Mittelpunkt - Newsletterausgabe Dezember 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich freue mich Ihnen kurz vor Weihnachten unsere vierte Ausgabe von Mittelpunkt des Jahres 2018 zur Verfügung stellen zu können.
Wir bieten Ihnen im Mittelpunkt wie gewohnt aktuelle Informationen aus den Themenfeldern Sucht, Suchthilfe, Suchtprävention und Suchtselbsthilfe mit dem Schwerpunkt Hamburg. In dieser Ausgabe finden Sie wie üblich eine Auswahl an Fortbildungen und Terminen für 2019, die Sie sich gleich vormerken sollten. Wie zum Beispiel die bundesweite Aktionswoche Alkohol, die im Mai 2019 stattfindet und kurz danach gleich die 24. Suchttherapietage vom 11. bis 14. Juni 2019 in Hamburg, die sich im Schwerpunkt mit dem Thema „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ beschäftigen.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen und frohe Festtage, gute Erholung und einen guten und gesunden Start ins neue Jahr 2019!

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Wirksam intervenieren - Suchtbelastete Lebensgemeinschaften stärken Fachtagung von SUCHT.HAMBURG am 7. November 2018

Im Rahmen unserer Fachtagung "Familien.Leben.Stärken. - Kinder und suchtbelastete Lebensgemeinschaften“ diskutierten am 7. November 2018 rund 100 Fachkräfte aus Jugend- und Suchthilfe, Kinderschutz und Sozialarbeit die maßgeblichen Belastungen, aber auch Schutzfaktoren für Kinder aus und in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften.

Die Einführungsvorträge von Prof. Dr. Michael Klein sowie Margrit Stoll und Kai Rademann zeigten die zahlreichen Belastungsfaktoren auf, die sowohl Eltern als auch Kinder in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften zu bewältigen haben: Hoher Alltagsstress und unberechenbares instabiles Elternverhalten prägen oft die Lebenssituation der betroffenen Kinder. Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen schon im Kindes- und Jugendalter, aber auch lebensbegleitend, sind häufig die Folge.

Aber auch die Schutzfaktoren, die das Risiko für spätere psychische Störungen oder eigene Suchterkrankungen positiv beeinflussen wurden detailliert benannt, sowie die notwendigen Strukturen, die für bessere Entwicklungschancen und eine verbesserte Hilfe für die Kinder einerseits und die Eltern, Familien und Lebensgemeinschaften andererseits notwendig sind: Kooperation und (fallorientierte) Zusammenarbeit der Fachkräfte, Entsäulung der Hilfesysteme, interdisziplinär besetzte Runde Tische zum Austausch der Hilfesysteme, zur fallbezogenen Zusammenarbeit z.B. in den Hilfeplangesprächen bei den ASD. Dafür sind personelle und zeitliche Ressourcen erforderlich.

Vieles kann durch präventive Interventionen auf den Weg gebracht werden, dennoch gibt es auch Situationen, an denen diese an Grenzen stoßen. Kriterien für die Gewährleistung des Kindeswohls sind erforderlich und Hilfeangebote, die in diesen Situationen greifen.

Nach der thematischen Einführung wurde im zweiten Tagungsteil mit dem „Marktplatz Suchthilfe“ an ausgewiesenen Praxisbeispielen vorgestellt, was dazu in den letzten 10 Jahren in der Suchthilfe in Hamburg bereits umgesetzt wurde. Diese Präsentationen stießen bei allen Besucherinnen und Besuchern auf sehr großes Interesse.

Im dritten Tagungsteil zum Thema Kooperation und Vernetzung zeigte sich, dass die vorhandenen Grundlagen (Kooperationsvereinbarungen) und Erfahrungen damit sehr unterschiedlich ausfallen:

Die Vereinbarungen sind nicht unbedingt bekannt, dennoch gibt es, z.T. auch unabhängig davon, eine wachsende Kooperationskultur, die von den Anwesenden als positiv und fachlich effektiv eingeschätzt wurde, jedoch im Alltag immer wieder an Grenzen stößt. Der Wert einer schriftlichen Vereinbarung wurde durchgehend sehr geschätzt und gelobt, jedoch wurde auch darauf verwiesen, dass gelingende Kooperation zwischen Menschen stattfindet. Die persönlichen Kontakte spielen eine überaus wichtige Rolle. Sie können auf der Grundlage schriftlicher Vereinbarungen effektiver praktiziert werden. Die Frage nach den notwendigen Impulsen zur Weiterentwicklung der Kooperation wurde sehr einheitlich und konkret beantwortet:

  • Stärkung der Zusammenarbeit v.a. zwischen ASD und Suchthilfe, aber auch auf kleinräumiger Ebene zwischen allen Akteuren und Akteurinnen, Einrichtungen und Institutionen
  • Erhöhung der Bekanntheit der Kooperationsvereinbarungen
  • Überprüfung der zur Verfügung stehenden Ressourcen für Vernetzung und Kooperation

SUCHT.HAMBURG hat sich zur Aufgabe gesetzt, diesen Prozess in Hamburg zu befördern.

  • z.B. durch Förderung abgestimmter Maßnahmen rund um die suchtbelasteten Lebensgemeinschaften
  • Förderung der Schutzfaktoren der betroffenen Kinder
  • Stärkung der suchtbelasteten Eltern

Die Tagungsvorträge können Sie unter www.sucht-hamburg.de downloaden.

Kursbuch Sucht - Neuer Leitfaden durch das Hamburger Suchthilfesystem

Hamburg unterhält ein differenziertes Suchthilfesystem, das stetig weiterentwickelt wird. Mit dem neu gestalteten Kursbuch Sucht unter www.kursbuch-sucht.de hat SUCHT.HAMBURG ein Internetportal geschaffen, das die gezielte Suche nach passenden und gut zu erreichenden Angeboten vereinfacht. Ein Glossar und Erläuterungen zum Suchthilfesystem erleichtern Fachkräften angrenzender Fachbereiche die Orientierung.

Gegliedert nach „Beratung“, „Behandlung“, „Therapie“, „Teilhabe“ und „Weitere Hilfen“ bietet das Kursbuch Sucht einen Überblick über das gesamte Angebotsspektrum in Hamburg. Informationen zu Leistungen, Zielgruppen, Aufnahmebedingungen und Kosten der einzelnen Angebote sowie zu Lage, Öffnungszeiten und Erreichbarkeit der über das gesamte Stadtgebiet verteilten Einrichtungen können ergänzend abgerufen werden. Auch einige relevante Angebote im Hamburger Umland sind im Kursbuch Sucht verzeichnet.

Gleich ob es um Beratung zu speziellen Suchtstörungen, Entgiftung, nahe gelegene Drogenkonsumräume oder Wohnunterbringung geht ¬ Fachkräfte können jetzt nach dem Relaunch des Webportals gezielt die passenden Hilfeangebote für ihre Klientinnen und Klienten auswählen. So lassen sich sowohl genderspezifische oder muttersprachige Angebote als auch Lösungen für Suchtbetroffene in Haushalten mit Kindern finden. Neben regionalen Angeboten sind im Kursbuch Sucht auch regionale und überregionale Online-Hilfen sowie Telefonberatungsmöglichkeiten zu finden

Hintergrund: Das Kursbuch Sucht wurde ursprünglich von Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) als Broschüre, seit 2001 dann als Kombi-Produkt Lose-Blatt-Sammlung sowie Internetportal auf Datenbankbasis angeboten. 2010 erfolgte unter der Regie des Büros für Suchtprävention (BfS) der HLS ein erster Relaunch.

21. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg

Am 3. Dezember wurde der 21. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg veröffentlicht. Über 15.100 Personen suchten demnach in 2017 eine ambulante Suchthilfeeinrichtung auf, etwa 31 Prozent davon sind Frauen, etwas mehr, als in den Vorjahren. Cannabis (6.222 Personen) rangiert nach Alkohol (8.631 Personen) insgesamt an zweiter Stelle der Hauptdrogen aller Klientinnen und Klienten.

In einer Spezialauswertung widmet sich der BADO-Bericht der Situation von wohnungslosen Klientinnen und Klienten in prekären Wohnverhältnissen. Von fast 23.000 Personen, die im Zeitraum 2014 – 2017 in der Hamburger Suchthilfe betreut wurden, lebten zu Betreuungsbeginn 15 % der Frauen; 22 % der Männer in prekären Wohnverhältnissen ohne eigene Wohnung. Dies zeigt, dass einen erheblichen Wohnraumbedarf für suchtmittelabhängige Personen gibt, die Beratung und Betreuung in der Suchthilfe in Anspruch nehmen. 44 % der Klientinnen und Klienten in prekären Wohnverhältnissen waren Opiatabhängige, 20 % Alkoholabhängige, 14 % Kokainabhängige und 13 % Cannabiskonsumierende.

Quellen und weitere Informationen https://www.bado.de/

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Monitoringbericht 2018 zum Suchtmittelkonsum in Hamburg

SUCHT.HAMBURG hat den 2. Monitoringbericht zum Suchtmittelkonsum in Hamburg vorgelegt. Der Bericht fasst vorliegende Daten von Jugendlichen und Erwachsenen in Hamburg sowie aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Er bietet damit einen umfassenden Überblick über wichtige Zahlen und Trends zum Konsum verschiedener Rauschmittel. Der Bericht steht als PDF-Datei unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen zur Verfügung.

Interaktiver Glücksspielselbsttest unter www.automatisch-verloren.de

Um zu erkennen, dass das eigene Spielverhalten in eine Sackgasse führt, ist häufig eine Rückmeldung von außen wichtig – zum Beispiel durch ein Gespräch in einer Beratungsstelle oder einen Anruf bei einer Beratungsstelle. Selbsttests ersetzen zwar keine professionelle Beratung, sie helfen jedoch dabei, den eigenen Umgang mit Glücksspielen einzuordnen. Seit Ende September wurden bereits über 550 anonyme Selbsttests unter www.automatisch-verloren.de durchgeführt. Dies zeigt, wie groß die Akzeptanz für diese kurzen Interventionen bei der Allgemeinbevölkerung inzwischen ist und möglicherweise finden die Nutzerinnen und Nutzer dadurch schneller den Weg aus dem problematischen oder pathologischen Glücksspiel.

NOPE- Neuer Flyer zur Prävention von Cannabiskonsum bei Jugendlichen

Der Konsum von Cannabis spielt bei einigen Jugendlichen leider eine zu große Rolle. Um bereits Konsumierende Jugendliche oder vielleicht deren Freundinnen und Freunde besser erreichen zu können, haben wir einen neuen Infoflyer erarbeitet: Noch kompakter und klarer in der Haltung. NOPE. Der Flyer kann in unserem Shop heruntergeladen oder bestellt werden.

Jeder fünfte Suchtkranke abstinent durch Selbsthilfegruppe

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) hat in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Blauen Kreuz in Deutschland e.V., Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche - Bundesverband e.V., Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe - Bundesverband e.V., Guttempler in Deutschland e.V. und Kreuzbund e.V. eine Statistik veröffentlicht die belegt, dass gut jeder fünfte Suchtkranke in einer der bundesweit etwa 4.100 Selbsthilfegruppen, durch die Selbsthilfegruppe abstinent geworden ist und kein Angebot der professionellen Suchthilfe nutzte. Die Studie macht deutlich, wie erfolgreich und wertvoll die Arbeit in der Suchtselbsthilfe sein kann und sie damit ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Suchtbehandlung ist. Unter www.dhs.de finden Sie die Pressemittelung und alle weiteren Informationen zu der Statistik.

REITOX Jahresbericht 2018

Vor kurzem ist der REITOX-Bericht 2018 zur Situation illegaler Drogen in Deutschland erschienen. Der REITOX-Bericht behandelt in getrennten Berichtsteilen die Schwerpunkte Drogenpolitik, rechtliche Rahmenbedingungen, Verbreitung von Drogen, Prävention, Behandlung, gesundheitliche Begleiterscheinungen, Drogenmärkte und Kriminalität sowie Gefängnis.

Den Kurzbericht 2018 und die Schwerpunkthefte können Sie unter www.dbdd.de herunterladen.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Achtsamkeit und Selbstregulation im Kindes- und Jugendalter - Möglichkeiten für die Suchtprävention am 5. Februar Information und Anmeldung

Hinschauen & Handeln: Jugendliche & Rauscherfahrung am 19.Februar Information und Anmeldung

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen am 28. Februar Information und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention II – Aufbauseminar am 5. April Information und Anmeldung

Kopf hoch! Einführung in die Body 2 Brain Methode am 8. April Information und Anmeldung

Wie umgehen mit Beratungsabbrüchen? Praktische Suchtarbeit im Umgang mit kulturellen Unterschieden am 8. Mai Information und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

„Beautiful Boy“ - Kinofilm mit Podiumsrunde für Fachkräfte aus der Suchthilfe am 23. Januar in Hamburg Mehr Informationen

Fachtagung „Gesundheitsförderung inklusiv: partizipativ und sozialräumlich!“ 6. Februar in Hamburg Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 10. bis 16. Februar Mehr Informationen

Zocken, chatten, posten – Fachtagung des SuchtPräventionsZentrums am 29. und 30. März in Hamburg Informationen und Anmeldung

Bundesweite Aktionswoche „Alkohol? – Nicht am Arbeitsplatz!“ vom 18. bis 26. Mai Mehr Informationen

  1. Suchttherapietage mit dem Schwerpunkt „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ vom 11. bis 14. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Vielfalt 24. Januar 2019

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 28. Januar 2019

AK Sucht.Jugend 6. Februar 2019

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine