Trink-Kompass
Trink-Kompass ist ein Webangebot der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. ihr Webangebot, das dabei unterstützen will, den eigenen Alkoholkonsum einzuschränken oder ganz auf Alkoholisches zu verzichten. Das Interventionsprogramm Trink-Kompass steht allen zur Verfügung, die eigenständig versuchen wollen, etwas an ihrem Alkoholkonsum zu verändern. Das Programm kann aber auch bei Inanspruchnahme von professioneller Hilfe unterstützend wirken.
Wer sich nicht sicher ist, ob der eigene Alkoholkonsum im grünen Bereich liegt oder gewisse gesundheitliche Risiken nach sich zieht, kann auf Trink-Kompass anonym feststellen, ob der eigene aktuelle Alkoholkonsum im Vergleich zum durchschnittlichen Konsum in Deutschland liegt, und eine kurze Risikoeinschätzung erhalten.
Wer sich dann dafür entscheidet, den eigenen Alkoholkonsum zu ändern, kann bei Trink-Kompass mit sich selbst vereinbaren, wie viel Alkohol er oder sie in den nächsten vier Wochen jeweils an welchem Tag der Woche trinken will. Das Programm vergleicht dann Tag für Tag die Angaben zum aktuellen Konsum mit den getroffenen Vereinbarungen. Zusätzlich gibt es Tipps rund um das Thema Alkohol und Gesundheit.
E-Interventionsprogramme haben ihren Siegeszug dort begonnen, wo große Entfernungen eine flächendeckende Versorgung mit Vor-Ort-Hilfsangeboten oft unmöglich machen, so in Kanada, Norwegen, Finnland, USA und Australien. Auch in den Niederlanden kommt die gesamte Kette – von der Information über Tests, e-Interventionen, Online-Beratung bis hin zur Therapie – zur Anwendung und wird (Beispiel Psychotherapie) von den Krankenkassen als Kostenträgern unterstützt. In Deutschland hatten – abgesehen vom kommerziellen Sektor und dem boomenden Angebot rund um Gewicht, Ernährung und Diät – e-Interventionen bis vor Kurzem Seltenheitswert. Nur langsam wächst die Einsicht, dass solche Programme zwar kein Allheilmittel sind und herkömmliche Angebote auch keineswegs ersetzen können, aber dazu beitragen, neue Zielgruppen zu erreichen. Die Investitionskosten zu Anfang sind zwar hoch, die Folgekosten aber vergleichsweise gering.
Die Programme basieren auf Konzepten wie dem transtheoretischen Modell der Verhaltensänderung (Prochaska), dem Motivational Interviewing (Miller & Rollnick) und Kurzintervention (Berg & Miller). E-Interventionen können ausschließlich internetbasiert sein oder aber punktuell persönliche Beratung mit einbeziehen.
Zu ersteren gehört auch Trink-Kompass, das erste e-Interventionsprogramm der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V., das zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Alkoholkonsum anregen will und seit Frühjahr 2010 zur Verfügungen steht.
Gender-gerecht
Trink-Kompass ist eines der wenigen e-Programme, die gleichermaßen für Frauen und für Männer geeignet sind. Sowohl bei den Rückmeldungen zum Alkoholkonsum als auch bei den Tipps wird das Geschlecht berücksichtigt.
Alter
Ebenfalls Berücksichtigung findet, dass Menschen ab einem gewissen Alter Alkohol schlechter vertragen und verarbeiten. Deshalb sind Angaben zu Geschlecht und Alter auf Trink-Kompass unumgänglich.
