Angebote der universellen Suchtprävention richten sich mit ihren Botschaften und Informationen häufig an die Allgemeinbevölkerung, um kompakt über die Risiken von Konsum und bestimmten Verhaltensweisen im Allgemeinen und in besonderen Situationen und Lebensphasen aufzuklären oder bspw. um Empfehlungen zur Konsumreduktion zu geben.

Hamburgweit richtet sich beispielsweise die Kampagne Automatisch Verloren! an die Allgemeinbevölkerung, um für die Risiken, die von Glücksspielen ausgehen zu sensibilisieren.

Zur Erhöhung der Bekanntheit von suchtpräventiven Botschaften, die sich an die Allgemeinbevölkerung richten, aber auch zur Förderung der Wahrnehmung für Suchtprobleme werden darüber hinaus zur Kommunikation dieser Botschaften zum Beispiel regionalen Medien in Hamburg eingebunden.

Schule

Für das Thema Suchtprävention in der Schule steht hamburgweit mit dem SuchtPräventionsZentrum (SPZ) eine spezielle Fachstelle zur Verfügung. Das SPZ unterstützt Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen dabei, Suchtprävention als Aufgabe systematisch wahrzunehmen und zu verankern. Das SPZ bietet zentrale und schulinterne Fortbildungsangebote zu suchtpräventiven Unterrichtsprogrammen, unterstützt Schulen bei der Lösung von Konflikten im Zusammenhang mit Drogen- und Suchtmittelvorfällen, führt Eltern - und Informationsveranstaltungen durch und berät gefährdete Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern.

Alle weiteren Informationen zur schulischen Suchtprävention in Hamburg finden Sie im hier.

Freizeit

Suchtprävention im Freizeitbereich bedeutet, dass in der Regel sehr unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen (substanzkonsumerfahrene, substanzkonsumunerfahrene, sozial Benachteiligte) angesprochen werden. Vor diesem Hintergrund sind auch unterschiedliche Präventionsschwerpunkte zu setzen, die von Risikovermeidung bis hin zu Risikomanagement reichen können.

Suchtpräventive Maßnahmen in der Freizeit nehmen in der Regel Einfluss auf das allgemeine Risiko- und Problemverhalten, also auch Substanzkonsum der Zielgruppe.

In Hamburg werden mit Mobil? Aber sicher! in Fahrschulen Jugendliche in ihrer Freizeit für die Risiken und Folgen von Substanzkonsum sowie über seine Unvereinbarkeit mit einer aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sensibilisiert.

Weitere Hamburg spezifische Aktivitäten zur Prävention bei Jugendlichen werden beispielsweise vom SuchtPräventionszentrum für den Bereich Schule oder dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen im Kindes- und Jugendalter (DZSKJ) umgesetzt.

Kommune

Kommunale suchtpräventive Angebote orientieren sich in der Regel an der örtlichen Situation und unterstützen gezielt bestehende Angebote - zum Beispiel in den Bereichen Familie, Schule, Freunde, Wohngebiet – um Risiken zu reduzieren und Schutzfaktoren zu stärken. Kernelement dieser Angebote ist eine breite Vernetzung aller relevanten lokalen Partner und der lokalen Projekte: Netzwerk.

Kindergarten

Suchtpräventive Angebote im Kindergarten bzw. der Kita zielen sowohl auf die Lebenskompetenzförderung bei den Kindern wie auch die Etablierung von Strukturen, die eine gesunde Entwicklung von Kindern erlauben, ab. Zu den Lebenskompetenzen werden im Allgemeinen die Entwicklung eines positiven Selbstbildes und positive Selbstwahrnehmung, Empathiefähigkeit, Fähigkeit zur Stress- und Angstbewältigung, Konfliktfähigkeit, Frustrationstoleranz, Selbstkontrolle, Beziehungsfähigkeit, Umgang mit Gefühlen, Entscheidungskompetenz, konstruktive Problemlösefähigkeiten, kritisches Denkvermögen und Teamfähigkeit gezählt.

In Hamburg werden beispielsweise mit dem Programm Papilio die sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern gefördert, um sie vor Sucht- und Gewaltverhalten zu schützen. Ausführliche Informationen zu Papilio finden Sie ↗hier

 

Familie

Neben der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung ist die familiale Interaktion ein entscheidender Faktor für die Einstellung zu und den Umgang mit Suchtmitteln. Ein wesentlicher Teil der Suchtprävention vermittelt sich über Erziehung. Darüber hinaus haben die Einstellungen der Eltern bekannterweise großen Einfluss auf das Verhalten der Kinder. Somit rücken Eltern als zentrale Adressaten von Prävention in den Fokus. Ziel ist es, Eltern frühzeitig mit Suchtthemen zu erreichen und sie in ihrem Erziehungshandeln zu unterstützen.

Erfolgsversprechend sind hier Elterntrainings und Familienprogramme mit einem umfassenden Ansatz aus substanzspezifischen Elementen als auch die psychosoziale Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen fördernde Elemente. Es hat sich auch gezeigt, dass eine aktive Partizipation der Eltern beispielsweise in Form von Erziehungsverhaltenstraining einen guten Wirkungsgrad hat. Zur Suchtprävention in Familien werden in Hamburg unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt:

Frühe Hilfen ist ein Internetangebot, mit dessen Hilfe die Zusammenarbeit aller Arbeitsfelder rund um das Thema Schwangerschaft und Familie gefördert wird. Es dient in erster Linie der Entwicklung frühzeitiger und effizienter Hilfestellungen für schwangere Frauen und junge Familien.

Durch das Projekt Lina wird hamburgweit darüber hinaus die fachübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Schwangerschaft, Geburt und junge Familien in Zusammenhang mit Suchtgefährdung oder Suchtbelastung koordiniert. Mit Lina werden sowohl Interventionen für suchtmittelkonsumierende Schwangere wie auch für Kinder bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres koordiniert und aufeinander abgestimmt.

Weitere Hamburg spezifische Informationen zur Suchtprävention bei Kindern aus suchtbelasteten Lebensgemeinschaften finden Sie zu, Beispiel beim Deutschen Zentrum für Suchtfragen im Kindes- und Jugendalter (DZSKJ)

und in unserem Materialshop

Arbeitswelt

Der Arbeitsplatz ist ein geeigneter Ort, um Jugendliche und junge Erwachsene (Auszubildende) zu erreichen. Die Suchtprävention in der Arbeitswelt umfasst dabei alle Maßnahmen, die auf einen gesundheitsgerechten und den Anforderungen des Arbeitsplatzes entsprechenden Umgang mit Suchtmitteln zielen. Hier geht es vordergründig um Maßnahmen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln fördern, Risikokompetenz erhöhen und schädliche Folgen wie hohe Fehlerquoten, Arbeitsaus- und –unfälle verringern. Dazu sind die Qualifizierung von Personalverantwortlichen, Handlungsanleitungen mit gestuften Gesprächsfolgen sowie interne und/oder externe Beratungsangebote Kernelemente von Maßnahmen im Setting Arbeitswelt.

Neben Führungskräftetrainings für die Umsetzung innerbetrieblicher Interventionsmaßnahmen werden Unternehmen und Betriebe bei der Entwicklung betriebsspezifischer Suchtpräventionskonzepte beraten und begleitet und Mitarbeitende und Auszubildende zum Beispiel in Informationsveranstaltungen und / oder Gesundheitstagen zu suchtpräventiven Themen sensibilisiert.

Umfassende Informationen zur Suchtprävention in der Arbeitswelt finden Sie zum Beispiel im Angebot der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. unter http://www.sucht-am-arbeitsplatz.de.

Wenn Sie spezifische Fragen zu Möglichkeiten zur Suchtprävention in Ihrem Betrieb oder Unternehmen haben, sprechen Sie uns gern an: Kontakt