessene Hilfe zukommen zu lassen.

Aus der Resilienzforschung ist bekannt, dass ein Netzwerk rund um eine belastete Person und ihre Familie die Entwicklungschancen um ein vielfaches erhöhen.

 

Das Projekt

  • Effektivierung des Hilfenetzwerks rund um eine suchtbelastete Familie - das ist das Ziel des Fachkräftenetzwerks connect.
  • Kooperation der Bereiche Suchthilfe, Jugendhilfe, Geburtshilfe und allgemeine medizinische Versorgung, Kita, Schule, Freizeiteinrichtungen im Stadtteil (Sozialraum)
  • Situation der Kinder ressourcenorientiert verbessern: Dafür werden Fortbildung, Fachgespräche und Praxisberatung für die Fachkräfte rund um das Kind und die suchtbelastete Familie angeboten. Kern des Projektes ist die interdisziplinäre Fallberatung, moderiert durch die Beratungsstelle Kompaß oder eine regionale Suchthilfeeinrichtung.
  • Nachhaltigkeit: Die Einbindung der Arbeit in die regionalen Kooperations- und Vernetzungsstrukturen wird unterstützt.
 

Netzwerkentwicklung als Modell

Im Stadtteil Hamburg-Osdorf wurde das Kooperationsprojekt von 2003 bis 2005 als Modell unter der Federführung des Büros für Suchtprävention aufgebaut. Die Entwicklung in der Region führte zu höherer Handlungssicherheit bei den beteiligten Fachkräften und zu einer engeren Zusammenarbeit der unterschiedlichen Arbeitsfelder. Dies belegen die Ergebnisse der qualitativen Befragung und die Zusammenfassung der Evaluation. Die zielgerichtete fachlich ausgerichtete Projektkommunikation ohne aufwändige Parallelstrukturen stellte eine wesentliche Grundlage für den Erfolg des Projektes dar. Der Abschlussbericht beschreibt die Entwicklung in der Modellregion und zeigt Möglichkeiten und Grundlagen für die Umsetzung in weiteren Regionen auf.

 

Netzwerkarbeit als Regeleinrichtung

Direkt im Anschluss an die Modellphase konnten neue Finanzierungsmöglichkeiten für die Koordinierung und Weiterarbeit des connect- Netwzerks gefunden werden und nach ca. zwei Jahren in ein Regelangebot übergeführt werden.

 

Aufbau neuer Netzwerke

Seit Dezember 2008 können durch Unterstützung der BSG in allen weiteren Bezirken Hamburgs neue Netzwerke in Kooperation mit regionalen Trägern und dem Jugendamt aufgebaut werden. Für maximal zwei Standorte pro Bezirk werden die Kosten für Koordination und Fortbildung für je ein Jahr übernommen - danach soll die Koordination und Weiterarbeit in Eigenregie finanziert werden. Die Übersicht zeigt die Entwicklung an den Standorten: gelb sind die durch den Bezirk Altona finanzierten Netzwerke markiert, die durch die BSG geförderten Netzwerke sind blau gekennzeichnet, das Datum weist auf den Förderungszeitraum hin und + kennzeichnet die Übernahme durch den Bezirk. Die graue Markierung weist darauf hin, dass das Netzwerk derzeit nicht aktiv ist, da die für die Weiterarbeit nötige Kostenübernahme abgelehnt wurde.

Austausch und Weiterentwicklung der Netzwerke findet u.a. im Rahmen von regelmäßigen (drei- bis viermal jährlich) Treffen der NetzwerkkordinatorInnen statt. Wichtige KooperationspartnerIn ist dabei auch die Beratungsstelle Kompaß, die in den fünf aktiven Netzwerken die Fallberatung begleitet. Die Gesamtkoordination ist weiterhin beim BfS angesiedelt.

 
connect-Netzwerke in Hamburg - Karte
 

connect - Baustein vorbildlicher Strategien

Hamburg ist zum dritten Mal Preisträger im Bundeswettbewerb "Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention". Der Hamburger Beitrag präsentierte auch das Projekt KisEl – Kinder suchtbelasteter Eltern. Unter diesem Titel sind die beiden Netzwerkprojekte der Hamburgischen Landesstelle und des Büros für Suchtprävention: Lina – Schwangerschaft – Kind – Sucht und connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien zusammengefasst. Hier wurde besonders die Orientierung auf den regionalen Kontext gewürdigt, der mit connect praktiziert und für Lina angestrebt wird.

Weitere Bestandteile des Hamburger Beitrags sind Projekte für suchtmittelgefährdete Jugendliche sowie Jugendliche in besonders belasteten Lebenslagen , so dass deutlich wird: Hamburg setzt auf ein systematisches und auf alle Altersstufen orientiertes Vorgehen.

Sozialsenator Detlef Scheele hat den Preis am 6. Juni 2011 im Beisein von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans und der Direktorin der BzgA, Prof. Dr. Elisabeth Pott, in Berlin entgegengenommen.

 

17. Kongress Armut und Gesundheit

Im März 2012 wurde die Netzwerkarbeit für Kinder aus suchtbelasteten Familien im Rahmen einer Posterpräsentation beim Kongress Armut und Gesundheit in Berlin vorgestellt werden.

 
Logo connect
 

Kontakt

Irene Ehmke
Büro für Suchtprävention
Repsoldstraße 4, 20097 HH
Telefon: 284 99 18 - 0/ -16
ehmke@sucht-hamburg.de

 

Model of Good Practice

connect ist seit 2006 Model of Good Practice im Rahmen des Projektes Gesundheitsförderung für sozial Benachteiligte (BZgA, Gesundheit Berlin Brandenburg) und wurde im gleichen Jahr mit dem BKK-Preis ausgezeichnet.