Liebe*r Leser*in,

die belastenden Ereignisse reißen nicht ab. Seit vier Wochen ist die Ukraine einem Angriffskrieg ausgesetzt, wir sind fassungslos und unser Mitgefühl gilt den Betroffenen.

Welche Auswirkungen das Kriegstrauma auf die Menschen in der Ukraine hat, lässt sich nur erahnen. Groß ist die Hilfsbereitschaft und Unterstützung für die Betroffenen aus allen zivilgesellschaftlichen Bereichen und nicht zuletzt sozialen Einrichtungen. Auch in der Suchthilfe wird über den Krieg in der Ukraine gesprochen, Erfahrungen und Expertise im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten werden eingebracht und in Netzwerktreffen und Arbeitskreisen kommuniziert. Einen Beitrag dazu leisten unsere aktualisierten Listen über muttersprachige Suchtberatungsangebote in Hamburg.

In unserem Newsletter finden Sie im Weiteren wie gewohnt Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Veranstaltungshinweise in der Suchthilfe und Suchtprävention in Hamburg und darüber hinaus.

Herzlichst

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Evaluation des Hamburger Basiscurriculums „Jugend und Sucht“

Im Winter hat SUCHT.HAMBURG den Bericht zur Evaluation der Struktur- und Prozessqualität der Fortbildungsangebote 2014 bis 2020 im Rahmen des Basiscurriculums „Jugend und Sucht“ vorgelegt. Bis zum Jahr 2020 konnten insgesamt vier Durchgänge des Basiscurriculums vollständig umgesetzt werden.

Zur Qualitätssicherung der im Rahmen des Basiscurriculums angebotenen Fortbildungsveranstaltungen wurden die jeweils verantwortlichen Kursleitungen darum gebeten, den Teilnehmer*innen einen zuvor von SUCHT.HAMBURG entwickelten standardisierten Evaluationsbogen auszuhändigen, um auf diese Weise eine Rückmeldung zur Durchführungsqualität der jeweiligen Veranstaltungen zu erhalten. Mit 168 wurde gut die Hälfte (53%) aller 316 BC-Fortbildungsangebote von den jeweiligen Teilnehmer*innen mit Hilfe des Fragebogens entsprechend bewertet.

Die im Bericht zusammenfassend dokumentierten Evaluationsergebnisse des Basiscurriculums „Jugend und Sucht“ deuten darauf hin, dass sich die konzeptionelle Idee und die praktische Umsetzung dieses spezifischen Qualifizierungsprogramms alles in allem gut bewährt haben. Mit dem Angebot einer systematischen Zusammenstellung von Fortbildungsveranstaltungen, bei denen – gleichsam auf der übergeordneten Ebene – ein konkreter inhaltlicher Rahmen („Jugend & Sucht“) gesetzt ist, und innerhalb dessen dann die Bandbreite seiner verschiedenen Facetten möglichst breit ausgeleuchtet wird, erhält die avisierte Zielgruppe der Fachkräfte aus den pädagogischen Arbeitsfeldern wie Schulen oder Freizeiteinrichtungen sowie der ambulanten und stationären Jugendhilfe eine hilfreiche und wichtige Orientierung in der Planung und Umsetzung ihrer beruflichen Weiterbildung. Auf Seiten der fortbildenden Einrichtungen wird zudem durch die trägerübergreifende Abstimmung des Fortbildungsangebotes dessen Strukturqualität insgesamt erhöht. Weitere Ergebnisse und den Bericht finden Sie unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen

Monitoringbericht zum Umgang mit Suchtmitteln von Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland und in Hamburg 2020

Der derzeit im zweijährigen Rhythmus erscheinende Monitoringbericht enthält eine systematische, verständliche und übersichtliche Zusammenstellung der wichtigsten empirischen Daten zu den unterschiedlichen Aspekten des Umgangs mit legalen und illegalen Rauschmitteln in Hamburg und der Bundesrepublik.

Neben vielen anderen Aspekten zählt der Rückgang des Alkoholkonsums unter Jugendlichen, sowohl für die Lebenszeit- und 30-Tage-Prävalenz als auch für den regelmäßigen Starkkonsum („Binge-Drinking“) zu den bedeutsamsten Erkenntnissen des Berichts in Bezug auf die Substanz Alkohol. Für den Konsum von Erwachsenen lagen in 2020 keine neuen interpretierbaren Daten vor. Auffällig ist jedoch eine Entwicklung in Bezug auf den Anteil der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss: während in Deutschland ein eher rückläufiger Trend zu beobachten ist, verbleibt die entsprechend anteilige Unfallrate in Hamburg auf dem Niveau der Vorjahre.

Die Verbreitung des Tabakkonsums geht sowohl auf der Bundesebene als auch in Hamburg stetig zurück. Dies gilt sowohl für die Jugendlichen als auch für die Erwachsenen. Dagegen hat die Attraktivität der Nutzung von E-Zigaretten und/oder E-Shishas insbesondere bei den Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ist bedarf aus unserer Sicht einer Intensivierung von suchtpräventiven Maßnahmen in diesem Handlungsfeld. Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Deutschland hat ein Glücksspielproblem — Neue Studie über die Verbreitung von Glücksspiel-Störungen

Die Zahlen des jüngst erschienenen Glücksspiel-Survey 2021 (Buth, S.; Meyer, G.; Kalke, J. 2022: Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Ergebnisse des Glücksspiel-Survey 2021. Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung, Hamburg) bringen es auf den Punkt: Deutschland hat ein Problem mit Glücksspielen. Mehr als zwei von 100 Erwachsenen hierzulande weisen der Erhebung zufolge eine „Glücksspiel-Störung“ auf. Männer sind hiervon drei Mal so häufig betroffen wie Frauen. Weitere knapp sechs Prozent haben einen riskanten Umgang mit Glücksspielen. Gleichzeitig werden Glücksspiele immer noch massiv beworben. Besonders für Menschen mit Spielproblemen hat Glücksspielwerbung oft schwerwiegende Folgen für den Verlauf ihres Spielverhaltens.

Glücksspielsucht ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen nach und nach die Kontrolle über ihr Spielen verlieren. Viele von ihnen leben ohnehin in wirtschaftlich prekären Verhältnissen. Das Geld, das sie in den Automaten schmeißen oder gegen Jetons eintauschen, fehlt für wichtige Anschaffungen in der Familie und Rücklagen. Pathologisches Glücksspielen führt häufig in eine Abwärtsspirale, die ganze Familien mitreißt. Der Einstieg in das Glücksspielen wird durch Millionenbudgets für Glücksspielwerbung mit angetrieben. Die Daten des Glücksspiel-Survey zeigen eindeutig, dass diese Werbung vor allem jenen Menschen schadet, die bereits riskant spielen. Je ausgeprägter ihre Glücksspiel-Störung ist, desto gefährdeter sind sie durch Werbung. Vier von zehn Menschen mit einer schweren Glücksspiel-Störung geben in der Befragung an, dass Werbung sie dazu veranlasst, neue Glücksspiele auszuprobieren. Das zeigt: Wir haben nicht nur ein Problem mit Glücksspielen, sondern auch ein hausgemachtes Problem mit Glücksspielwerbung. Dabei sollte es doch eigentlich heißen, um Geld spielt man nicht!

Das breite Angebot an Glücksspielen und ihre starke Bewerbung tragen zur Normalisierung und damit zu einer Verharmlosung von Glücksspielen bei. Man kann so leicht den Eindruck bekommen, dass das Spielen um Geld eine übliche und ungefährliche Freizeitbeschäftigung sei. Das senkt die Schwelle für den Einstieg in die Welt der Glücksspiele und erhöht für Ex-Spielende das Rückfallrisiko. Besonders im Internet ist es schwierig, den Werbebotschaften der Glücksspielindustrie aus dem Weg zu gehen. Deswegen muss Glücksspielwerbung strenger reguliert und abhängige Menschen besser geschützt und unterstützt werden.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

ICD 11 - neue Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten in Kraft getreten

Nachdem es viele Jahre umstritten war, inwiefern eine problematische Mediennutzung eine eigenständige Suchterkrankung darstellt, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sich im Jahr 2018 dafür ausgesprochen, Computerspielsucht als offizielle Krankheit anzuerkennen. Die Internationale Klassifikation von Krankheiten (ICD) 11 ist zum 1. Januar 2022 in Kraft getreten, womit Computerspielsucht – Gaming Disorder - seit Beginn dieses Jahres nun als Krankheit diagnostiziert werden kann. Viele verbinden damit auch die Hoffnung, dass damit in Zukunft bessere und spezifischere Therapien entwickelt werden können. Aber auch die Gambling Disorder wird nun in der neuen ICD als eigenständige Störung unter den Suchtkrankheiten geführt. Diese wird nun in eine Online- , Offline- sowie nicht näher bestimmte Spielsucht unterschieden und kann zudem von einem riskantem Spiel- und Wettverhalten differenziert werden.

Jahresbericht von SUCHT.HAMBURG 2021

Druckfrisch ist der Jahresbericht 2021 von SUCHT.HAMBURG erschienen. Er gibt einen Überblick über die Arbeit in unseren Projekten, zu Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie über unsere Netzwerk- und Koordinierungstätigkeiten. Sie können finden den Bericht unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen.

Übersicht zur muttersprachigen Beratung im Suchthilfesystem

Jährlich im März werden die Informationen für Fachkräfte des Suchtkrankenhilfesystems in Hamburg über die „Angebote in Fremd- und Muttersprachen der Suchtprävention und Suchthilfe Hamburg“ sowie über die „Muttersprachige Selbsthilfegruppen in Hamburg“ aktualisiert. Diese Informationen richten sich vor allem an Fachpersonen (Suchtberater*innen, Sozialarbeiter*innen usw.) für die direkte und schnelle Vernetzung und Kooperation im Einzelfall. Hierfür bietet das Hamburger Suchthilfesystem eine Vielfalt an (Mutter-) Sprachen und die deutsche Gebärdensprache an. Die Informationen können unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen heruntergeladen werden.

ZEITUNG für Suchtprävention

Im Januar ist die 55. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. Themen sind  Gendersensible Suchtarbeit, Cannabiskonsum von jungen Menschen und die Beratungsstelle "Frauenperspektiven e.V." im Fokus. Die ZEITUNG kann in unserem Shop unter www.sucht-hamburg.de/shop heruntergeladen oder bestellt werden.

Bundesweite Aktionswoche Alkohol vom 14. bis 22. Mai in Hamburg unter dem Motto „Zukunft der Selbsthilfe – ohne uns läuft nix!“

In der inzwischen achten Auflage findet die bundesweite Aktionswoche Alkohol auch in diesem Jahr wieder mit vielen Veranstaltungen in Hamburg statt. Dem bundesweiten Schwerpunkt Suchtselbsthilfe trägt Hamburg mit einem eigenen Motto Rechnung: Zukunft der Selbsthilfe – ohne uns läuft nix! Denn Selbsthilfegruppen sind eine wesentliche Säule des Suchthilfesystems, die vor allem durch umfassendes Ehrenamt und hohes persönliches Engagement zum nachhaltigen Tragen kommt. Die Aktionswoche Alkohol in Hamburg ist daher den Aktiven in der Suchtselbsthilfe gewidmet, die vor allem auch in Zeiten der Corona-Pandemie Herausragendes für die von Abhängigkeitserkrankungen Betroffenen und deren Angehörige geleistet haben.

Die Aktionswoche Alkohol in Hamburg wird von der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V und deren neuer Geschäftsführerin Tanja Adriany organisiert. Die diversen Veranstaltungshinweise mit Ort, Datum und Uhrzeit finden sich auf der Homepage www.landesstelle-hamburg.de  unter „Aktionswoche Alkohol 2022“. Wenn Sie Interesse haben, sich an einer der geplanten Aktionen zu beteiligen oder eine eigene Veranstaltung in Ihrer Einrichtung planen, wenden sich gern an Tanja Adriany – HLS e.V. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Alle Informationen zur bundesweiten Aktionswoche Alkohol finden sich auf der Webseite der DHS unter www.aktionswoche-alkohol.de

Deutscher Suchtkongress 2022 – Save the Date

Der Deutsche Suchtkongress 2022 findet vom 7. bis 9. September in München statt.  Das Motto lautet „Neue Wege in Behandlung, Prävention und Forschung“, Kongresspräsident ist Prof. Dr. Ludwig Kraus (IFT Institut für Therapieforschung München). Weitere Informationen finden Sie unter www.suchtkongress.org

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Der Packesel und die rosarote Brille - Stärkende Methoden für Einzel-und Gruppensettings. Webseminar am 21. April Mehr Informationen und Anmeldung

Essstörungen - auch ein Thema bei Jungen?! Webseminar am 26. April Mehr Informationen und Anmeldung

Zertifikatsschulung CAN Stop-Trainer*in für Fachkräfte am 2. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Flaschenpost und Dosenmonster - Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie am 5. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Trauma: Wissensgrundlagen und Handlungshinweise für den Umgang mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen am 23. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Konsum 3.0 - Images von Alkohol und illegalen Drogen im Internet. Webseminar am 13. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention I – Basis-Webseminar am 16. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

43. fdr+sucht+kongress zum Thema “SUCHT im Netzwerk” am 2. und 3. Mai 2022 Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche Alkohol vom 14. bis 22. Mai 2022 Mehr Informationen

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung 2022 vom 20. bis 21. Mai 2022 in Berlin Mehr Informationen

Suchttherapietage „Warum erreichen wir die Zielgruppen nicht: Unpassende Angebote oder Krankheitsimmanent?“ online vom 7. bis 9. Juni 2022 Mehr Informationen

3. Suchtkongress des Fachverband Sucht vom 22. bis 24. Juni 2022 in Münster: „Suchttherapie am Puls der Zeit“ – Konsumformen und Behandlungspfade im Wandel. Mehr Informationen  

Save the Date: Fachkongress Cannabis Future am 26. Juni 2022 in Berlin und online

Save the Date: Deutscher Suchtkongress 2022 7. bis 9. September 2022 in München Mehr Informationen

 

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Sucht.Jugend 13. April 2022

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 25. April 2022

FASD-Netzwerktreffen 27. April 2022

AK Enter 12. Mai 2022

AK Vielfalt 19. Mai 2022

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Alkohol und illegale Drogen haben nichts im Straßenverkehr zu suchen. Man gefährdet nicht nur sich, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen. Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil Fahrzeugführer*innen sich angetrunken oder unter dem Einfluss von illegalen Substanzen ans Steuer setzen.

Ist das bei Ihnen persönlich auch ein Thema oder interessieren Sie sich aus beruflichen Gründen dafür?

Dann finden Sie im folgenden unsere Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene, Erwachsene und Eltern sowie Fachkräfte.

Jugendliche und junge Erwachsene

Angesprochen werden Fahranfänger*innen mit dem Projekt „Mobil? Aber sicher!“. So genannte Peers (Gleichaltrige) klären in der Fahrschule über die Risiken von Rauschfahrten auf, geben Informationen darüber, wie sich der Konsum psychoaktiver Substanzen auf das Fahrverhalten auswirkt und machen die jungen Fahranfänger*innen fit mit zukünftigen Trink-Fahrkonflikten souverän umzugehen. Mehr Informationen unter gibt es hier. LogoMAS

Haben Sie als Fahrschule Interesse an einer kostenlosen Einheit zum Thema „Alkohol und illegale Drogen im Straßenverkehr?“ – Melden Sie sich gern bei uns! Kontakt

Erwachsene

Alkoholische Getränke sind bei Geselligkeiten, Feiern und Festen aller Art kaum wegzudenken. Haben Sie auch schon mal gedacht, nach ein oder zwei Gläschen kann ich noch ohne Probleme Auto fahren? Dem ist nicht so, auch wenn sich viele sich nach ein oder zwei Gläsern Alkohol ganz „normal“ fühlen und sich hinter das Steuer oder auf ihr Motorrad setzen. Doch die Kombination von Alkoholkonsum und aktiver Teilnahme am Straßenverkehr kann bereits ab 0,3 Promille strafrechtlich geahndet werden.

Deshalb: Trinken Sie am besten gar keinen Alkohol, wenn Sie noch am Straßenverkehr teilnehmen möchten! Wenn Ihnen das nicht leicht fällt, können Sie hier testen, ob Ihr Alkoholkonsum noch im grünen Bereich liegt.

Eltern

Logo BSRauschfahrten sind nicht nur ein Thema von jungen Fahranfänger*innen. Regelmäßig setzen sich auch Erwachsene, Eltern angetrunken ans Steuer. „Es ist ja nur ein kurzer Weg“ und „Ich pass besonders auf“ sind Sätze, die in so einem Zusammenhang immer wieder fallen und über die eigentliche Gefahr hinwegtäuschen sollen. Junge Menschen orientieren sich auch hier am Verhalten der Eltern. Je nachdem wie diese mit dem Thema Konsum und Autofahren umgehen, kann dies für einen bewussten Umgang förderlich sein oder das Risiko deutlich steigern. Eltern für ihre Vorbildfunktion zu sensibilisieren ist Ziel von Elternveranstaltungen, die wir regelmäßig im Rahmen unseres Cannabispräventionsprojektes BLEIB STARK! BLEIB DU SELBST! durchführen.

Unter www.bleib-stark.com können Sie sich unmfassend informieren.

Fachkräfte

Das Thema Alkohol und illegale Drogen im Straßenverkehr bietet eine gute Möglichkeit mit Jugendlichen suchtpräventiv zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass hier viel Unwissenheit und Mythen bestehen, welche Folgen Konsum haben kann, sogar dann, wenn man noch gar nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.

SUCHT.HAMBURG unterstützt Fachkräfte und Einrichtungen dabei suchtpräventive Aktivitäten umzusetzen. Von Aktionstagen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit über Stadtteilfeste bis hin zu Fortbildungen über Inhalten und Methoden, wie sich suchtpräventive Aktivitäten umsetzen lassen. Sprechen Sie uns gern an! Kontakt

Sie wollen das Thema in ihrer Einrichtung aufgreifen, aber benötigen noch Materialien? Hier finden Sie unsere Angebote im Shop

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Am 20. und 21. Mai 2021 fand die sechsten Fachtagung zur Qualität in der Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erstmals online statt, deren Dokumentation nun veröffentlicht wurde. Dass auch zweitägige Konferenzen virtuell sehr gut gelingen können, belegte der überaus anregende und höchst interaktive Austausch im Rahmen der Tagung, an der 170 Personen teilnahmen. Die Tagung wurde in Kooperation mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein unter Federführung der Hamburger Fachstelle für Suchtfragen SUCHT.HAMBURG veranstaltet.

Eröffnet wurde die Tagung von der Hamburger Gesundheitssenatorin Dr. Melanie Leonhard, dem schleswig-holsteinischen Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg und dem kommissarischen Direktor der BZgA, Prof. Dr. Martin Dietrich. Das Tagungsprogramm war vielfältig, beginnend mit einem Impulsvortrag von Dr. Ekaterini Georgiadou und daran anschließenden Diskussionen zu aktuellen Themen und den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Suchtprävention beziehungsweise auf die Entstehung von Suchterkrankungen. Weitere Vorträge und Diskussionen am Nachmittag des 20. Mai und am Vormittag des 21. Mai wurden von insgesamt 15 überaus interessanten und lebhaften Workshops umrahmt, in denen unter anderem intensiv über die Wirksamkeit suchtpräventiver Angebote, neue Konzepte zur Prävention internetbasierter Störungen, Suchtprävention im Alter oder Cannabisprävention und zum integrierten Ansatz der Suchtprävention in den Niederlanden informiert und diskutiert wurde. Der zweite Konferenztag glänzte zudem mit einer regen Podiumsdiskussion, in der Michaela Goecke (BZgA), Prof. Dr. Reiner Hanewinkel (Institut für Therapieforschung Nord gGmbH), Andrea Hardeling (Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.), Jens Hupfeld (GKV-Spitzenverband), Gaby Kirschbaum (Bundesministerium für Gesundheit) und Knut Riemann (Schleswig-Holsteinischer Landkreistag) über die Folgen der Corona-Pandemie für die Suchtprävention und die Frage, wie diese gemeinsam bewältigt werden können, debattierten.

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Am 17. November 2021 fand die inzwischen zweite Jahrestagung im Onlineformat statt, die mit fast 100 Teilnehmenden in der Hamburger Fachöffentlichkeit und darüber hinaus großen Anklang fand.

Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede zeigen sich beim Konsum- und Suchtverhalten und wie kann vor diesem Hintergrund eine gendersensible Suchthilfe gelingen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer diesjährigen Tagung. Das Programm bot neben drei Impulsvorträgen im Hauptraum ausreichend Raum für Diskussionen in Form einer virtuellen Podiumsrunde sowie die Möglichkeit zu Kleingruppendiskussionen in einem „Praxischeck“ am Vormittag. Der Nachmittag widmete sich mit zwei Parallelsessions dem breiten Spektrum von Genderfragen und Sucht in insgesamt acht verschiedenen Workshops.

Die Web-Konferenz wurde mit einem Vortrag von Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt University of Applied Sciences eröffnet, der deutlich machte, dass sich die Ursachen für Substanzgebrauchsstörungen zwischen den Geschlechtern zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. In Hamburg ist gendersensibles Arbeiten in den Einrichtungen der Suchthilfe seit vielen Jahren fest verankert, bundesweit betrachtet sollte es unbedingt zur Regel und nicht, wie bisher, als „nice to have“ betrachtet werden. Denn Suchtarbeit kann nämlich nur dann effizient und erfolgreich sein, wenn sie zielgruppenspezifisch und lebensweltnah ist und sich an den individuellen Erfahrungen, Bedürfnissen und Ressourcen der Klient*innen orientiert, führte Prof. Dr. Stöver weiter aus.

Frau Dr. Brigitta Lökenhoff von der Landesfachstelle Frauen und Familie BELLA DONNA der Suchtkooperation NRW berichtete in ihrem Vortrag darüber, dass die Corona-Pandemie bei vielen Frauen mit Suchtproblemen als Krisenverstärker gewirkt hat. So erlebten viele Frauen seitdem (noch) häufiger Gewalt in Beziehungen, auch die materiellen Sorgen haben bei vielen von ihnen zugenommen. Das wahre Ausmaß der psychischen und emotionalen Schäden wird sich erst zeigen, wenn sich die Lebenssituationen der Klientinnen und die Arbeitsbedingungen für die Beratungsfachkräfte wieder „normalisiert“ haben, so die Einschätzung von Frau Dr. Lökenhoff.

Die beiden Inputs am Morgen wurden ergänzt von einer überaus lebhaften virtuellen Podiumsrunde mit Katrin Bahr (Condrobs München), Dietrich Hellge-Antoni (Fachabteilung Drogen und Sucht, Sozialbehörde FHH), Susanne Herschelmann (Kajal - Frauenperspektiven e.V. Hamburg), Cornelia Kost (4Be TransSuchtHilfe – Therapiehilfe gGmbH Hamburg), Birgit Landwehr (Frauenperspektiven e.V. Hamburg) und Prof. Dr. Heino Stöver (Frankfurt University of Applied Sciences).

Die Diskutant*innen machten in ihren Eingangsstatements deutlich, warum die geschlechtssensible Suchtarbeit und -prävention kein „nice to have“ sind, sondern essentiell für eine professionelle Suchtarbeit ist. Alle waren sich einig., dass die geschlechtsspezifischen Lebenswelten und damit verbundenen Herausforderungen ihrer Klient*innen immer und ausnahmslos in der Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen berücksichtigt werden müssen und zu häufig leider immer noch nicht der optimale Rahmen für eine geschlechtsspezifische Suchtberatung und -behandlung insbesondere für Frauen gesetzt wird.

Ein spannender Aspekt der Diskussion war die Debatte um Männlichkeit und Weiblichkeit als binäre Ordnungsprinzipien unserer Gesellschaft die gleichzeitig das Konsum- und Suchtverhalten prägen. So ist Männlichkeit zum Beispiel mit „Risikofreude“ konnotiert, Weiblichkeit etwa mit Selbstkontrolle. Menschen, die eine für ihr zugewiesenes Geschlecht „untypische“ Suchterkrankung entwickeln, werden zusätzlich stigmatisiert. Unter anderem deswegen trinken Frauen zum Beispiel häufig heimlich. Nicht-binäre Menschen kommen in dieser binären Ordnung meist gar nicht vor bzw. werden nicht mitgedacht. Hier besteht deutlicher Entwicklungsbedarf, nicht nur in der Suchthilfe sondern in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen, sowie im Bildungs- und anderen Hilfesystemen. Die offenen Diskussionspunkte wurden zum Teil im anschließenden Praxischeck weiter diskutiert

Nach der Mittagspause informierte Frau Dr. Monika Vogelgesang von der Median-Klinik Münchwies in ihrem Beitrag über Möglichkeiten der geschlechtssensiblen Therapie von Abhängigkeitserkrankungen. Sie verwies darauf, dass alkoholabhängige Frauen im Unterschied zu Männern häufiger heimlich trinken, insbesondere weil ihrem Konsum weniger Verständnis entgegengebracht wird und Alkoholabhängigkeit bei Frauen deutlich schambesetzter ist. In der frauenspezifischen Suchttherapie kommt es deshalb unter anderem darauf an, gesellschaftliche Normen – zum Beispiel hinsichtlich der Selbstwertdefinition von Frauen über das Aussehen, dem Streben nach „Perfektion“ oder der Erfüllung von Erwartungen anderer Menschen – zu hinterfragen und achtsam gegenüber eigenen Bedürfnissen zu sein.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden dann die Möglichkeit, sich in acht themenspezifischen Workshops auszutauschen, deren Zusammenfassung Sie hier herunterladen können.

Vorträge zum Download:

Prof. Dr. Heino Stöver - Gender und Sucht. Wie kann gendersensible Suchtarbeit gelingen?

Dr. Brigitta Lökenhoff - Suchtmittelkonsum und frauenbezogene Suchthilfe in der Pandemie

Dr. Monika Vogelgesang - Geschlechtspezifische Therapie von Abhängigkeitserkrankungen

Die Vortäge können auch auf unserem YouTube-Kanal angesehen werden

Liebe*r Leser*in,

hinter uns liegt ein überaus arbeitsreiches Jahr, in dessen Verlauf wir zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten mit großen Erfolg angestoßen und umgesetzt haben. Wir sind damit sehr zufrieden und einige der Aktivitäten sind auch in der 20. Ausgabe unseres Newsletters Mittelpunkt dokumentiert. Ein Highlight unseres Jahres war sicherlich die Jahrestagung GENDER.FRAU.SUCHT, deren ausführliche Zusammenfassung Sie gleich im Anschluss finden. Was war Ihr persönliches Highlight des Jahres?

Natürlich sind auch wir nach wie vor mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigt und vor allem die Arbeit in unmittelbar persönlichem Kontakt mit Menschen ist davon spürbar beeinträchtigt. Ich hoffe, dass Sie und Ihre Mitarbeitenden, Familien und Klient*innen die vergangene Zeit gut überstanden haben und dass Sie über die anstehenden Feiertage wieder Energie für das bevorstehende neue Jahr 2022 aufladen können.

Alles Gute und herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Dokumentation der Online-Jahrestagung "GENDER.FRAU.SUCHT. – Genderfragen in (Post-) Corona-Zeiten" am 17. November 2021

Am 17. November 2021 fand unsere inzwischen zweite Jahrestagung im Onlineformat statt, die mit fast 100 Teilnehmenden in der Hamburger Fachöffentlichkeit und darüber hinaus großen Anklang fand. Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede zeigen sich beim Konsum- und Suchtverhalten und wie kann vor diesem Hintergrund eine gendersensible Suchthilfe gelingen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Tagung. Das Programm bot neben drei Impulsvorträgen im Hauptraum ausreichend Raum für Diskussionen in Form einer virtuellen Podiumsrunde sowie die Möglichkeit zu Kleingruppendiskussionen in einem „Praxischeck“ am Vormittag. Der Nachmittag widmete sich mit zwei Parallelsessions dem breiten Spektrum von Genderfragen und Sucht in insgesamt acht verschiedenen Workshops.

Eröffnet wurde die Tagung nach einem Grußwort von Dr. Sigrun Bever, Fachabteilung Drogen und Sucht, Sozialbehörde Hamburg mit einem Vortrag von Prof. Dr. Heino Stöver, Frankfurt University of Applied Sciences. Prof. Dr. Stüber machte deutlich, dass sich die Ursachen für Substanzgebrauchsstörungen zwischen den Geschlechtern zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. In Hamburg ist gendersensibles Arbeiten in den Einrichtungen der Suchthilfe seit vielen Jahren fest verankert, bundesweit betrachtet sollte es unbedingt zur Regel und nicht, wie bisher, als „nice to have“ betrachtet werden. Denn Suchtarbeit kann nämlich nur dann effizient und erfolgreich sein, wenn sie zielgruppenspezifisch und lebensweltnah ist und sich an den individuellen Erfahrungen, Bedürfnissen und Ressourcen der Klient*innen orientiert, führte Prof. Dr. Stöver weiter aus.

Im zweiten Vortrag des Tages führte Dr. Brigitta Lökenhoff von der Landesfachstelle Frauen und Familie BELLA DONNA der Suchtkooperation NRW aus, dass die Corona-Pandemie bei vielen Frauen mit Suchtproblemen als Krisenverstärker wirkte. So erlebten viele Frauen seitdem (noch) häufiger Gewalt in Beziehungen, auch die materiellen Sorgen haben bei vielen von ihnen zugenommen. Das wahre Ausmaß der psychischen und emotionalen Schäden wird sich erst zeigen, wenn sich die Lebenssituationen der Klientinnen und die Arbeitsbedingungen für die Beratungsfachkräfte wieder „normalisiert“ haben, so die Einschätzung von Dr. Lökenhoff.

Ergänzt wurden die beiden Inputs am Morgen von einer anregenden virtuellen Podiumsrunde mit Katrin Bahr (Condrobs), Dietrich Hellge-Antoni (Fachabteilung Drogen und Sucht, Sozialbehörde), Susanne Herschelmann (Kajal - Frauenperspektiven e.V.), Cornelia Kost (4Be TransSuchtHilfe – Therapiehilfe gGmbH), Birgit Landwehr (Frauenperspektiven e.V.) und Prof. Dr. Heino Stöver (Frankfurt University of Applied Sciences). Die Diskutant*innen machten in ihren Eingangsstatements deutlich, warum die geschlechtssensible Suchtarbeit und -prävention essentiell für eine gelingende Behandlung sind. Alle waren sich einig, dass die geschlechtsspezifischen Lebenswelten und damit verbundenen Herausforderungen ihrer Klient*innen immer und ausnahmslos in der Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen berücksichtigt werden müssen, aber leider zu häufig nicht der optimale Rahmen für eine geschlechtsspezifische Suchtberatung und -behandlung - insbesondere für Frauen - gesetzt wird.

Nach der Mittagspause informierte Frau Dr. Monika Vogelgesang von der Median-Klinik Münchwies in ihrem Beitrag über Möglichkeiten der geschlechtssensiblen Therapie von Abhängigkeitserkrankungen. Sie verwies darauf, dass alkoholabhängige Frauen im Unterschied zu Männern häufiger heimlich trinken, insbesondere weil ihrem Konsum weniger Verständnis entgegengebracht wird und Alkoholabhängigkeit bei Frauen deutlich schambesetzter ist. In der frauenspezifischen Suchttherapie kommt es deshalb unter anderem darauf an, gesellschaftliche Normen – zum Beispiel hinsichtlich der Selbstwertdefinition von Frauen über das Aussehen, dem Streben nach „Perfektion“ oder der Erfüllung von Erwartungen anderer Menschen – zu hinterfragen und achtsam gegenüber eigenen Bedürfnissen zu sein. Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden dann die Möglichkeit, sich in acht themenspezifischen Workshops auszutauschen, deren Zusammenfassung Sie hier herunterladen können. Die Tagungsvorträge können hier heruntergeladen oder auf unserem YouTube-Kanal angesehen werden.

Digitaler Selbsthilfeabend zu Internetabhängigkeit und (digitalem) Glücksspiel am 27. Oktober

Am 27.Oktober 2021 veranstaltete SUCHT.HAMBURG einen digitalen Selbsthilfeabend zum Thema Internetabhängigkeit und digitales Glücksspiel, um noch stärker auf die Selbsthilfe aufmerksam zu machen, Hilfestrukturen aufzuzeigen und Betroffene miteinander zu vernetzen. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit KISS Hamburg durchgeführt und von der Techniker Krankenkasse Landesvertretung Hamburg unterstützt.

Maren Puttfarcken, Geschäftsführerin der Techniker Krankenkasse Landesvertretung Hamburg, eröffnete den Abend mit einem Grußwort zu Mediennutzungszeiten von Erwachsenen aus der hauseigenen Studie „Schalt mal ab, Deutschland!“. 75% der Erwachsenen im norddeutschen Raum sind der Studie zufolge dauerhaft online. Anschließend rückte Claudia Schröder von KISS Hamburg das Bild der Selbsthilfe ins rechte Licht und zeigte auf, dass die Selbsthilfe vielfältiger und bunter als ein vermeintlich trostloser Stuhlkreis ist, wie es in Filmen oder Serien manchmal dargestellt wird. Selbsthilfegruppen gibt es zu verschiedenen Themen und sie sind offen für jedes Alter. Wer auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe ist, findet bei KISS Hamburg Unterstützung.

Im Gespräch mit dem Gründer einer Selbsthilfegruppe für Computerspielsucht wurde über dessen Erfahrungen mit der Diagnose Computerspielabhängigkeit und dem Weg in die Selbsthilfe gesprochen. Seine Selbsthilfegruppe befindet sich derzeit noch in der Gründungsphase und ist offen für neue Mitglieder. Interessierte sind hier jederzeit herzlich willkommen. Die Selbsthilfegruppe Gamblers Anonymous (GA) blickt dahingegen bereits auf eine lange Tradition zurück. Mit der Schließung der Spielhallen im Zuge der Lockdowns habe das digitale Glücksspiel an Aufschwung gewonnen. Gleichzeitig wurde die Erreichbarkeit von Betroffenen deutlich erschwert, die Gruppentreffen der GAs finden wieder regelmäßig statt.

Abschließend gewährte Hubert Tepaß vom LUKAS Suchtselbsthilfezentrum Hamburg West einen Einblick in die Therapie von Computerspiel- und Glücksspielabhängigen, in der auch mit gemischten Therapiegruppen gearbeitet wird. Auch hier sind die Auswirkungen der Pandemie spürbar, die Therapiegruppen sind ausgelastet und es sei kein Ende der Nachfrage in Sicht.

Wir danken allen Aktiven und Teilnehmer*innen für einen gelungenen Abend der Selbsthilfe. Interessierte an der Selbsthilfe oder Selbsthilfegruppen können diese unter folgenden Kontaktdaten erreichen:

KISS Hamburg: https://www.kiss-hh.de/

Selbsthilfegruppe Computerspielsucht: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gamblers anonymous: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

24. Jahresbericht und Basisdaten zur Suchthilfe in Hamburg (BADO)

Wie häufig werden die Angebote von Hamburger Suchthilfeeinrichtungen in Anspruch genommen und welche Probleme und Fragestellungen stehen dabei im Vordergrund? Zuverlässige Antworten auf diese Fragen liefert seit nunmehr 24 Jahren der jährlich erscheinende Bericht „Basisdatendokumentation im Suchtbereich“, kurz BADO genannt, der im Oktober 2021 veröffentlicht wurde. Das diesjährige Schwerpunktthema widmet sich „Personen, die in den vergangenen neun Jahren das Hilfesystem erstmals aufsuchten“. Dabei werden die Zeiträume ‚2012-2014‘, ‚2015-2017‘ und ‚2018-2020‘ miteinander verglichen. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf neue Klient*innen in zuwendungsgeförderten Suchtberatungsstellen in Hamburg.

Mit Spannung erwartet wurde unter anderem auch die Frage, wie sich die Einschränkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage nach Suchtberatung und -hilfe auswirkten und wie das Suchthilfesystem mit den Herausforderungen umging. Da die Coronapandemie zu massiven Mobilitätseinschränkungen und einer Reduktion direkter Kontakte führte, waren Beratungen nur unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen möglich. Die Suchthilfe zeigte sich hier sehr kreativ und hielt ihre Angebote mit einem Wechsel zwischen persönlichem Gespräch und virtuellen Kontakten aufrecht. Die Angebote wurden weiterhin nachgefragt, so dass für das Jahr 2020 insgesamt 15.016 unterschiedlichen Personen dokumentiert wurden. Damit wurden in 2020 nur etwa 400 Personen weniger erreicht als im Jahr 2019 mit 15.435 Personen.

In 2020 suchten mit etwa 30 % die meisten Menschen wegen einer Alkoholproblematik Hilfe und Unterstützung in der Suchtberatung. Der Anteil der Opioidkonsumierenden liegt bei 24 % und ging im Vergleich zum Vorjahr mit 25 % leicht zurück. 19 %  der Hilfesuchenden waren wegen einer Cannabisproblematik in Behandlung, leicht gestiegen ist die Zahl der Konsument*innen Kokain mit 12 %, weitere 13 % weisen eine Glücksspielproblematik auf. (Quelle und weitere Informationen BADO e.V. Martens, M., Neumann-Runde E. (2021). Suchthilfe in Hamburg Statusbericht der Hamburger Basisdatendokumentation 2020; Herausgeber: BADO e.V.; abrufbar unter www.bado.de)

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Relaunch der Webseite www.bleib-stark.com

Vor inzwischen sieben Jahren wurden mit BLEIB STARK! BLEIB DU SELBST! zahlreiche Aktivitäten zur Cannabisprävention in Hamburg initiiert und über die Jahre weiterentwickelt. Auch und gerade weil bundesweit derzeit Diskussionen über eine Regulierung der Abgabe von Cannabis für Erwachsene geführt werden, ist die Prävention von Cannabiskonsum bei Jugendlichen in Hamburg präsent und nachgefragt. Vor diesem Hintergrund wurde die Internetseite www.bleib-stark.com von SUCHT.HAMBURG vor kurzem grundlegend überarbeitet. Die Webseite richtet sich an 14- bis unter 18-Jährige Jugendliche in Hamburg. Auf der Webseite werden die wichtigsten Fragen zum Thema Cannabis authentisch und werturteilsfrei beantwortet. Ergänzt wird das Informationsangebot unter anderem von dem Social Media Kanal @bleibstarkhh via Instagram, um junge Menschen auch über diesen Kanal zu erreichen und anzusprechen.

Bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Vom 13. bis 19. Februar 2022 findet die inzwischen 13. bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien statt. In Deutschland wachsen fast 3 Mio. Kinder und Jugendliche mit einem suchtkranken Elternteil auf. Die häufigste Suchterkrankung stellt dabei die Alkoholabhängigkeit eines oder beider Elternteile dar. Jedes sechste Kind lebt zeitweilig in einer alkoholbelasteten Familie.

Ziel der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien (COA-Aktionswoche) ist es, die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Medien auf die Kinder zu richten, die in Deutschland unter einem Suchtproblem ihrer Eltern leiden. Initiatoren der COA-Aktionswoche sind NACOA Deutschland und Such(t)- und Wendepunkt e.V. aus Hamburg. Auch wir (SUCHT.HAMBURG) sind in der COA-Aktionswoche wieder mit unterschiedlichen Aktionen aktiv. Ausführliche Informationen unter www.coa-aktionswoche.de

Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)

Im November wurde der sogenannte REITOX-Bericht der DBDD veröffentlicht, der einen vollständigen Überblick über das Konsumverhalten zu illegalen Drogen in Deutschland bietet. Im diesjährigen Bericht werden mehrere Studien zum Konsum von Cannabis und anderen illegalen Substanzen während der Corona-Pandemie vorgestellt. Es zeigt sich ein uneinheitliches Bild: die Auswirkungen der Pandemie unterscheiden sich je nach Lebenssituation und vorherigem Konsumverhalten. Die Corona-Pandemie hat in Deutschland auch Auswirkungen auf das Suchthilfesystem. Auch wenn keine repräsentativen Daten zu der Situation des Suchthilfesystems verfügbar Hamburg sind, geht aus Umfragen hervor, dass unter anderem Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen dazu führten, dass Beratungs- und Behandlungsangebote nur noch reduziert und/oder eingeschränkt möglich waren. Online-Angebote wurden, wo möglich, ausgebaut, um die Betroffenen weiterhin unterstützen zu können. Mehr Informationen und Quelle: https://www.drogenbeauftragte.de/presse/detail/dbdd-bericht-zur-situation-illegaler-drogen-erschienen-1/ und www.dbdd.de

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Grundlagen der Suchtprävention II - Web-Seminar am 21. Januar 2022 Mehr Informationen und Anmeldung

Persönlichkeitsstörungen mit Berücksichtigung des Gender-Aspekts am 27. Januar 2022 Mehr Informationen und Anmeldung

Essstörungen im Jugendalter. Prävention und Intervention im Kontext Schule am 10. Februar 2022 Mehr Informationen und Anmeldung

Aufwachsen mit alkoholbelasteten Eltern – Grundlagenfortbildung am 16. Februar 2022 Mehr Informationen und Anmeldung

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft – Web-Seminar am 3. März 2022 Mehr Informationen und Anmeldung

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen - Online-Seminar zu den Ursachen von Essstörungen am 3. März 2022 Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

COA-Aktionswoche 2022 vom 13. bis 19. Februar 2022 Mehr Informationen

Save the Date: Kongress Armut und Gesundheit – Was jetzt zählt vom 22. bis 24. März 2022 digital Mehr Informationen

43. fdr+sucht+kongress zum Thema “SUCHT im Netzwerk” am 2. und 3. Mai 2022 Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche Alkohol vom 14. bis 22. Mai 2022 Mehr Informationen

Save the Date: Suchttherapietage „Warum erreichen wir die Zielgruppen nicht: Unpassende Angebote oder Krankheitsimmanent?“ online vom 7. bis 9. Juni 2022 Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 24. Januar 2022

AK Vielfalt 27. Januar 2022

AK Enter 2. Februar 2022

AK Sucht.Jugend 9. Februar 2022

FASD-Netzwerktreffen 27. April 2022

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

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SUCHT.HAMBURG gGmbH
Hamburger Sparkasse
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V.i.S.d.P.: Christiane Lieb