Suchtprävention und Neue Medien
Arbeitskreis Enter Escape Control Return
Rückblick
Die Jahrestagung des Fachausschuss Suchtprävention des Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. vom Oktober 2008 hatte den Titel „Enter – Escape – Control – Return“ und beschäftigte sich mit den problematischen Nutzungsformen und Bedeutungen von Computer und Internet im Alltag von Kindern und Jugendlichen.
Der Diskurs, der hier angestoßen wurde – mit vielen Impulsen, Ideen aber auch kontroversen Ansichten – wird seitdem im Arbeitskreis Enter – Escape – Control – Return fortgesetzt.
Das Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. leitet den fachlichen, interdisziplinären Austausch zum Thema Chancen und Risiken der PC-/Internetnutzung.
Onlinesucht, Internetsucht , Mediensucht?
Dieses Thema steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Das Reden über „neue Medien“ und deren Faszination und Sogwirkung steht seit jeher in einem Zusammenhang zur Frage, inwiefern aus exzessiven Nutzungsmustern eine Suchterkrankung entstehen kann.
Einrichtungen und Fachkräfte unterschiedlichster Disziplinen werden vermehrt mit dem Phänomen der problematischen Nutzung „neuer Medien“ konfrontiert.
Im Arbeitskreis werden die Berichte aus den verschiedenartigen Einrichtungen zusammengeführt, der Umgang in der Praxis besprochen und mit aktuellen Theorien und Studienergebnissen in Verbindung gebracht. Aufgrund der Präsenz der Problematik in den Einrichtungen und vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Fachkräfte sich unsicher fühlen, wie sie mit dem Thema umzugehen haben, sieht der Arbeitskreis Enter – Escape – Control – Return es als Notwendigkeit an, sich mit den Fragestellung auseinanderzusetzen.
Wir initiieren hier einen Austausch von Fachkräften aus Suchtprävention, Suchthilfe und Therapie einerseits und aus Wissenschaft, Forschung und Medienpädagogik andererseits. Wir nähern uns der Fragestellung, inwiefern es sich bei diesem Phänomen um eine Suchterkrankung handelt, auf empirischer, theoretischer und praktischer Ebene.
Der Arbeitskreis Enter – Escape – Control – Return beteiligt sich aktiv an dem Diskurs, ob die exzessive Nutzung von Onlineangeboten zu einer Suchterkrankung führen kann. Er diskutiert hier aber ergebnisoffen. Anspruch der Arbeit ist es auch, der teilweise medial erzeugten Hysterie aus dem Thema problematische Internetnutzung zu nehmen und einen sachlichen, an empirischen Erkenntnissen orientierten Dialog zu fördern.
Gemeinsam werden fachliche Standards entwickelt, im Hinblick auf eine Bewertung des Phänomens der exzessiven Internetnutzung. Hamburger Institutionen, die auf verschiedenste Art und Weise mit diesem Thema konfrontiert werden, können darauf zurückgreifen.
Suchtprävention und neue Medien
Die Kombination von PC und Internet gehört zum unverzichtbaren privaten, beruflichen und schulischen Alltag und verändert grundlegend die Kommunikation in diesen Lebensbereichen. Kinder und Jugendliche wachsen mit viel Selbstverständlichkeit in dieser Medienlandschaft auf und sind den Erwachsenen nicht nur gleichgestellt, sondern oft auch überlegen.
Die aktuelle, bisweilen kontrovers geführte Debatte über Maßnahmen vor allem zum Umgang mit Computerspielen und Onlinespielen reicht von Verbotsszenarien über Aufklärungskampagnen bis zu Medienkompetenzschulungen. Unabhängig von der jeweiligen Position ist es nötig, sich denjenigen zuzuwenden, die besorgt sind und sich hilfesuchend melden. Insbesondere Angehörige und Freunde von exzessiven Computerspieler/innen, aber auch längerfristige Exzessiv-Spieler/innen signalisieren, dass sie Wege suchen, um ihre Probleme anzugehen. Neben den professionellen Beratungs- und Behandlungsangeboten, die sich in diesem Bereich gegenwärtig über die angemessenen Diagnosen und Angebote verständigen, kommt den eigenständigen bzw. freiwilligen und gegenseitigen, möglicherweise auch anonymen Unterstützungsmaßnahmen wachsende Bedeutung zu. Im Onlinesektor kann man beobachten, dass sich Betroffene informieren und stützen. Gleichzeitig wird deutlich, dass die persönliche Begegnung nicht zu ersetzen ist. Ziel ist es, einen Informationsaustausch anzustoßen, der medienkompetentes Wissen, medienpädagogische Maßnahmen mit problematischen und behandlungsbedürftigen Verhaltensweisen zusammenführt und Wege zu Problemlösungen aufzeigt.
