COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien 2021

Jedes Jahr im Februar findet die COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt (www.coa-aktionswoche.de), die von NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V. veranstaltet wird (www.nacoa.de). Pandemiebedingt fanden die meisten Veranstaltungen in diesem Jahr in einem digitalen Format statt.

Sucht.Hamburg war mit drei jeweils zweistündigen Online-Veranstaltungen an der Aktionswoche beteiligt.

Den Auftakt bildete am 15.2.2021 die gemeinsam mit dem Projekt „A: aufklaren. Expertise und Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ durchgeführte Veranstaltung „Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern?“. Es nahmen 77 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet an der Veranstaltung teil. Nach einer kurzen thematischen Einführung zu Zahlen und Fakten zum Thema Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern durch die beiden Veranstalterinnen, Dr. Anke Höhne (Sucht.Hamburg) und Juliane Tausch (Projekt A: aufklaren) gaben sechs Hamburger Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern (Psychiatrie, Suchttherapie, Gruppenangebot für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern, sozialpädagogische Familienhilfe in alkoholbelasteten Familien, Kinderschutz und Sucht- und Drogenpolitik) jeweils einen Input zu der Leitfrage der Veranstaltung. Nach einer kurzen Diskussionsrunde mit Rückfragen an die Inputgeber*innen ging es in digitalen Kleingruppen weiter mit dem Thema der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kindern von sucht- und psychisch erkrankten Eltern.

Einig waren sich sowohl die eingeladenen Expert*innen als auch die Teilnehmer*innen darin, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, wenngleich Menschen mit einer Suchterkrankung noch immer mit einer höheren Stigmatisierung in der Gesellschaft rechnen müssen. Deutlich wurde auch, das in der Erwachsenenpsychiatrie anders als in der Suchtberatung und –therapie die Kinder der Hilfesuchenden noch nicht regelhaft einbezogen und damit mit ihren Belastungen noch immer häufiger übersehen werden. Wichtig wären niedrigschwellige und flexible Angebote für die betroffenen Kinder und Jugendlichen.

Weiter ging es am 16.2.2021 mit einer Veranstaltung zum Thema „Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie. Mit Kindern über die elterliche Suchtbelastung ins Gespräch kommen“, an der 48 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den zwei Hamburger Einrichtungen Such(t)- und Wendepunkt e.V. – Hilfe für alkoholbelastete Familien (www.suchtundwendepunkt.de) und der Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern (https://kompass-hamburg.de/) statt. Nach einem Input zur Lebenssituation von Kindern in suchtbelasteten Familien durch Katharina Balmes (Such(t)- und Wendepunkt) stellte Carolin Hagenguth (Kompaß) Kinderbücher als Türöffner um mit Kindern alkoholkranker Eltern ins Gespräch zu kommen, vor. Den Hauptteil der Veranstaltung bildeten dann die jeweils ca. 5-minütigen Buchvorstellungen, die abwechselnd von den Mitarbeiterinnen der beteiligten Einrichtungen anhand von Abbildungen aus den vorgestellten Büchern präsentiert wurden. Die Altersspanne der neun vorgestellten Kinderbücher lag bei 3-10 Jahre. Die Bücher umfassten neben einer elterlichen Suchtbelastung, einem von einer fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) betroffenen Schulkind auch die Thematik einer psychischen Erkrankung eines Elternteils sowie die Vorstellung des Ansatzes gewaltfreier Kommunikation für Kinder. In einer kurzen digitalen Kleingruppenarbeitsphase setzten sich die Fachkräfte, die v.a. aus dem Bereich Schulsozialarbeit, Suchtberatung, Suchtprävention und Kita kamen, mit drei Fragen auseinander: Wie könnte man mit einem Kinderbuch zum Thema elterliche Suchtbelastung im eigenen Arbeitsfeld arbeiten? Inwiefern kann man die vorgestellten Bücher auch dafür nutzen um mit Eltern ins Gespräch zu kommen? Welche Bücher wurden schon genutzt und was hat gut funktioniert?

Am 18.2.2021 stellten wir mit „Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Ein Netzwerk stellt sich und seine Arbeitsweise“ ein Projekt vor, das seit fast 20 Jahren in verschiedenen Hamburger Bezirken aktiv ist. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet teil.

Unsicherheit von Fachkräften im Umgang mit Kindern aus suchtbelasteten Familien führte 2003 in Hamburg zur Entwicklung von „connect - Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien“. Die Grundidee von connect - Fachkräfte aus verschiedenen Arbeitsfeldern, die beruflich mit Kindern und deren Familien befasst sind, vernetzen sich arbeitsfeldübergreifend vor Ort in ihrem Sozialraum unter Zuhilfenahme von bestehenden Hilfsangeboten – prägt auch heute noch die Arbeitsweise dieses Fachkräftenetzwerks. Connect gibt es aktuell in vier Hamburger Bezirken. Regelmäßig treffen sich die Netzwerkmitglieder zu anonymisierten Fallbesprechungen, Fortbildungen und einem Jahrestreffen. Ein Ziel von connect ist die Sensibilisierung für das Thema gerade auch für „suchtfremde“ Arbeitsfelder wie z.B. Kita und Schule. Kinder aus suchtbelasteten Familien werden so aus dem Schatten geholt.

Nach einer Vorstellung der Entstehung von connect, der Arbeitsweise und der connect-Struktur in Hamburg durch die verantwortliche Gesamtkoordinatorin von connect, Dr. Anke Höhne, berichteten die connect-Koordinator*innen aus drei Hamburger connect-Netzwerken (Ulrike Bohm – Harburg, Thule Möller – Osdorf-Lurup und Matthias Weser – Billstedt-Horn) von den Aufgaben der Koordinator*innen, den Besonderheiten in den Stadtteilen. Ria Hankemann (Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern), die connect von Anfang an als Moderatorin des Herzstücks von connect, den Fallberatungen, begleitet, stellte die Aufgaben der Moderation, typische Methoden und die Vorgehensweise bei den Fallberatungen vor. In einem offenen Diskussionsformat war anschließend ausreichend Zeit die Fragen der Fachkräfte aus anderen Bundesländern zu connect zu beantworten.

Weiterführende Informationen zu connect finden Sie hier:

https://www.sucht-hamburg.de/hilfe/hilfe-projekte/connect

https://www.lina-net.de/info/angebote-fuer-fachkraefte (Kontaktdaten der connect-Koordinator*innen)

https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/connect/ (Projektbeschreibung)

Neue Empfehlungen für die Praxis suchtpräventiver Fach- und Leitungskräfte sowie von Entscheidungsverantwortlichen

Bereits im Jahr 2014 wurde als Ergebnis einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Klausurwoche von Expert*innen das „Kölner Memorandum zur Evidenzbasierung in der Suchtprävention“ veröffentlicht. Davor und danach gab es vielfältige, teils kontroverse Diskussionen über Möglichkeiten und Grenzen einer evidenzbasierten suchtpräventiven Praxis in der in Deutschland.

Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wurden vor kurzem in einem Forschungsprojekt des Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der Katholischen Hochschule (KatHo) NRW, Abt. Köln, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg (ISD) Empfehlungen für die erfolgreiche Gestaltung nachhaltig wirksamer Suchtprävention erarbeitet. Diese Empfehlungen sollen und können das Kölner Memorandum 2014 nicht ersetzen, sondern als praxisorientierte Handlungsanleitungen helfen, die Qualität der Suchtprävention zu sichern und eine evidenzbasierte Suchtprävention in Deutschland zu etablieren.

Die Empfehlungen sind unter enger Einbeziehung von Fach- und Leitungskräften aus der suchtpräventiven Praxis entstanden. Aufgrund des unterschiedlichen Perspektiv- und Anwendungsspielraums wurden Empfehlungen sowohl für Fach-/Leitungskräfte in der praktischen Arbeit der Suchtprävention als auch für Entscheidungsverantwortliche in Leitungspositionen von Trägern und Verbänden, in der Politik usw. entwickelt. (Quelle: Pressemitteilung 15.9.20 von Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tanja Hoff, KatHO NRW, und Dipl.-Psych. Hermann Schlömer, ISD Hamburg)

Die Empfehlungen stehen u.a. unter www.isd-hamburg.de/evidenzbasierte-suchtpraevention zum Download zur Verfügung.

Liebe*r Leser*in,

seit genau einem Jahr steht unser Leben inzwischen im Zeichen der Auswirkungen des Corona-Virus. An einige Veränderungen hat sich ein Teil von uns gewöhnt oder kann damit umgehen, dies trifft jedoch nicht auf alle zu. Zum Beispiel nicht auf Kinder und Jugendliche, Menschen die ihren Job verloren haben, in Kurzarbeit sind oder direkt gesundheitlich und/oder psychosozial von der SARS-CoV-2-Pandemie betroffen sind. Inzwischen gibt es nahezu täglich Meldungen zu Studienergebnissen, die die negativen Auswirkungen der Pandemie unter anderem auf die psychische Gesundheit belegen. Es bleibt zu hoffen, dass die Impfungen uns möglichst bald eine Rückkehr zu mehr sozialem Miteinander ermöglichen und wir die Folgen der Pandemie möglichst gut gemeinsam bearbeiten und bewältigen können.

Ich wünsche Ihnen eine abwechslungsreiche Lektüre unseres Newsletters, der wie üblich Informationen zu aktuellen Entwicklungen in der Suchthilfe und Suchtprävention in Hamburg und darüber hinaus für Sie bereithält.

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien 2021

Digitales Präventionsprogramm Wie jedes Jahr fand im Februar die COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien www.coa-aktionswoche.de statt. Pandemiebedingt fanden die meisten Veranstaltungen in diesem Jahr in einem digitalen Format statt. SUCHT.HAMBURG war mit drei jeweils zweistündigen Online-Veranstaltungen an der Aktionswoche beteiligt.

Den Auftakt bildete am 15. Februar die gemeinsam mit dem Projekt „A: aufklaren. Expertise und Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ durchgeführte Veranstaltung „Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern?“, an der 77 Menschen teilnahmen. Nach einer kurzen thematischen Einführung zu Zahlen und Fakten zum Thema Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern durch die beiden Veranstalterinnen, Dr. Anke Höhne (SUCHT.HAMBURG) und Juliane Tausch (Projekt A: aufklaren) gaben sechs Hamburger Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern (Psychiatrie, Suchttherapie, Gruppenangebot für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern, sozialpädagogische Familienhilfe in alkoholbelasteten Familien, Kinderschutz und Sucht- und Drogenpolitik) jeweils einen Input zu der Leitfrage der Veranstaltung. Nach einer kurzen Diskussionsrunde mit Rückfragen an die Inputgeber*innen ging es in digitalen Kleingruppen weiter mit dem Thema der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kindern von sucht- und psychisch erkrankten Eltern.

Einig waren sich sowohl die eingeladenen Expert*innen als auch die Teilnehmer*innen darin, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, wenngleich Menschen mit einer Suchterkrankung noch immer mit einer höheren Stigmatisierung in der Gesellschaft rechnen müssen. Deutlich wurde auch, dass in der Erwachsenenpsychiatrie anders als in der Suchtberatung und –therapie die Kinder der Hilfesuchenden noch nicht regelhaft einbezogen und damit mit ihren Belastungen noch immer häufiger übersehen werden.

Weiter ging es einen Tag später mit einer Veranstaltung zum Thema „Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie. Mit Kindern über die elterliche Suchtbelastung ins Gespräch kommen“, an der 48 Personen teilnahmen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den zwei Hamburger Einrichtungen Such(t)- und Wendepunkt e.V. – Hilfe für alkoholbelastete Familien (www.suchtundwendepunkt.de) und der Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern (https://kompass-hamburg.de/) statt.

Den Hauptteil der Veranstaltung bildeten die jeweils ca. 5-minütigen Buchvorstellungen, die abwechselnd von den Mitarbeiterinnen der beteiligten Einrichtungen anhand von Abbildungen aus den vorgestellten Büchern präsentiert wurden. Die Altersspanne der neun vorgestellten Kinderbücher lag bei 3-10 Jahre. Die Bücher umfassten neben einer elterlichen Suchtbelastung, einem von einer fetalen Alkoholspektrumsstörung (FASD) betroffenen Schulkind auch die Thematik einer psychischen Erkrankung eines Elternteils sowie die Vorstellung des Ansatzes gewaltfreier Kommunikation für Kinder.

In einer kurzen digitalen Kleingruppenarbeitsphase setzten sich die Fachkräfte, die v.a. aus dem Bereich Schulsozialarbeit, Suchtberatung, Suchtprävention und Kita kamen, mit drei Fragen auseinander: Wie könnte man mit einem Kinderbuch zum Thema elterliche Suchtbelastung im eigenen Arbeitsfeld arbeiten? Inwiefern kann man die vorgestellten Bücher auch dafür nutzen um mit Eltern ins Gespräch zu kommen? Welche Bücher wurden schon genutzt und was hat gut funktioniert?

Am 18. Februar stellten wir in der Veranstaltung „Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Ein Netzwerk stellt sich und seine Arbeitsweise“ ein Projekt vor, das seit fast 20 Jahren in verschiedenen Hamburger Bezirken aktiv ist. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmer*innen teil.

Nach einer Vorstellung der Entstehung von connect, der Arbeitsweise und der connect-Struktur in Hamburg durch die verantwortliche Gesamtkoordinatorin von connect, Dr. Anke Höhne, berichteten die connect-Koordinator*innen aus drei Hamburger connect-Netzwerken (Ulrike Bohm – Harburg, Thule Möller – Osdorf-Lurup und Matthias Weser – Billstedt-Horn) von den Aufgaben der Koordinator*innen, den Besonderheiten in den Stadtteilen. Ria Hankemann (Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern), die connect von Anfang an als Moderatorin des Herzstücks von connect, den Fallberatungen, begleitet, stellte die Aufgaben der Moderation, typische Methoden und die Vorgehensweise bei den Fallberatungen vor. In einem offenen Diskussionsformat war anschließend ausreichend Zeit die Fragen der Fachkräfte aus anderen Bundesländern zu connect zu beantworten.

Weiterführende Informationen zu connect finden Sie hier: https://www.sucht-hamburg.de/hilfe/hilfe-projekte/connect

„Familien (achtsam) stärken“

Das Programm „Familien (achtsam) stärken“ des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zielt darauf ab, das alltägliche Miteinander in Familien positiver und konfliktfreier zu gestalten. Konkret werden Kinder und Jugendliche zum Beispiel im Umgang mit Stress und Gruppendruck gestärkt. Eltern wiederum erhalten praktische Erziehungstipps. Insgesamt wird die ganze Familie darin unterstützt, gut miteinander zu kommunizieren und gemeinsam Ziele zu erreichen. Hintergrund des Projektes sind die Prävention von Suchtstörungen und psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sowie die Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung. Das Projekt wird gemeinsam mit der Medical School Hamburg angeboten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Im Rahmen einer parallellaufenden Studie wurde die ursprünglich aus den USA stammende, evidenzbasierte Standardversion des Präventionsprogramms nun digitalisiert und um achtsamkeitsbasierte Elemente erweitert. Achtsamkeitsbasierte Maßnahmen werden zur Förderung der psychischen Gesundheit und der Prävention psychischer Erkrankungen als sehr vielversprechend angesehen.

Es besteht aktuell die Möglichkeit der Teilnahme an einem kostenlosen Präventionskurs für mindestens ein Elternteil mit einem Kind im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Der Kurs besteht aus sieben wöchentlichen Sitzungen, die von ausgebildeten Trainer*innen live vor dem Bildschirm durchgeführt werden. An jeder Sitzung nehmen mehrere Familien gleichzeitig teil, wobei es Jugend-, Eltern- und Familiensitzungen gibt.  Kursteilnehmer*innen erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von insgesamt 150 Euro für die vollständige Teilnahme. Zusätzlich besteht das Angebot 2-mal nach dem Kurs gemeinsam online zu Kochen. Die Familien erhalten dafür Rezepte sowie Gutscheine für den Einkauf der notwendigen Zutaten.

Interessierte Familien können sich ab sofort unter www.familien-staerken.info informieren und unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden.

Nachhaltig wirksame Suchtprävention – Empfehlungen für die Praxis suchtpräventiver Fach- und Leitungskräfte sowie von Entscheidungsverantwortlichen

Bereits im Jahr 2014 wurde als Ergebnis einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Klausurwoche von Expert*innen das „Kölner Memorandum zur Evidenzbasierung in der Suchtprävention“ veröffentlicht. Davor und danach gab es vielfältige, teils kontroverse Diskussionen über Möglichkeiten und Grenzen einer evidenzbasierten suchtpräventiven Praxis in der in Deutschland.

Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wurden vor kurzem in einem Forschungsprojekt des Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der Katholischen Hochschule (KatHo) NRW, Abt. Köln, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg (ISD) Empfehlungen für die erfolgreiche Gestaltung nachhaltig wirksamer Suchtprävention erarbeitet. Diese Empfehlungen sollen und können das Kölner Memorandum 2014 nicht ersetzen, sondern als praxisorientierte Handlungsanleitungen helfen, die Qualität der Suchtprävention zu sichern und eine evidenzbasierte Suchtprävention in Deutschland zu etablieren.

Die Empfehlungen sind unter enger Einbeziehung von Fach- und Leitungskräften aus der suchtpräventiven Praxis entstanden. Aufgrund des unterschiedlichen Perspektiv- und Anwendungsspielraums wurden Empfehlungen sowohl für Fach-/Leitungskräfte in der praktischen Arbeit der Suchtprävention als auch für Entscheidungsverantwortliche in Leitungspositionen von Trägern und Verbänden, in der Politik usw. entwickelt. (Quelle: Pressemitteilung 15.9.20 von Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tanja Hoff, KatHO NRW, und Dipl.-Psych. Hermann Schlömer, ISD Hamburg)

Die Empfehlungen stehen u.a. unter www.isd-hamburg.de/evidenzbasierte-suchtpraevention zum Download zur Verfügung.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

23. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg

Am 21. Dezember 2020 wurde der 23. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg veröffentlicht. Über 15.400 Personen suchten demnach in 2019 eine ambulante Suchthilfeeinrichtung auf, mehr Menschen als in den Vorjahren. Zurückgegangen ist jedoch der Anteil der hilfesuchenden Frauen, lediglich 27 Prozent aller Klient*innen sind Frauen und damit weniger als in den Vorjahren.

Fast zwei Drittel der Klient*innen nennen Alkohol als Hauptdroge, gut ein Drittel Cannabis und etwa jede ein Viertel nannte Kokain bzw. Opioide/Heroin als Hauptdroge. Amphetamine, Crack, Sedativa wurden von weniger als 10 % konsumiert, 8 % weisen eine Glücksspielproblematik auf.

In einer Schwerpunktauswertung widmet sich der BADO-Bericht auch den biographischen und psychosozialen Belastungen der Klientel. Fast die Hälfte aller Klient*innen ist in suchtbelasteten Haushalten aufgewachsen. Ein Fünftel aller Klient*innen berichtete von früheren Fremdunterbringungen in öffentlicher Erziehung. Zwei Drittel der Frauen und etwa 60 % der Männer sind Opfer schwerer körperliche Gewalt. Gut die Hälfte der Frauen berichtete von sexuellen Gewalterfahrungen. Quelle und ausführliche Informationen https://www.bado.de/

ZEITUNG für Suchtprävention

Im Januar ist die 53. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. Themen sind Interview mit der neuen Gesundheitssenatorin, ein Corona-Spezial und die Suchtberatungsstelle "Die Boje" im Fokus. Die ZEITUNG kann in unserem Shop unter www.sucht-hamburg.de heruntergeladen oder bestellt werden.

grundrauschen: Sucht – Flucht – Jungenarbeit

Die lag Jungenarbeit NRW hat die Methodentasche "grundrauschen: Sucht – Flucht – Jungenarbeit" entwickelt, bei der es sich um ein spielbasiertes Material- und Methodenset für die niederschwellige Thematisierung von Rausch und Drogen mit jugendlichen Gruppen handelt.

Das Praxismaterial beinhaltet insgesamt 13 Methoden der Suchtpräventionsarbeit, verbunden durch ein Spielkonzept. Die Inhalte wurden mit Blick auf die Themen Fluchterfahrung und (männliches*) Geschlecht entwickelt. Sie können aber problemlos und unverändert auch für die Präventionsarbeit mit allen Zielgruppen der Jugendarbeit verwendet werden. Mehr Informationen unter: www.lagjungenarbeit.de/praxismaterial/grundrauschen

Medikamente, Alkohol, Tabak: Drei neue S3-Leitlinien

Im Januar wurden im Rahmen einer Pressekonferenz die neuen S3-Leitlinien von der DGPPN und DG-Sucht gemeinsam mit der Drogenbeauftragten des Bundes vorgestellt. Die neuen Leitlinien beinhalten neueste evidenzbasiertes Erkenntnisse, Empfehlungen für frühe Interventionen, erprobte Behandlungsstandards und zielgerichtete Suchtrehabilitation. Die Leitlinien und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Konsumverhalten

In den letzten Wochen und Monaten wurden immer mehr Studienberichte veröffentlicht, die sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf der Konsumverhalten der Bevölkerung beschäftigten. So zeigt zum Beispiel die Studie von Ekaterini Georgiadou et al., dass mit Beginn der Ausgangseinschränkungen mit 37,4 % für Alkohol und 42,7 % für Tabak ein nicht unerheblicher Anteil aller Studienteilnehmer im Lockdown mehr trinkt und/oder raucht als zuvor.

Personen, die ihre Tagesstruktur weitgehend durch die berufliche Beschäftigung beibehalten konnten, scheinen weniger von einem erhöhten Konsum von Alkohol und Tabak betroffen zu sein. Hingegen scheinen besonders diejenigen Personen gefährdet zu sein, die vor Beginn der Ausgangseinschränkungen regelmäßig Alkohol konsumiert haben. Ausführliche Informationen unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/214451/Alkohol-und-Rauchen-Die-COVID-19-Pandemie-als-idealer-Naehrboden-fuer-Suechte

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Corona - Pausentaste für die betriebliche Suchtprävention? Online-Informationsveranstaltung und Austauschforum für Akteur*innen aus der betrieblichen Suchtprävention am 31. März. Mehr Informationen und Anmeldung

Essenslust und Körperfrust - Ein Lernarrangement zur Prävention von Essstörungen für die Jahrgangsstufen 7 - 9 am 6. April Mehr Informationen und Anmeldung

Dissozialität und Drogenkonsum - Schwerpunkt: Lebenswelt 'Jugendstrafvollzug. Webseminar am 8. April Mehr Informationen und Anmeldung

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen. Webseminar am 15. April Mehr Informationen und Anmeldung

Kita MOVE - Heikle Themen ansprechen Veränderung ermöglichen. Dreitägige Präsenz-Fortbildung am 19. und 26. April sowie 3. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Basiscurriculum Jugend und Sucht 2021 - 2023. Online-Auftaktveranstaltung am 23. April. Mehr Informationen und Anmeldung

Flaschenpost und Dosenmonster - Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie. Webseminar am 27. April Mehr Informationen und Anmeldung

Body2Brain CCM® Methode- Fortbildungsreihe ab dem 14. Juni. Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

42. fdr+sucht+kongress „Update Konsum – Upgrade Hilfe“ des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. am 3. und 4. Mai 2021 digital Mehr Informationen

25. Suchttherapietage „Veränderte Gesellschaft, veränderte Sucht: Therapie und Prävention wie gehabt?“ vom 10. bis 12. Mai als Online-Kongress Mehr Informationen

17. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag vom 18. bis 20. Mai 2021 digital Mehr Informationen

6. Einladungstagung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Qualität in der Suchtprävention 20. und 21. Mai 2021 digital Mehr Informationen

DHS Sucht-Selbsthilfe Konferenz vom 28. bis 29. Mai 2021 digital Mehr Informationen

Gemeinsamer Suchtkongress des Fachverbands Sucht und des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. Hybridveranstaltung vom 23. bis 25. Juni 2021 in Münster Mehr Informationen

Save the Date: Deutscher Suchtkongress 2021 vom 13. bis 15. September in Berlin. Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

Unsere Gremien finden aufgrund der Sars-Cov-2-Pandemie weiterhin als Online-Meetings statt. Bitte beachten Sie die jeweilige Ankündigung auf unserer Webseite.

AK Vielfalt 18. März 2021

AK Enter 25. März.

AK Sucht.Jugend 14. April 2021

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 19. April 2021

FASD-Netzwerktreffen 21. April 2021

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine