Mittelpunkt - Newsletterausgabe August 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

in den Sommerferien, in denen wir in Hamburg mit erfreulich vielen Sonnenstunden versehen wurden , wurde viel gearbeitet und vorbereitet. Zahlreiche neue Berichte und Studien zu Konsumgewohnheiten wurden veröffentlicht, Maßnahmen umgesetzt sowie Veranstaltungen und Tagungen geplant und konkretisiert. Im vor der Tür stehenden Herbst finden erfahrungsgemäß die meisten Tagungen und Kongresse statt, hier in Hamburg starten wir bereits Mitte September mit dem Deutschen Suchtkongress, der am hiesigen Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf stattfindet. Für Spätentschlossene gibt es noch die Möglichkeit sich zu registrieren.
Ich hoffe wir haben für Sie einige interessante Neuigkeiten, wie gewohnt kompakt und mit regionalem Schwerpunkt, zusammengestellt. Natürlich können Sie unseren Newsletter wie gewohnt jederzeit abbestellen. Dazu finden Sie am Ende des Dokuments einen Link oder auch auf unserer Webseite. Dort finden Sie ebenfalls unsere Erklärung zum Umgang mit Ihren Daten.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und bleiben Sie uns gewogen!

Herzliche Grüße

Christiane Lieb
Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Hamburger Basiscurriculum Jugend und Sucht

Das Thema Jugend und Sucht ist für viele pädagogische Arbeitsfelder wie Schule oder Freizeiteinrichtung,  ambulante oder stationäre Jugendhilfe  von großer Relevanz. Fachkräfte  dieser Bereiche müssen sich, um professionell arbeiten zu können, mit Fragen zum Thema Jugend und Sucht auseinandersetzen und entsprechend qualifiziert werden. Vor diesem Hintergrund startete im Jahr 2014 das Hamburger Basiscurriculum Jugend und Sucht,   in dessen Rahmen Fachkräfte in einem modularisierten Curriculum innerhalb von zwei Jahren grundlegende Kenntnisse und mehr Handlungssicherheit im Themenfeld Jugend und Sucht erwerben können.  

An der Umsetzung des Kooperationsprojekts sind neben SUCHT.HAMBURG das Deutsche Zentrum für Suchtfragen im Kindes- und Jugendalter am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das SuchtPräventionsZentrum (SPZ) am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Kompass / Trockendock e. V. sowie Kajal / Frauenperspektiven e. V. beteiligt.

Für das jetzt gestartete Curriculum wurden die seit 2014 bestehenden Module inhaltlich und strukturell überarbeitet. Das Basiscurriculum konzentriert sich ab sofort auf die Module Theorie - Information - Grundwissen sowie Praxisansätze – Interventionen. Entsprechend der Bedarfsentwicklung wird das auf zwei Jahre konzipierte Programm nun nicht mehr in überlappenden Durchgängen angeboten: Die Auftaktveranstaltungen finden zukünftig im 2-Jahres-Rhythmus statt.

Im Juni 2018 wurde das bereits dritte Abschlusskolloquium des Basiscurriculum Jugend und Sucht angeboten. 14 Absolventinnen und Absolventen erhielten ihr Zertifikat. Ebenfalls im Juni 2018 fand die Auftaktveranstaltung für das aktuelle Curriculum statt. Die Nachfrage ist nach wie vor erfreulich hoch. Insgesamt haben 47 Personen an der Auftaktveranstaltung teilgenommen und 31 haben sich für das laufende Curriculum angemeldet.

Neue Prävalenzzahlen zum Cannabiskonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat vor kurzem neue repräsentative Daten  zum Cannabiskonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland vorgestellt. Die Datenerhebung dazu fand bereits im Frühjahr 2016 im Rahmen einer übergeordneten Studie der BZgA statt.

Für das Jahr 2016 zeigt sich, dass knapp jeder elfte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren (8,7 %) mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert hat (Lebenszeitprävalenz). 6,9 % der 12- bis 17-Jährigen konsumierten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis (12-Monats-Prävalenz) und 1,5 % haben in den letzten zwölf Monaten regelmäßig, d. h. mehr als zehnmal, Cannabis konsumiert.

Bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist der Cannabiskonsum deutlich weiter verbreitet. Mehr als ein Drittel dieser Altersgruppe (35,8 %) hat Cannabis zumindest einmal ausprobiert, 18,9 % haben in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis genommen und 5,4 % konsumieren regelmäßig Cannabis.

Im Bericht werden neben den aktuellen Konsummustern auch Trends und langfristige Entwicklungen des Cannabiskonsums analysiert. Hier zeigt sich, dass bei den männlichen 12- bis 17-jährigen Jugendlichen die 12-Monats-Prävalenz von 6,2 % (2011) auf 9,5 % (2016) und die Verbreitung des regelmäßigen Konsums von 1,0 % (2010) auf 2,4 % (2014) ansteigt. Bei den weiblichen 12- bis 17-jährigen Jugendlichen hingegen ist ein leichter Rückgang erkennbar. Die 12-Monats-Prävalenz sinkt von 6,4 % (2014) auf 4,2 % (2016) und die Verbreitung des regelmäßigen Konsums von 1,5 % (2014) auf 0,3 % (2016).

Steigende Tendenzen sind bei den jungen Erwachsenen zu erkennen. Die 12-Monats-Prävalenz der jungen Männer von 18 bis 25 Jahren ist seit 2008 um acht Prozentpunkte (14,8 % im Jahr 2008 gegenüber 22,9 % im Jahr 2016) und die 30-Tage-Prävalenz um etwa vier Prozent (6,0 % im Jahr 2008 gegenüber 9,8 % im Jahr 2016) gestiegen. Auch für die Gruppe der 18- bis 25-jährigen jungen Frauen finden sich für die 12-Monats-Prävalenz und den regelmäßigen Cannabiskonsum für den Zeitraum von 2008 bis 2016 Hinweise für eine ansteigende Tendenz.

Insgesamt betrachtet, sind sowohl bei den Jugendlichen wie auch bei den jungen Erwachsenen leicht steigende Konsumraten festzustellen. Bundesweit lassen sich außer statistisch signifikanten Unterschieden hinsichtlich des Geschlechts keine weiteren Unterschiede bzgl. Merkmalen wie Schultyp, Ausbildung oder Berufstätigkeit feststellen.

Den vollständigen Studienbericht können Sie auf der Seite der BZgA herunterladen.

Weltdrogenbericht 2018 veröffentlicht

Ende Juni 2018 wurde der Weltdrogenbericht der United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren stellen fest, dass weltweit noch nie so viele Menschen Drogen konsumiert haben, wie aktuell. Nicht berücksichtigt werden in dem Bericht jedoch Nikotin und Alkohol.

Der UNODC zufolge sind sowohl die Nachfrage wie auch das Angebot illegaler Drogen gestiegen. Fentanyl bleibt das Hauptkonsumproblem in Nordamerika, allerdings nehmen auch in Afrika und Asien die Probleme im Umgang mit Fentanyl zu. Weltweit betrachtet hängen 76 Prozent aller Drogentoten mit dem Konsum von Opioiden zusammen. Jährlich sterben etwa 450.000 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen. Davon sterben etwa 60% nicht an einer Überdosis, sondern an den Folgen von mit Drogenkonsum in Zusammenhang stehenden Erkrankungen wie HIV oder Hepatitis C.

Den Weltdrogenbericht und weitere Informationen der UNODC finden Sie hier.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

In eigener Sache: Referentin / Referent für den Arbeitsbereich „Kinder, Familie und Sucht“ ab 1. Dezember 2018 gesucht

Wir suchen im Rahmen einer Nachfolgereglung zum 1. Dezember 2018 eine / einen Referentin / Referenten für den Arbeitsbereich „Kinder, Familie und Sucht“ mit einem Stellenumfang von ca. 25 Stunden / Woche. Mehr Informationen zur Stellenausschreibung finden sich hier. Bewerbungsschluss ist der 16. September 2018. 

Fachtagung „Familien.Leben.Stärken - Kinder und suchtbelastete Lebensgemeinschaften“

In Deutschland wachsen nahezu drei Millionen Kinder in Familien mit mindestens einem suchtkranken Elternteil auf. 2,65 Millionen Kinder sind von der Alkoholabhängigkeit ihrer Eltern betroffen. Über 60.000 Kinder haben mindestens ein opiatabhängiges Elternteil. In Hamburg sind etwa 18.000 Kinder von einer familiären Suchtbelastung betroffen.

Wachsen Kinder mit einem suchtkranken Elternteil auf, erleben sie vielfältige Belastungen, die Auswirkungen auf das gesamte Leben haben können. Sie haben ein erhöhtes Risiko, selbst eine Abhängigkeitserkrankung oder eine andere psychische Störung zu entwickeln. Mittlerweile ist bekannt, dass sich die Risiken für betroffene Kinder durch Maßnahmen, die sich entweder direkt an die Heranwachsenden, die Eltern oder die gesamte Familie richten, reduzieren lassen.

Im Rahmen unserer Fachkonferenz werden neue und gesicherte Erkenntnisse zu wirksamen Interventionen, die individuelle und familiäre Schutzfaktoren fördern, vorgestellt sowie über spezifizierte regionale Angebote informiert. Das Knüpfen persönlicher Kontakte mit Verantwortlichen und Expertinnen und Experten aus den jeweiligen Arbeitsfeldern gelten für  verlässliche Hilfen dabei ebenso als Erfolgsfaktor, wie verbindliche Vereinbarungen zur Kooperation. Die praktischen Erfahrungen aus den Arbeitsfeldern werden im Verlauf der Fachkonferenz maßgeblich sein, wenn es um eine gemeinsame Bewertung der aktuellen Praxis und Impulse zur weiteren Zusammenarbeit geht.

Anmeldung ist bis zum 23. Oktober direkt unter http://www.suchtpraevention-fortbildung.de/veranstaltung/783 möglich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Für die Veranstaltung wurde eine Anerkennung als ärztliche Fortbildungsmaßnahme bei der Hamburger Ärztekammer beantragt.

Neue Ausgabe der Zeitung für Suchtprävention

Zum Schulstart ist die 48. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. In der diesjährigen Sommerausgabe geht es vorrangig um die Themen Suchtprävention mit Geflüchteten, Überblick zum Suchtmittelmissbrauch in Hamburg und 20 Jahre „Be smart, don't start“ in Hamburg. Die ZEITUNG kann in unserem Shop heruntergeladen oder bestellt werden.

 Deutscher Suchtkongress 2018 vom 17. bis 19. September in Hamburg

Der diesjährige Deutsche Suchtkongress findet vom 17. bis 19. September 2018 auf dem Campus Lehre des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in der Freien und Hansestadt Hamburg statt. Wir haben dazu bereits in unserer letzten Ausgabe von Mittelpunkt berichtet.  Wenn Sie sich noch kurzfristig für eine Teilnahme entscheiden wollen, finden Sie hier alle weiteren Informationen zum Deutschen Suchtkongress und Anmeldemöglichkeiten.

Bundesweite Aktionswoche „Alkohol? – Nicht am Arbeitsplatz!“ vom 18. bis 26. Mai 2019

Etwa jede / r 5. bis 10. Berufstätige konsumiert regelmäßig zu viel Alkohol! Dies hat unmittelbare Auswirkungen auch auf die Arbeitswelt, und zwar nicht erst wenn Mitarbeitende eine Abhängigkeit entwickelt haben: Höhere Fehl- und Krankheitszeiten, nachlassende Qualität sowie eine höhere Unfallgefahr sind nur einige Probleme, die durch den Konsum von Substanzen entstehen und für Betriebe eine Belastung darstellen.

Vor diesem Hintergrund ruft die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) für die bundesweite Aktionswoche Alkohol 2019 das Schwerpunktthema „Sucht am Arbeitsplatz“ aus. Alle weiteren Informationen zur Aktionswoche Alkohol finden Sie auf der von der DHS betriebenen Internetseite www.aktionswoche-alkohol.de. Wir freuen uns schon jetzt auf die Aktionswoche und werden das Thema in Rahmen unseres etablierten Formats „Fachforum Betriebe“ aufgreifen. Wir informieren Sie dazu rechtzeitig an dieser Stelle.

„Angebote in Fremd- und Muttersprachen der Suchtprävention und Suchthilfe Hamburg“

In Kooperation mit Kodrobs Süderelbe, jhj Hamburg e.V. und SUCHT.HAMBURG wurden erneut die Listen der „Angebote in Fremd- und Muttersprachen der  Suchtprävention und Suchthilfe Hamburg“ sowie die Übersicht über die  „Muttersprachige Selbsthilfegruppen in Hamburg“  aktualisiert und neu aufgelegt. Diese Listen richten sich vor allem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungseinrichtungen. Die Übersichten finden Sie auf unserer Webseite unter Publikationen.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Grundlagen der Suchtprävention I – Einführungsseminar am 11. September Information und Anmeldung

Zero! Schwanger? Dein Kind trinkt mit! - Auftaktveranstaltung und interaktive Ausstellung zum Thema FASD am 12. September Information und Anmeldung

Kopf hoch! Einführung in die Body 2 Brain Methode Level I am 18. September Information und Anmeldung

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen in Zeiten von Selbstoptimierung am 18. September Information und Anmeldung

Jugendlicher Substanzkonsum: wann ist er klinisch relevant? Einschätzen und Diagnostizieren von ambulanten Interventionsbedarfen am 16. Oktober Information und Anmeldung

Fortbildung zum/zur Trainer/in für Papilio-Integration Qualifizierung für kultursensitive Fortbildungstätigkeit in der Kita am 22. Oktober Information und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

Partizipative Methoden aus Gesundheitsförderung und Prävention praktisch erproben! am 12. September in Hannover Mehr Informationen

Deutscher Suchtkongress vom 17. bis 19. September 2018 in Hamburg Informationen und Anmeldung

27. Fachtagung Management in der Suchttherapie des Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e. V. vom 26. bis 27. September in Kassel Mehr Informationen und Anmeldung

Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 26. September Informationen

Gemeinsamer Fachkongress der DHS und des fdr+ "Sucht: bio-psycho-SOZIAL" vom 8. bis 10. Oktober 2018 in Berlin Informationen und Anmeldung

12. Internationaler Akzeptkongress „Gesundheitsförderung 3.0 – Harm Reduction, Verhältnisprävention und Versorgung“ vom 11. bis 12. Oktober in Hamburg Informationen und Anmeldung

 „Tagung zur betrieblichen Suchtprävention“ des DGB Bildungswerks vom 4. bis 7. November in Berg/Starnberger See Mehr Informationen

Fachtagung „Familien.Leben.Stärken - Kinder und suchtbelastete Lebensgemeinschaften“ von SUCHT.HAMBURG am 7. November in Hamburg Informationen und Anmeldung

Tagung „Suchterkrankungen im Alter“ der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V. am 7. November in Hannover Mehr Informationen

KATEGORISCH NACH 10 JAHREN – Jubiläumssymposium des Fachverband Medienabhängigkeit e.V. 15. und 16. November 2018 in Berlin Informationen und Anmeldung

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Sucht.Jugend 5. September 2018

AK Enter 6. September 2018

AK Vielfalt 18. Oktober 2018

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine