Logo: sucht-hh

Fachausschuss Suchtprävention (FAS)

FAS Jahrestagung 2010

Gender 2010 - Die Zeiten ändern sich
Genderrelevante Perspektiven in Suchtprävention und Suchthilfe

Nach einem Dialog-Vortrag zur aktuellen Entwicklung genderrelevanter Arbeit von Dr. Claudia Wallner, Münster und Olaf Jantz, Hannover, wurden die Aspekte der gendersensiblen Arbeit in Suchtprävention und Suchthilfe von Prof. Frauke Schwarting vorgestellt sowie Hamburger Ansätze der AG Frau und Sucht (Elke Peine, Frauenperspektiven) und der Entwurf der Leitlinien von der AG Jungenarbeit (Beate Proll, LI, Jan Heitmann).

Der Gendercheck für Kampagnen und Materialien, für Projekte, für Unterrichtsmaterialien sowie für Konzepte von Trägern und Einrichtungen wurde am Nachmittag durchgeführt. Die Kriterien für den Gendercheck stellen wir Ihnen hier zur Verfügung, denn ein Ergebnis der Jahrestagung ist eindeutig: ein Gendercheck ist die Basis für geschlechtersensible Aktivitäten in jedem Arbeitsbereich.

 

Tätigkeitsbericht 2009

Der FAS der HLS fungiert als verbindliche Kommunikationsplattform
an der Schnittstelle zwischen Politik und Fachbehörden einerseits und dem Praxisfeld der Hamburger Suchtprävention andererseits. Es ist das Gremium, in dem die Fachkräfte in der Suchtprävention in Hamburg einen Rahmen für Diskussion, Austausch, Entwicklung und Qualifikation finden.

2009 standen Themen rund um das Profil der Suchtprävention im Vordergrund. Es wurde kontrovers diskutiert, ob die in Dot.sys erfassten Kategorien in der Praxis eine relevante Rolle spielen und wie Planungsinstrumente, insbesondere der Zentrale Organisations- und Planungsbogen (ZOP) von der BZgA zur qualifizierten Realisierung suchtpräventiver Maßnahmen entwickelt, in der Praxis hilfreich eingesetzt werden können.

Im Kontext zunehmender Bedeutung von Prävention in unterschiedlichen Arbeitsfeldern wurden die große Schnittmenge zur Gewaltprävention besonders ausführlich beleuchtet.

Für die Suchtprävention wurden gendersensible Ansätze in der Arbeit mit Jungen und mit Mädchen präsentiert sowie über neue Strategien zur Nichtraucherförderung für Frauen informiert. Im Themenbereich „ Neue Trends“ (Suchtmittel/ Konsummuster) informierte sich der FAS über die neue Droge Spice und über ein bislang noch wenig berücksichtigtes Thema: den Umgang mit Dopingmitteln im Breitensport. Darüber hinaus wurde über neue Entwicklungen in der Arbeit mit suchtbelasteten Familien berichtet. Die aus der Jahrestagung 2008 Enter – Escape – Control – Return hervorgegangene interdisziplinäre Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Bedeutung des Medienkonsums bei Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse der inzwischen fertig gestellten Studie des DZSKJ zum pathologischen Internetgebrauch wurde im FAS vorgestellt und zeigte, dass in der Diagnostik noch große Unklarheit besteht und andererseits dem Bereich der Medienkompetenz in der Prävention eine stärkere Bedeutung beizumessen ist.

 

Aktionswoche Sucht

Im Rahmen der Aktionswoche Sucht wurde der JugendFilmTag Alkohol und Zigaretten – Alltagsdrogen im Visier durchgeführt, ermöglicht durch die Kooperation mit der BZgA, dem CinemaxX und 17 Hamburger PartnerInnen – Institutionen der Jugendhilfe, der Suchtprävention und Suchthilfe, Krankenkassen und Behörden. Rund 1.500 SchülerInnen nutzten mit ihren Lehrkräften das Angebot aus thematisch ausgewählten Spielfilmen, Aktions- und Informationsständen. Erste Ideen für die in 2008 angeregte Entwicklung einer medien-spezifischeren Gestaltung der JugendFilmTage
in Hamburg wurden aufgegriffen, die weitere Arbeit musste jedoch durch den Tod des Kollegen Mike Große-Loheide unterbrochen werden. 2010 soll sich erneut eine Arbeitsgruppe mit der Neugestaltung dieses attraktiven Events beschäftigen.

 

Jahrestagung

Mit der Jahrestagung griff der FAS 2009 die Frage nach der Soziallagenorientierung der Suchtprävention auf, die in der Gesundheitsförderung bereits seit langem eine zentrale Rolle spielt. Dem durch Michael Erhart referierten klassischen Ansatz – u.a. mit Erkenntnissen aus den HBSCStudien – wurde das Konzept der sinus-Milieus gegenüber gestellt: Parallel zur sozialen Zugehörigkeit werden Wertorientierungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen als wesentliche Kriterien für die Persönlichkeitsentwicklung identifiziert. Die Ergebnisse der im Auftrag des Bundes katholischer Jugend entstandene groß angelegte Studie „Wie ticken Jugendliche?“ wurde von Markus Etscheid-Stams, Referent für Jugendpastoral des BDKJ aus Duisburg überzeugend präsentiert. Die Diskussion um die daraus folgenden Konsequenzen für die Suchtprävention wurde am Nachmittag mit der Methode des World-Café sehr intensiv aus verschiedensten Perspektiven aufgegriffen: - Müssen wir unsere Praxis verändern, um Hedonisten oder Experimantalisten zu erreichen? - Ideen für Projekte und Inhalte, für Materialien, Methoden und Zugangswege, ergänzt durch die Fragestellung nach den Möglichkeiten und Grenzen fachpolitischer Steuerung. Eine Fortsetzung der Diskussion ist für 2010 geplant.

Fazit: Auch in 2009 wurden die monatlichen Treffen des FAS zahlreich und von vielen verschiedenen unterschiedlichen Einrichtungen und FachkollegInnen besucht. Dies unterstreicht den anhaltend großen Stellenwert des FAS in der suchtpräventiven Fachdebatte in Hamburg. Der FAS konnte auch die Funktion als Gremium und Schnittstelle der regionalen KoordinatorInnen der einzelnen Hamburger Bezirke erfolgreich leisten.

 

FA Suchtprävention

SprecherInnen:
Andrea Rodiek
Atif Bayazit
Kontakt: Irene Ehmke, ehmke@sucht-hamburg.de

 

Termine

Die Sitzungstermine aller Fachausschüsse finden Sie unter "Veranstaltungen"

 
 
Letzte Aktualisierung: 27.10.11 15:19 von Leander Hansen