Liebe Leserin, lieber Leser,
Digitalisierung ist im Jahr 2019 DAS zentrale Thema der zahlreichen Fachveranstaltungen und Tagungen in der Suchthilfe und Suchtprävention, in Hamburg und bundesweit. Im Suchthilfesystem wurde die Digitalisierung bislang vor allem in Bezug auf ihre Auswirkungen auf Abhängigkeitserkrankungen betrachtet: Computerspielsucht, Internetabhängigkeit, Online-Poker usw., also Probleme, die durch die sogenannte disruptive (das Nutzungsverhalten vollständig ändernde) Innovation, entstehen. Natürlich nutzen auch die allermeisten Beratungsstellen das Internet zum Beispiel zur Darstellung ihrer Leistungen, doch „das Internet“ ist für einige doch eher ein ungeliebtes Kind, das einem Zeit raubt, die man doch besser für die Beratung der Klient*innen nutzen könnte.

Die technologische wie auch demografische Entwicklung macht jedoch sehr deutlich, dass sich die Suchthilfe und-prävention den Möglichkeiten der Digitalisierung noch mehr öffnen muss. Insbesondere im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention, aber auch im Bereich der Therapie sind inzwischen eine Vielzahl „kommerzieller“ Anbieter den öffentlich geförderten Fach- und Beratungsstellen einige Schritte voraus. Wir hoffen, dass die vielen spannenden Veranstaltungen und Initiativen in diesem Jahr dazu beitragen werden, einen konstruktiven und zukunftsgerichteten Diskurs zu den Möglichkeiten, aber natürlich auch Grenzen digitaler Suchthilfeangebote zu führen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Zeit und interessante Veranstaltungen!

Herzliche Grüße

Christiane Lieb
Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Interaktiver Selbsttest bei exzessivem Medienkonsum

Um zu erkennen, ob das eigene Konsum-, Spiel- oder Nutzungsverhalten noch im grünen Bereich liegt oder in eine Sackgasse führt, ist meist eine Rückmeldung von außen wichtig – zum Beispiel durch ein Gespräch in einer Beratungsstelle. Eine weitere gute Möglichkeit, schnell eine Einschätzung zu bekommen, sind interaktive Selbsttests. SUCHT.HAMBURG bietet solche - selbstverständlich anonyme und kostenfreie – Selbsttests auf den Internetseiten www.automatisch-verloren.de, www.rauschbarometer.de sowie www.webfehler-hamburg.de an und Interessierte können damit ihr Glücksspiel-, Alkoholkonsumverhalten sowie ihren Umgang mit Medien testen.

Ein problematisches Verhalten entwickelt sich in der Regel schleichend, viele kennen das vielleicht von ihrer eigenen Mediennutzung. Denn ein ausgewogener und selbstbestimmter Umgang mit dem Internet stellt heutzutage nicht nur für Jugendliche eine Herausforderung dar, sondern auch immer mehr Erwachsene signalisieren einen Kontrollverlust. 64 Prozent haben das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden und sogar ein Drittel der befragten 18-24-Jährigen fürchten bereits „internetabhängig“ zu sein, so eine aktuelle Studie des Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet.

Wann also ist Zeit abzuschalten? Dazu haben Interessierte auf unserem Online-Angebot „Time to Balance“ unter www.webfehler-hamburg.de seit kurzem die Möglichkeit, mit einem Selbsttest eine erste Einschätzung ihrer Mediennutzung zu erhalten. Ein weiterer Test gibt verunsicherten Eltern eine Rückmeldung, ob ihre Tochter/ihr Sohn bereits zu hohe Bildschirmzeiten hat. Neben dem Selbsttest können sich Hilfesuchende auf der Online-Plattform informieren, eine für sie passende Beratungsoption wählen, um sich direkt mit einer Fachperson oder anderen Betroffenen in Verbindung zu setzen. Gerade vor dem Hintergrund stetig neuer Angebote im Netz, die Eltern immer wieder vor neue Herausforderungen stellen, können sie hier zeitnah und niedrigschwellig Tipps und Hilfestellungen bekommen, bevor sich Probleme im Familienalltag verfestigen.

Rauschbarometer - Rat und Hilfe rund um Alkohol, Drogen und Sucht in Hamburg

Unser Internetangebot Rauschbarometer ist im Jahr 2018 gefördert von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg vollständig überarbeitet und neugestaltet worden und bietet Rat und Hilfe für alle, die sich über den eigenen Konsum oder das eigene Verhalten Sorgen machen.

Unter www.rauschbarometer.de finden von Suchtproblemen betroffene Menschen oder deren Angehörige schnell und einfach Informationen zur nächstgelegenen Suchtberatungsstelle in Hamburg. In einer der 13 allgemeinen suchtmittelübergreifend beratenden Einrichtungen in Hamburg lässt sich dann in einem ersten Gespräch kostenlos und auf Wunsch auch anonym abklären, ob Handlungsbedarf besteht. Diese Suchtberatungsstellen sind regional verankert und arbeiten mit vielen weiteren Hilfeangeboten im Umfeld zusammen. Bei Bedarf vermitteln sie an spezialisierte Beratungsstellen oder Therapieeinrichtungen und helfen gegebenenfalls auch beim Klären der Kostenübernahme.

Wer sich nicht sicher ist, ob der eigene Alkoholkonsum noch im Rahmen bleibt oder riskant ist, kann beim Rauschbarometer auch einen interaktiven Alkoholselbsttest machen und erhält im Ergebnis eine erste Einschätzung dazu, ob ein gesundheitsgefährdendes Konsumverhalten vorliegt oder nicht. Der Alkoholselbsttest steht neben Deutsch auch in englischer, französischer, polnischer, russischer auch in türkischer Sprache zur Verfügung. Für Kinder und Jugendliche, für Mädchen und für Frauen gibt es in Hamburg übrigens eigene Beratungsangebote rund um Alkohol, Drogen und Sucht. Auch auf diese Angebote wird im Rauschbarometer hingewiesen. Die Hilfesuchenden haben die freie Wahl!

Aktionswoche Alkohol? Weniger ist besser! vom 18. bis 26. Mai 2019

Im Mai findet die inzwischen siebte bundesweite Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ statt, die in diesem Jahr den Schwerpunkt auf „Alkohol im Betrieb“ legt. Wie in den vorangegangenen Jahren finden in Hamburg auch in diesem Jahr vielfältige Aktionen statt. Traditionell beginnt die Aktionswoche in Hamburg mit einer Auftaktveranstaltung, die am 20. Mai bei der GLS-Bank von der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. ausgerichtet wird. SUCHT.HAMBURG wird im Laufe der Aktionswoche mit den Peer-Educators von „Mobil? Aber sicher!“ in Hamburger Fahrschulen aktiv sein, um junge Fahrschülerinnen und Fahrschüler für die Risiken und Unvereinbarkeit des Konsums von Alkohol und Drogen und der aktiven Teilnahme im Straßenverkehr zu informieren und zu sensibilisieren.

Die klassischen Pfade verlassen wollen wir mit unserer Veranstaltung „Zur Sache: Höchstleistung im Job und in der Freizeit mit Alkohol, Kokain und MDMA?“ am 20. Mai bei GWA St.Pauli e.V.:
Wir alle haben gefühlt zu wenig Zeit, um den Anforderungen von außen und den Ansprüchen an uns selbst gerecht zu werden. Diese Entwicklung zeigt sich z.B. beim Drogenkonsum, der immer auch ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen darstellt: LSD-Microdosing für die Kreativität, Dippen fürs Wir-Gefühl und Kokain zum Unterdrücken von Versagensängsten? Verschaffen Alkohol, Drogen und Medikamente mehr Zeit und Energie zum Arbeiten, Feiern und Erholen?

Gerade den Kreativbranchen, wie zum Beispiel Musik, Film, Theater, Medien und Werbung wird nachgesagt, dass Substanzkonsum eine große Rolle spielt. Konzerte, Premieren, Empfänge und andere Feiern geben grundsätzlich die Gelegenheit, Alkohol und andere psychoaktive Substanzen zu konsumieren. Aber ist das wirklich so? Welchen Stellenwert hat der Konsum von Alkohol, Cannabis, Kokain etc. in der Kreativbranche? Welche Motive für Konsum liegen vor? Welche als positiv erlebten Effekte kann der Konsum auf Menschen haben, die einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind? Welche Probleme können sich daraus ergeben? Inwiefern beeinflussen die Arbeitsverhältnisse das Risiko für ein ausuferndes Konsumverhalten?

Diese Fragen wollen wir aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und die jeweiligen Erfahrungen und Gesichtspunkte Raum geben.
Gäste:
• Jörg Böckem, Journalist und Autor
• Michael Bloedhorn, Facharzt für Psychiatrie, Therapiehilfe e.V.
• Weitere Gäste aus der Musik- und Werbebranche werden erwartet

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Informationen und Anmeldung

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Neue Veröffentlichungen von SUCHT.HAMBURG
Ab sofort stehen allen Interessierten und Fachkräften Infocards zu den Themen Alkohol, Cannabis, Medikamente und Rauchen in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Farsi, Kurdisch und Türkisch zur Verfügung. Die Infocards wurden mit freundlicher Genehmigung von der Berliner Fachstelle für Suchtprävention gGmbH adaptiert und können ab sofort in unserem Shop unter https://www.sucht-hamburg.de/shop bestellt werden. Für Hamburger*innen und Einrichtungen, die in Hamburg ansässig sind, sind die Infocards kostenfrei.

Taufrisch aktualisiert sind auch unsere Informationen für Fachkräfte des Suchtkrankenhilfesystems in Hamburg über die „Angebote in Fremd- und Muttersprachen der Suchtprävention und Suchthilfe Hamburg“ sowie über die „Muttersprachige Selbsthilfegruppen in Hamburg“. Diese Informationen richten sich vor allem an Fachpersonen (Suchtberater*innen, Sozialarbeiter*innen usw.) für die direkte und schnelle Vernetzung und Kooperation im Einzelfall. Hierfür bietet das Hamburger Suchthilfesystem eine Vielfalt an (Mutter-) Sprachen und die deutsche Gebärdensprache an. Die Informationen können unter https://www.sucht-hamburg.de/information/publikationen heruntergeladen werden.

4be-Transsuchthilfe in Hamburg
Seit Februar findet jeden Mittwoch von 15:00 bis 17:00 Uhr eine offene Sprechstunde in der "Kaffeewelt" im Georg-Asmussen-Haus in der Böckmannstraße 3, 20099 Hamburg (St. Georg) für Menschen statt, die sich jenseits des binären Geschlechter Spektrums - wie nicht binäre Menschen - verorten und im Hilfesystem bisher nicht angebunden sind. Im Rahmen der Sprechstunde sind Peers anwesend, die bedarfsentsprechend die Kontaktarbeit in dem Kaffee als Treffpunkt durchführen. Zu den Aufgaben der Peers gehören konkret die Kontaktaufnahme durch neue Medien wie Facebook und Twitter, durch die dgti und durch die konkrete Selbsthilfearbeit in den Gruppen.

QuaSiE- Qualifizierte Suchtprävention in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe
Die erste Phase des Bundesmodellprojekts QuaSiE, das von der LWL-Koordinationsstelle Sucht umgesetzt wurde ist beendet. Im Rahmen des Projekts wurde in den beteiligten Einrichtungen der stationären Jugendhilfe die Entwicklung von für einen qualifizierten Umgang mit Substanzkonsum notwendigen verhältnispräventiven Strukturen angestoßen. Hierzu zählen die Entwicklung von Regelwerken, Konzeptionen, die Arbeit an einer einheitlichen pädagogischen Haltung oder Qualifizierung der Fachkräfte in Grundlagen zu Sucht und (jugendlichem) Substanzkonsum sowie Gesprächsführung. Es wurden ebenso ein praxisnaher Wegweiser „Nah dran! Erarbeitet, der unter https://www.lwl-ks.de/de/publikationen-der-lwl-koordinationsstelle-sucht/ zum Download zur Verfügung steht. Das erfolgreiche Projekt geht in eine zweite Förderphase QuaSiE 2.0., in der die beteiligten Träger bei der Umsetzung und Weiterentwicklung verhältnispräventiver Strukturen weiter beraten werden wird sowie die Vernetzung mit der regionalen Suchthilfe weiterentwickelt und verstetigt wird.

Neue Materialien der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
Die DHS hat zwei neue Broschüren „Wenn Glücksspielen zum Problem wird! Sportwetten, Spielautomaten, Roulette, Online-Glücksspiele“ für die Zielgruppe junger glücksspielender Männer in Türkisch und Arabisch veröffentlicht. Im Weiteren erschien auch zum Themenfeld Glücksspiel eine Arbeitshilfe für Fachkräfte der Migrationshilfen, Ehrenamtliche in der Sucht-Selbsthilfe und Angehörige die Arbeitshilfe mit dem Titel "Glücksspielen - Sportwetten, Spielautomaten, Roulette, Online-Glücksspiele - Suchtrisiko bei jungen Männern".
In Paschtu ist vor kurzem auch die Publikation „Informationen zu Alkohol und anderen Drogen – Beratung und Hilfe“ erschienen. Die Broschüre ist bereits in mehreren Übersetzungen erschienen und informiert Interessierte über Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten und die medizinischen sowie rechtlichen Grundlagen des Substanzmittelkonsums.
Die Materialien der DHS können hier heruntergeladen oder bestellt werden.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Trauma: Wissensgrundlagen und Handlungshinweise für den Umgang mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen am 26. April Information und Anmeldung

Illegale Drogen - Substanzen, Wirkungen, Risiken am 7. Mai Information und Anmeldung

Wie umgehen mit Beratungsabbrüchen? Praktische Suchtarbeit im Umgang mit kulturellen Unterschieden am 8. Mai Information und Anmeldung

Einführung in das systemische Elterncoaching am 25. Mai Information und Anmeldung

Suchtgefährdung bei Jugendlichen - Epidemiologie, Risikofaktoren, Erklärungsmodelle am 13. Juni Information und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

Der Armutskongress 2019 am 10. und 11. April in Berlin Mehr Informationen

eHealth und psychische Erkrankungen - 4. Fachtagung: Schnittstellen zwischen Arbeitsschutz, Rehabilitation und Psychotherapie 9. und 10. Mai in Dresden Mehr Informationen

Auftaktveranstaltung zur Aktionswoche in Hamburg am 20. Mai Mehr Informationen

Zur Sache: Höchstleistung im Job und in der Freizeit mit Alkohol, Kokain und MDMA? Diskussionsrunde am 20. Mai in Hamburg Mehr Informationen und Anmeldun

fdr-sucht-kongress "Hey Alex, ich habe ein Suchtproblem! Digitaler Aufbruch in der Suchthilfe" am 20. und 21. Mai in Frankfurt Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche „Alkohol? – Nicht am Arbeitsplatz!“ vom 18. bis 26. Mai Mehr Informationen

Lina Jahrestreffen am 5. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Suchttherapietage mit dem Schwerpunkt „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ vom 11. bis 14. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Heidelberger Kongress - "analog - digital: Herausforderungen für die Suchtbehandlung des Fachverbands Sucht e.V. vom 26. bis 28. Juni Mehr Informationen

Save the Date: Jahrestagung von SUCHT.HAMBURG am 13. November 2019 in Hamburg

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Sucht.Jugend 3. April 2019
FASD-Netzwerktreffen 3. April 2019
AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 8. April 2019
AK Enter 25. April
AK Vielfalt 23. Mai 2019


Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Die aktuelle Ausgabe NO. 49 der Zeitung für Suchtprävention ist im Januar erschienen und beschäftigt sich mit den Themen Kinder von Suchtkranken, Digitale Medien und Cop4U.

Download

Zur Verstärkung unserer Fachstelle suchen wir ab sofort eine Praktikantin bzw. einen Praktikanten:

Unser Angebot:

  • Kennenlernen der Arbeitsfelder der landesweiten Fachstelle für Suchtfragen
  • Überblick über evidenzbasierte Ansätze der Suchtprävention und Suchthilfe, ihre Praxis und Umsetzung
  • Einblick in die strukturellen und fachpolitischen Zusammenhänge von Suchtprävention, Suchthilfe sowie der Arbeit der Fachstelle
  • Teilnahme an internen und externen Gremien und Arbeitskreisen, Kennenlernen von und Einbindung in vorhandene, aktuelle Vorhaben und Projekte

Ihre Aufgaben:

  • Unterstützung der Mitarbeitenden der Fachstelle zum Beispiel durch Recherchetätigkeiten und strukturierte Aufbereitung von Daten und Informationen
  • Mitarbeit bei der Erstellung von Konzepten, Strategien und Berichten
  • Organisation, Begleitung und Nachbereitung von Veranstaltungen, Gremien und Arbeitsgruppen
  • Mitarbeit bei der Organisation, Durchführung und Auswertung von Evaluationen
  • Verteilerrecherche und –pflege, Unterstützung der Telefonzentrale, Kopier- und Scantätigkeiten
  • Mitwirken an den administrativen Abläufen

Ihre Qualifikationen:

  • Sie sind Student/Studentin eines sozial- , gesundheits-, erziehungswissenschaftlichen Studiums oder eines anderen passenden Studienganges
  • Sie suchen einen Platz für Ihr Pflichtpraktikum über drei bis sechs Monate oder ein freiwilliges Praktikum zur beruflichen Orientierung für maximal drei Monate
  • Sie haben ein ausgeprägtes Interesse an den Themenfeldern Gesundheitsförderung, soziale Ungleichheit und den Themen Suchtprävention und Suchthilfe
  • Sie sind offen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Arbeitsfeldern der Fachstelle und bringen eigene Ideen mit
  • Ausgeprägte organisatorische und kommunikative Fähigkeiten
  • Analytisches Denken und ggf. Kenntnisse im Umgang mit Methoden der empirischen Sozialforschung

Voraussetzungen:

  • Eingeschriebener Student (m/w/d) BA/MA/Diplom
  • Sehr gute Deutsch und MS Office-Kenntnisse
  • Engagement, Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit, Pünktlichkeit

Wir bieten:

  • Spannende Aufgaben und zahlreiche Einblicke in die praktischen Abläufe einer Fach- und Koordinierungsstelle für Suchtprävention und Suchthilfe
  • Erfüllung aller Anforderungen Ihrer Praktikumsordnung
  • Eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einem heterogenen Team
  • Eigenverantwortliches Arbeiten und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen
  • Die Möglichkeit auch Ihre Abschlussarbeit aus einem Themenfeld des Praktikums heraus zu wählen

Einsatzort:          Hamburg, SUCHT.HAMBURG gGmbH

Beginn:                ab sofort

Dauer:                 3 Monate, bei Pflichtpraktika entsprechend der Studienordnung 3 bis 6 Monate

 

Kontakt: Christiane Lieb

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich freue mich Ihnen kurz vor Weihnachten unsere vierte Ausgabe von Mittelpunkt des Jahres 2018 zur Verfügung stellen zu können.
Wir bieten Ihnen im Mittelpunkt wie gewohnt aktuelle Informationen aus den Themenfeldern Sucht, Suchthilfe, Suchtprävention und Suchtselbsthilfe mit dem Schwerpunkt Hamburg. In dieser Ausgabe finden Sie wie üblich eine Auswahl an Fortbildungen und Terminen für 2019, die Sie sich gleich vormerken sollten. Wie zum Beispiel die bundesweite Aktionswoche Alkohol, die im Mai 2019 stattfindet und kurz danach gleich die 24. Suchttherapietage vom 11. bis 14. Juni 2019 in Hamburg, die sich im Schwerpunkt mit dem Thema „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ beschäftigen.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen und frohe Festtage, gute Erholung und einen guten und gesunden Start ins neue Jahr 2019!

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Wirksam intervenieren - Suchtbelastete Lebensgemeinschaften stärken Fachtagung von SUCHT.HAMBURG am 7. November 2018

Im Rahmen unserer Fachtagung "Familien.Leben.Stärken. - Kinder und suchtbelastete Lebensgemeinschaften“ diskutierten am 7. November 2018 rund 100 Fachkräfte aus Jugend- und Suchthilfe, Kinderschutz und Sozialarbeit die maßgeblichen Belastungen, aber auch Schutzfaktoren für Kinder aus und in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften.

Die Einführungsvorträge von Prof. Dr. Michael Klein sowie Margrit Stoll und Kai Rademann zeigten die zahlreichen Belastungsfaktoren auf, die sowohl Eltern als auch Kinder in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften zu bewältigen haben: Hoher Alltagsstress und unberechenbares instabiles Elternverhalten prägen oft die Lebenssituation der betroffenen Kinder. Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen schon im Kindes- und Jugendalter, aber auch lebensbegleitend, sind häufig die Folge.

Aber auch die Schutzfaktoren, die das Risiko für spätere psychische Störungen oder eigene Suchterkrankungen positiv beeinflussen wurden detailliert benannt, sowie die notwendigen Strukturen, die für bessere Entwicklungschancen und eine verbesserte Hilfe für die Kinder einerseits und die Eltern, Familien und Lebensgemeinschaften andererseits notwendig sind: Kooperation und (fallorientierte) Zusammenarbeit der Fachkräfte, Entsäulung der Hilfesysteme, interdisziplinär besetzte Runde Tische zum Austausch der Hilfesysteme, zur fallbezogenen Zusammenarbeit z.B. in den Hilfeplangesprächen bei den ASD. Dafür sind personelle und zeitliche Ressourcen erforderlich.

Vieles kann durch präventive Interventionen auf den Weg gebracht werden, dennoch gibt es auch Situationen, an denen diese an Grenzen stoßen. Kriterien für die Gewährleistung des Kindeswohls sind erforderlich und Hilfeangebote, die in diesen Situationen greifen.

Nach der thematischen Einführung wurde im zweiten Tagungsteil mit dem „Marktplatz Suchthilfe“ an ausgewiesenen Praxisbeispielen vorgestellt, was dazu in den letzten 10 Jahren in der Suchthilfe in Hamburg bereits umgesetzt wurde. Diese Präsentationen stießen bei allen Besucherinnen und Besuchern auf sehr großes Interesse.

Im dritten Tagungsteil zum Thema Kooperation und Vernetzung zeigte sich, dass die vorhandenen Grundlagen (Kooperationsvereinbarungen) und Erfahrungen damit sehr unterschiedlich ausfallen:

Die Vereinbarungen sind nicht unbedingt bekannt, dennoch gibt es, z.T. auch unabhängig davon, eine wachsende Kooperationskultur, die von den Anwesenden als positiv und fachlich effektiv eingeschätzt wurde, jedoch im Alltag immer wieder an Grenzen stößt. Der Wert einer schriftlichen Vereinbarung wurde durchgehend sehr geschätzt und gelobt, jedoch wurde auch darauf verwiesen, dass gelingende Kooperation zwischen Menschen stattfindet. Die persönlichen Kontakte spielen eine überaus wichtige Rolle. Sie können auf der Grundlage schriftlicher Vereinbarungen effektiver praktiziert werden. Die Frage nach den notwendigen Impulsen zur Weiterentwicklung der Kooperation wurde sehr einheitlich und konkret beantwortet:

  • Stärkung der Zusammenarbeit v.a. zwischen ASD und Suchthilfe, aber auch auf kleinräumiger Ebene zwischen allen Akteuren und Akteurinnen, Einrichtungen und Institutionen
  • Erhöhung der Bekanntheit der Kooperationsvereinbarungen
  • Überprüfung der zur Verfügung stehenden Ressourcen für Vernetzung und Kooperation

SUCHT.HAMBURG hat sich zur Aufgabe gesetzt, diesen Prozess in Hamburg zu befördern.

  • z.B. durch Förderung abgestimmter Maßnahmen rund um die suchtbelasteten Lebensgemeinschaften
  • Förderung der Schutzfaktoren der betroffenen Kinder
  • Stärkung der suchtbelasteten Eltern

Die Tagungsvorträge können Sie unter www.sucht-hamburg.de downloaden.

Kursbuch Sucht - Neuer Leitfaden durch das Hamburger Suchthilfesystem

Hamburg unterhält ein differenziertes Suchthilfesystem, das stetig weiterentwickelt wird. Mit dem neu gestalteten Kursbuch Sucht unter www.kursbuch-sucht.de hat SUCHT.HAMBURG ein Internetportal geschaffen, das die gezielte Suche nach passenden und gut zu erreichenden Angeboten vereinfacht. Ein Glossar und Erläuterungen zum Suchthilfesystem erleichtern Fachkräften angrenzender Fachbereiche die Orientierung.

Gegliedert nach „Beratung“, „Behandlung“, „Therapie“, „Teilhabe“ und „Weitere Hilfen“ bietet das Kursbuch Sucht einen Überblick über das gesamte Angebotsspektrum in Hamburg. Informationen zu Leistungen, Zielgruppen, Aufnahmebedingungen und Kosten der einzelnen Angebote sowie zu Lage, Öffnungszeiten und Erreichbarkeit der über das gesamte Stadtgebiet verteilten Einrichtungen können ergänzend abgerufen werden. Auch einige relevante Angebote im Hamburger Umland sind im Kursbuch Sucht verzeichnet.

Gleich ob es um Beratung zu speziellen Suchtstörungen, Entgiftung, nahe gelegene Drogenkonsumräume oder Wohnunterbringung geht ¬ Fachkräfte können jetzt nach dem Relaunch des Webportals gezielt die passenden Hilfeangebote für ihre Klientinnen und Klienten auswählen. So lassen sich sowohl genderspezifische oder muttersprachige Angebote als auch Lösungen für Suchtbetroffene in Haushalten mit Kindern finden. Neben regionalen Angeboten sind im Kursbuch Sucht auch regionale und überregionale Online-Hilfen sowie Telefonberatungsmöglichkeiten zu finden

Hintergrund: Das Kursbuch Sucht wurde ursprünglich von Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) als Broschüre, seit 2001 dann als Kombi-Produkt Lose-Blatt-Sammlung sowie Internetportal auf Datenbankbasis angeboten. 2010 erfolgte unter der Regie des Büros für Suchtprävention (BfS) der HLS ein erster Relaunch.

21. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg

Am 3. Dezember wurde der 21. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg veröffentlicht. Über 15.100 Personen suchten demnach in 2017 eine ambulante Suchthilfeeinrichtung auf, etwa 31 Prozent davon sind Frauen, etwas mehr, als in den Vorjahren. Cannabis (6.222 Personen) rangiert nach Alkohol (8.631 Personen) insgesamt an zweiter Stelle der Hauptdrogen aller Klientinnen und Klienten.

In einer Spezialauswertung widmet sich der BADO-Bericht der Situation von wohnungslosen Klientinnen und Klienten in prekären Wohnverhältnissen. Von fast 23.000 Personen, die im Zeitraum 2014 – 2017 in der Hamburger Suchthilfe betreut wurden, lebten zu Betreuungsbeginn 15 % der Frauen; 22 % der Männer in prekären Wohnverhältnissen ohne eigene Wohnung. Dies zeigt, dass einen erheblichen Wohnraumbedarf für suchtmittelabhängige Personen gibt, die Beratung und Betreuung in der Suchthilfe in Anspruch nehmen. 44 % der Klientinnen und Klienten in prekären Wohnverhältnissen waren Opiatabhängige, 20 % Alkoholabhängige, 14 % Kokainabhängige und 13 % Cannabiskonsumierende.

Quellen und weitere Informationen https://www.bado.de/

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Monitoringbericht 2018 zum Suchtmittelkonsum in Hamburg

SUCHT.HAMBURG hat den 2. Monitoringbericht zum Suchtmittelkonsum in Hamburg vorgelegt. Der Bericht fasst vorliegende Daten von Jugendlichen und Erwachsenen in Hamburg sowie aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Er bietet damit einen umfassenden Überblick über wichtige Zahlen und Trends zum Konsum verschiedener Rauschmittel. Der Bericht steht als PDF-Datei unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen zur Verfügung.

Interaktiver Glücksspielselbsttest unter www.automatisch-verloren.de

Um zu erkennen, dass das eigene Spielverhalten in eine Sackgasse führt, ist häufig eine Rückmeldung von außen wichtig – zum Beispiel durch ein Gespräch in einer Beratungsstelle oder einen Anruf bei einer Beratungsstelle. Selbsttests ersetzen zwar keine professionelle Beratung, sie helfen jedoch dabei, den eigenen Umgang mit Glücksspielen einzuordnen. Seit Ende September wurden bereits über 550 anonyme Selbsttests unter www.automatisch-verloren.de durchgeführt. Dies zeigt, wie groß die Akzeptanz für diese kurzen Interventionen bei der Allgemeinbevölkerung inzwischen ist und möglicherweise finden die Nutzerinnen und Nutzer dadurch schneller den Weg aus dem problematischen oder pathologischen Glücksspiel.

NOPE- Neuer Flyer zur Prävention von Cannabiskonsum bei Jugendlichen

Der Konsum von Cannabis spielt bei einigen Jugendlichen leider eine zu große Rolle. Um bereits Konsumierende Jugendliche oder vielleicht deren Freundinnen und Freunde besser erreichen zu können, haben wir einen neuen Infoflyer erarbeitet: Noch kompakter und klarer in der Haltung. NOPE. Der Flyer kann in unserem Shop heruntergeladen oder bestellt werden.

Jeder fünfte Suchtkranke abstinent durch Selbsthilfegruppe

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) hat in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Blauen Kreuz in Deutschland e.V., Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche - Bundesverband e.V., Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe - Bundesverband e.V., Guttempler in Deutschland e.V. und Kreuzbund e.V. eine Statistik veröffentlicht die belegt, dass gut jeder fünfte Suchtkranke in einer der bundesweit etwa 4.100 Selbsthilfegruppen, durch die Selbsthilfegruppe abstinent geworden ist und kein Angebot der professionellen Suchthilfe nutzte. Die Studie macht deutlich, wie erfolgreich und wertvoll die Arbeit in der Suchtselbsthilfe sein kann und sie damit ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Suchtbehandlung ist. Unter www.dhs.de finden Sie die Pressemittelung und alle weiteren Informationen zu der Statistik.

REITOX Jahresbericht 2018

Vor kurzem ist der REITOX-Bericht 2018 zur Situation illegaler Drogen in Deutschland erschienen. Der REITOX-Bericht behandelt in getrennten Berichtsteilen die Schwerpunkte Drogenpolitik, rechtliche Rahmenbedingungen, Verbreitung von Drogen, Prävention, Behandlung, gesundheitliche Begleiterscheinungen, Drogenmärkte und Kriminalität sowie Gefängnis.

Den Kurzbericht 2018 und die Schwerpunkthefte können Sie unter www.dbdd.de herunterladen.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Achtsamkeit und Selbstregulation im Kindes- und Jugendalter - Möglichkeiten für die Suchtprävention am 5. Februar Information und Anmeldung

Hinschauen & Handeln: Jugendliche & Rauscherfahrung am 19.Februar Information und Anmeldung

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen am 28. Februar Information und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention II – Aufbauseminar am 5. April Information und Anmeldung

Kopf hoch! Einführung in die Body 2 Brain Methode am 8. April Information und Anmeldung

Wie umgehen mit Beratungsabbrüchen? Praktische Suchtarbeit im Umgang mit kulturellen Unterschieden am 8. Mai Information und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

„Beautiful Boy“ - Kinofilm mit Podiumsrunde für Fachkräfte aus der Suchthilfe am 23. Januar in Hamburg Mehr Informationen

Fachtagung „Gesundheitsförderung inklusiv: partizipativ und sozialräumlich!“ 6. Februar in Hamburg Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 10. bis 16. Februar Mehr Informationen

Zocken, chatten, posten – Fachtagung des SuchtPräventionsZentrums am 29. und 30. März in Hamburg Informationen und Anmeldung

Bundesweite Aktionswoche „Alkohol? – Nicht am Arbeitsplatz!“ vom 18. bis 26. Mai Mehr Informationen

  1. Suchttherapietage mit dem Schwerpunkt „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ vom 11. bis 14. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Vielfalt 24. Januar 2019

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 28. Januar 2019

AK Sucht.Jugend 6. Februar 2019

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine