Schwangerschaft Kind Sucht
Netzwerk und Datenbank für Fachkräfte
Hilfe für suchtgefährdete und suchtkranke schwangere Frauen und Familien mit Kindern bis zu einem Jahr - das ist der Titel der Rahmenvereinbarung, die im Februar 2008 auf Initiative der BSG von Akteuren in der Medizinischen Versorgung, der Suchthilfe und der Jugendhilfe unterzeichnet wurde.
Ziel ist es, Familien in Risikosituationen früher anzusprechen und gezielter zu unterstützen - mit neuen Standards für die Zusammenarbeit und einer Datenbank, in der alle relevanten Hilfen des Kooperationsverbundes aufgegeführt sind.
Die Fach- und Koordinierungsstelle dafür ist bei der HLS angesiedelt. Der Projektname "Lina" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Windel", aber auch "Netz, Seil" - ein passendes Sinnbild für die Ziele des neuen Projektes.
Hilfen rund um Schwangerschaft...
...Geburt und junge Familien: In Hamburg gibt es vielfältige und breit gefächerte Angebote für schwangere Frauen im Allgemeinen, für schwangere Frauen in belasteten Lebenslagen sowie für junge Familien. Diese sind jedoch bislang wenig miteinander verbunden und unzureichend auf die besondere Situation der Suchtmittel konsumierenden Frauen ausgerichtet.
Rahmenvereinbarung und Ziele für die Kooperation
Die Einrichtungen, Institutionen und Akteure, die rund um Schwangerschaft, Geburt und die junge Familie tätig sind, haben unter Federführung der Gesundheitsbehörde eine Rahmenvereinbarung für eine neuartige, sehr umfangreiche Kooperation entwickelt. Auf dieser Grundlage wollen Fachkräfte aus medizinischen, sozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern gefährdeten und suchtkranken jungen Frauen - und ihren Partnern - schon im Vorfeld ihrer neuen Situation als Familie Unterstützung und Begleitung bieten. Für jedes Baby ist es das Beste, wenn es bei seiner Mutter, seinen Eltern, bleiben kann - dies ist das erklärte Ziel der KooperationspartnerInnen. Dazu gehört die Gewährleistung einer Lebenssituation, in der die Grundbedürfnisse des Babys gewährleistet sind.
lina-net.de: Aufbau des Portals
Das BfS hat die verfügbaren Informationen der KooperationspartnerInnen, ihrer Einrichtungen und Angebote in diesen Bereichen zusammengetragen und in die Datenbank eingestellt. Sie werden fortlaufend aktualisiert, inzwischen auch durch die AnbieterInnen selber. Seit Oktober 2009 ist das Portal öffentlich zugänglich.
Das Portal ist auf Erweiterung ausgerichtet und wurde ab Frühjahr 2011 in einer zweiten Phase ausgebaut, so dass weitere Informationen abrufbar sind und auch die Kommunikation untereinander ermöglicht werden soll.
Information zu Hilfen und Materialien
Zur Unterstützung dieser Arbeit haben BfS/HLS eine umfassende Informations- und Servicestelle mit einer Datenbank aufgebaut, in der die verschiedenen Hilfeangebote und Materialien rund um Schwangerschaft, Geburt, junge Familie und Suchtbelastung in Hamburg erfasst werden, damit sie allen Professionellen - und letztendlich den Betroffenen suchtbelasteten bzw. gefährdeten Frauen selber - auf einfachem Wege zur Verfügung stehen.
Ziel ist es, die Risiken des Suchtmittelgebrauchs zu verdeutlichen und anzusprechen, die jungen Frauen - und ihre Partner - gegebenenfalls zu einer Verhaltensänderung zu motivieren und ihnen Unterstützung für ihre neue Lebenssituation als Familie zu vermitteln.
Entwicklung und Ausblick
Die Zusammenarbeit im Kooperationsverbund soll durch gemeinsame Veranstaltungen wie Fortbildungen, Jahrestreffen, durch Info-Briefe und die Entwicklung einer Netzwerkkultur mit Leben gefüllt werden. Die Diskussion um berufsfeldübergreifende professionelle Standards wurde begonnen und durch berufsfeldspezifische Standards ergänzt. Dieser Prozess wird durch die Informations- und Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit der BGV begleitet und unterstützt. Weitere Aufgaben nach der Auftaktveranstaltung vom 10. Dezember 2008 im Erika-Haus (UKE) und den Jahrestreffen 2010 (Gesundheitszentrum Seewartenstraße), 2011 (ZAF) und 2012 (STZ Hummeösbüttel) sind die Ausweitung des Netzwerkes und die Verknüpfung mit anderen bestehenden Netzwerken auf bezirklicher und überregionaler Ebene insbesondere im Kontext der Angebote der Frühe Hilfen.
Jahrestreffen 2011
Wie nehmen junge Mütter in belasteten Lebenssituationen Vorsorgeuntersuchungen und Angebote der Frühen Hilfen wahr? Das war das Thema des Fachvortrags von Prof. Geene. Außerdem wurden die Entwicklungen und die neuen Möglichkeiten des Portals Lina-net.de für die Arbeit mit suchtbelasteten Frauen rund um Schwangerschaft, Geburt und Familie vorgestellt und der regionale Austausch der TeilnehmerInnen durch ein Interview mit Dr. Bernd Hinrichs aus demArbeitskreis Früherkennung eingeleitet - get together...
Juni 2011:Preis für vorbildliches Netzwerk
Hamburg ist zum dritten Mal Preisträger im Bundeswettbewerb "Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention". Der Hamburger Beitrag präsentierte auch das Projekt "KisEl – Kinder suchtbelasteter Eltern". Unter diesem Titel sind die beiden Netzwerkprojekte der Hamburgischen Landesstelle und des Büros für Suchtprävention: Lina – Schwangerschaft – Kind – Sucht und connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien zusammengefasst.
Der 5. Wettbewerb stand unter dem Motto "Suchtprävention für Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen". Damit sollten vor allem die Strategien zur kommunalen Suchtprävention gewürdigt werden, die sich an Kinder und Jugendliche richten, denen es an materiellen, sozialen und individuellen Ressourcen mangelt und die besonderen bzw. schwierigen Lebenssituationen und -lagen ausgesetzt sind. Im Vordergrund stehen dabei jedoch Kinder und Jugendliche, die ein besonders hohes Risiko aufweisen, selbst eine Suchterkrankung zu entwickeln: diejenigen, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen. Hier wurde besonders die Orientierung auf den regionalen Kontext gewürdigt, der mit connect praktiziert und für Lina angestrebt wird.
Sozialsenator Detlef Scheele hat den Preis am 6. Juni im Beisein von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans und der Direktorin der BzgA, Prof. Dr. Elisabeth Pott, in Berlin entgegengenommen.
17. Kongress Armut und Gesundheit
Im März 2012 wurde die Netzwerkarbeit für Kinder aus suchtbelasteten Familien im Rahmen einer Posterpräsentation beim Kongress Armut und Gesundheit in Berlin vorgestellt.
Jahrestreffen 2012
Beim Jahrestreffen 2012 in der Hummelbüttler Fachklinik des SuchtTherapieZentrums Hamburg (STZ) standen die stationären Angebote für Mütter und Väter mit ihren Kindern im Vordergrund. Die Leiterin der Fachklinik, Frau Darboe-Bergmann, und ihre Mitarbeiterinnen Chris Urner und Belen Fernandez präsentierten die damit verbundenen Entwicklungen in der Einrichtung und boten anschließend einen Einblick in die Räume. Die Ergebnisse der Befragung der lina-net-Mitglieder aus dem März 2012 stellte den Auftakt für eine Diskussion um die interaktive Weiterentwicklung des Netzwerks dar. Hier gab es einerseits Vorbehalte, (Kommunikation über das Internet ist ein zusätzlicher Arbeitsaufwand der besser auf herkömmlichen Wegen gestaltet werden kann), aber auch Interesse an Ideen und Möglichkeiten dafür...
August 2012: Kooperationsvereinbarung Substitution
Die Kooperationsvereinbarung
zur Förderung der Erziehungsfähigkeit von substituierten drogenabhängigen Menschen mit regelmäßigem Umgang mit minderjährigen Kindern sowie der Stärkung des Kinderschutzes steht ab sofort zum Download bereit.
