Liebe*r Leser*in,

vor zwei Wochen wurden die Ergebnisse unserer aktuellen Schüler*innen- und Lehrkräftebefragung zum Umgang mit Suchtmitteln 2021 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Hamburger Gesundheitssenatorin Dr. Melanie Leonhard vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Substanzkonsum unter Hamburger wie auch Bremer Schüler*innen seit der letzten Befragungen insgesamt zurückgegangen ist. Angestiegen ist jedoch der Anteil der Jugendlichen, die einen problematischen Substanzgebrauch aufweisen. D.h. im Bereich der selektiven Suchtprävention, die sich an Risikogruppen wie etwa konsumierende Jugendliche richtet, konnten die bisherigen Maßnahmen offenbar noch nicht grundlegend zu einer Umkehrung des Trends der letzten Jahre beitragen.

Weiterhin stark im Trend liegen bei Jugendlichen ebenfalls Probleme im Zusammenhang mit Internetbezogenen Störungen. Fast jede*r fünfte Jugendliche weist einen problematischen Umgang mit dem Internet bzw. Computerspielen auf. Diese Entwicklung ist durch die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in den letzten beiden Jahren offenbar noch forciert worden.

Internetbezogene Störungen bei Jugendlichen, aber vor allem auch Erwachsenen werden das Thema unserer Jahrestagung am 16. November sein, zu der wir Sie herzlich einladen. Ausführliche Informationen dazu wie auch viele weitere Informationen aus dem Suchthilfesystem, Projekten, Materialien und Veranstaltungshinweise in Hamburg und darüber hinaus finden Sie in dieser Newsletterausgabe. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Mit freundlichem Gruß

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

SCHULBUS-Studie 2021/22: Jugendlicher Suchtmittelkonsum in Pandemie-Zeiten geht zurück, doch Verhaltenssüchte nehmen zu.

Die Verbreitung des Konsums von Alkohol, Tabak und Cannabisprodukten unter Jugendlichen ist weiterhin rückläufig. Das gilt trotz der schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie, die auch und vor allem für die jüngere Generation eine besondere Belastung war. Das geht aus den Ergebnissen unserer aktuellen Schüler*innen- und Lehrkräftebefragung zum Umgang mit Suchtmitteln – SCHULBUS hervor, die 2021 in den beiden Hansestädten Hamburg und Bremen repräsentativ durchgeführt wurden.

Zwar sind auf der einen Seite weniger Jugendliche als in den Vorjahren in den Gebrauch von Suchtmitteln eingestiegen. Doch kam es auf der anderen Seite bei den Jugendlichen mit bereits etablierten Konsummustern in dieser Zeit zum Teil zu einer Intensivierung ihres bisherigen Gebrauchs.

Im Vergleich zu den vorherigen Erhebungen nochmals stark zugenommen haben die Zahlen zur Entwicklung der freizeitorientierten Internetnutzung: Der Anteil der 14- bis 17-Jährigen, die gemäß der Compulsive Internet Use Scale (CIUS) ein entsprechend problematisches Nutzungsverhalten aufweisen, ist auf rund 20% angestiegen. Und auch in Bezug auf die selbstkritische Körperwahrnehmung geben die Untersuchungsergebnisse durchaus Anlass, dieses Thema verstärkt in den Blick zu nehmen: Gut zwei Fünftel der Befragten klagen über regelmäßige Stimmungsschwankungen wegen des eigenen Körpergewichts und gut ein Drittel der Studienteilnehmer*innen schaut auf mindestens eine Diät in den vergangenen 12 Monaten zurück.

In der aktuellen Studie wurde auch den besonderen Umständen der Corona-Pandemie bzw. den Regelungen zu ihrer Bekämpfung durch einige zusätzliche Fragen entsprechend Rechnung getragen. Erwartungsgemäß haben die seinerzeit geltenden Kontaktbeschränkungen, der ungewöhnlich hohe Unterrichtsausfall und die bis dahin kaum erprobten Ansätze des Homeschoolings zu enormen Belastungen bei den betroffenen Schüler*innen geführt.

Für die SCHULBUS-Studie 2021 wurden nicht nur rund 4.000 Schüler*innen, sondern auch mehr als 300 Lehrkräfte sowie erstmals auch gut 500 Eltern von Kindern im Alter von 14 bis 17 Jahren in Hamburg und Bremen befragt. Gleicht man deren Einschätzungen zur Verbreitung des jugendlichen Suchtmittelgebrauchs mit den empirisch ermittelten Prävalenzzahlen ab, dann zeigt sich, dass die Lehrerkräfte das Ausmaß des suchtgefährdenden Verhaltens unter ihren Schüler*innen quantitativ eher überschätzen, während die Eltern häufig dazu neigen, die tatsächlich vorliegenden Suchtmittelkonsumerfahrungen ihrer Kinder systematisch zu unterschätzen. Die ausführlichen Ergebnisse können Sie im SCHULBUS-Abschlussbericht unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen nachlesen.

Jahrestagung ENTER. CONTROL. EXIT. – Internetbezogene Störungen in der Diskussion am 16. November

Am 16. November findet unsere Jahrestagung mit dem Schwerpunkt Internetbezogene Störungen statt, zu der wir Sie herzlich einladen. Nicht zuletzt die Ergebnisse unserer aktuellen SCHULBUS-Studie 2021 zeigen, dass etwa jede*r fünfte Jugendliche einen problematischen Umgang mit dem Internet hat. Internetbezogene Störungen haben verschiedene Facetten: neben einer exzessiven Nutzung von Computerspielen zählen auch der erhöhte Konsum von Social Media und die zwanghafte Nutzung von Online-Pornographie dazu.

Vielfältig sind auch die suchtfördernden Mechanismen von digitalen Medien. Glücksspielähnliche Elemente in Computerspielen weichen die Grenze zwischen Gaming und Gambling zunehmend auf, Trends in Social Media sind ebenfalls schnelllebig und dynamisch. Diese Entwicklungen stellen die Suchtprävention und –hilfe immer wieder vor neue Herausforderungen.

Dem wird vier Fachvorträgen und zwei Workshopsessions mit insgesamt acht Workshops Rechnung getragen, die Einblicke in die stationäre Behandlung bei Computerspielsucht oder zu Überschneidungen der Bereich Gaming und Gambling geben. Im weiteren können Best-practice-Beispiele zur Suchtprävention und –hilfe bei internetbezogenen Störungen kennengelernt werden und die Teilnehmenden sich selbst aktiv in kreativen Nutzungsmöglichkeiten von Games ausprobieren.

Als Referent*innen konnten unter anderem Prof. Dr. Hans-Jürgen Rumpf, Prof. Dr. Florian Rehbein, Dr. Bernd Sobottka, Dr. Michael Dreier, Bettina Moll, Julia Günster, Steffi Görris, Benjamin Heinemann und Dietrich Riesen gewonnen werden. Das ausführliche Programm können Sie direkt hier herunterladen.

Die Tagung findet in Präsenz statt. Es gelten die zum Tagungszeitpunkt gültigen Corona-Schutz- und Hygienevorschriften. Sollte es die aktuelle Situation erfordern, findet die Tagung online via Zoom statt. Die Teilnahmegebühr wird in diesem Fall nach Möglichkeit angepasst. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Sie können sich bis zum 31. Oktober 2022 unter https://www.suchtpraevention-fortbildung.de/veranstaltung/1004 anmelden.

Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2021

Vor kurzem wurden vom Institut für Therapieforschung (IFT) die Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2021 vorgelegt. Mit dem ESA werden bundesweit alle drei Jahre die Prävalenzwerte des Konsums von Tabak, Alkohol, illegalen Drogen und psychoaktiven Medikamenten sowie des problematischen Konsums dieser Substanzen repräsentativ erhoben.

Die Ergebnisse zeigen, Volksdroge Nr. 1 in Deutschland bleibt der Alkohol: 70,5 % der Befragten geben an, dass sie in den letzten 30-Tagen Alkohol konsumiert haben. 17,6 % weisen sogar einen problematischen Alkoholkonsum auf. Konventionelle Tabakprodukte werden von 22,7 % konsumiert, während 4,3 % angeben, E-Zigaretten und 1,3 % Tabakerhitzer zu gebrauchen.

Im Fokus der illegalen Drogen (12-Monats-Prävalenz) steht vor dem Hintergrund der Legalisierungsdebatte insbesondere der Konsum von Cannabis, das von 8,8 % der Studienteilnehmer*innen konsumiert wird, 2,5% weisen einen problematischen Cannabisgebrauch auf. Andere illegale Drogen werden deutlich seltener konsumiert, Kokain/Crack von 1,6 % und Amphetamin von 1,4 % der Befragten.

Unter Medikamenten werden Nichtopioid-Analgetika von 47,4% der Befragten am häufigsten eingenommen (12-Monats-Prävalenz). Ein problematischer Gebrauch psychoaktiver Medikamente liegt bei 5,7 % vor.

Quelle und ausführlichere Informationen https://www.esa-survey.de/publikationen/fachliteratur/fachliteratur-detailansicht/lm/konsum-psychoaktiver-substanzen-in-deutschland-ergebnisse-des-epidemiologischen-suchtsurvey-2021.html

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Neue Infocard anlässlich des Aktionstags Glücksspielsucht 2022

Mit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags im vergangenen Jahr haben sich die Möglichkeiten von Spielsperren erweitert. Spieler*innen haben die Möglichkeit, sich bundesweit für die meisten Glücksspielangebote sperren zu lassen. Dafür ist das zentrale Sperrsystem OASIS eingerichtet worden, an das in Deutschland zugelassene Glücksspielangebote angeschlossen sind, darunter Automatenspiele, Spiele in Spielbanken, Sportwetten oder Lotterien, die häufiger als zweimal pro Woche veranstaltet werden. Auch Familienangehörige oder andere Menschen können eine Sperre beantragen. In diesen Fällen spricht man von einer Fremdsperre.

Viele betroffene Spieler*innen und auch deren Angehörigen kennen ihre Rechte häufig nicht und wissen zu wenig über die Möglichkeiten einer (befristeten oder unbefristeten) Sperre Bescheid. Daher hat SUCHT.HAMBURG gemeinsam mit der Hamburger Sozialbehörde den diesjährigen Aktionstag Glücksspielsucht am 28. September zum Anlass genommen, um verstärkt über den Spielerschutz und dabei ganz besonders auf das Thema Selbst- und Fremdsperre aufmerksam zu machen. Dafür wurde eine neue Postkarte mit dem Slogan „Mir reicht’s. Ich lasse mich sperren“ entwickelt, die über einen QR-Code zum Informationsangebot der Kampagne „Automatisch Verloren“ verlinkt. Unser neues Info-Angebot zum Thema Spielsperren finden Sie hier

25 Jahre Tabakprävention mit „Be Smart – Don’t Start“

Das Programm zur Förderung des Nichtrauchens feierte am 21. September 2022 sein 25-jähriges Jubiläum. Der bundesweite Präventionswettbewerb hat seit Programmstart rund 4,5 Millionen Schüler*innen dazu motiviert, „Nein“ zu Zigarette, Shisha und Co. zu sagen und diese Entscheidung belohnt. Anlässlich des Jubiläums fand am 21. September 2022 eine digitale Fachkonferenz statt, um Chancen, Erfolge und Herausforderungen schulischer Suchtprävention zu diskutieren. An der Tagung nahmen rund 100 Fachkräfte der Prävention und Gesundheitsförderung teil. Auf dem Programm standen Vorträge und Workshops zu schulischer Prävention, Herausforderungen durch Krisen, neue Nikotinprodukte, Perspektiven für die Präventionsarbeit und die Vision einer rauchfreien Gesellschaft. Quelle und weitere Informationen https://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/2022-09-21-be-smart-dont-start-programm-zur-foerderung-des-nichtrauchens-feiert-25-jaehriges-jubil/

Rauchverhalten und Passivrauchbelastung Erwachsener

Vor kurzem wurden vom Robert-Koch-Institut die Ergebnisse der Studie Gesundheit in Deutschland aktuell (GEDA 2019/2020-EHIS) zum Rauchverhalten und der Passivrauchbelastung von Erwachsenen in Deutschland vorgestellt. Die Analysestichprobe umfasst 22.708 Personen ab 18 Jahren. Die Ergebnisse der Erhebung, die vor der Corona-Pandemie durchgeführt wurde zeigen, dass 24,0 % der Frauen und 33,9 % der Männer ab 18 Jahren zumindest gelegentlich rauchen. Bei beiden Geschlechtern rauchen Erwachsene ab 65 Jahren deutlich seltener als Erwachsene in den jüngeren Altersgruppen. 4,1 % der Erwachsenen, die selbst nicht rauchen, sind täglich Passivrauchbelastung in geschlossenen Räumen ausgesetzt. Das betrifft besonders junge Erwachsene und Männer. Im Tabakkonsum und in der Passivrauchbelastung bestehen Bildungsunterschiede zuungunsten von Erwachsenen aus unteren Bildungsgruppen. Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/Focus/JHealthMonit_2022_03_Rauchen_Passivrauch_GEDA_2019_2020.html

ZEITUNG für Suchtprävention

Im August 2022 ist 56. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. In der Sommerausgabe beschäftigen wir uns mit den Themen Hart am Limit (HaLT), Essstörungen und Evaluation des Basiscurriculums Jugend und Sucht. Die ZEITUNG kann in unserem Shop heruntergeladen oder bestellt werden.

 

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Vielfalt in der Suchtprävention und –hilfe - Eine Einführung in diversitäts- und kultursensible Ansätze am 20. Oktober Mehr Informationen und Anmeldung

Kinder mit alkoholbelasteten Eltern stärken - Situation alkoholbelasteter Familien - Handlungs- und Anpassungsstrategien am 2. und 3. November Mehr Informationen und Anmeldung

Essstörungen im Jugendalter - Prävention und Intervention im Kontext Schule am 10. November Mehr Informationen und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention I – Basis-Webseminar am 10. November Mehr Informationen und Anmeldung

Technologiebasierte Alkoholprävention - Ansätze, Wirksamkeit und Beispiele am 15. November Mehr Informationen und Anmeldung

Trauma und Sucht - Bedeutung für Kinder alkoholabhängiger Eltern am 1. Dezember Mehr Informationen und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention II – Aufbau-Webseminar am 27. Januar 2023 Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

18. Wissenschaftliches Gespräch der DG-Sucht "Lost in Transition - Versorgungslücken und deren Auswirkungen für Abhängigkeitserkrankte in Deutschland" vom 4. bis 6. Oktober in Bielefeld Mehr Informationen

61. DHS- Fachkonferenz „Die Sucht- und Drogenpolitik der Gegenwart und Zukunft“ vom 26. bis 28. Oktober in Essen Mehr Informationen

31. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin e.V. „2022 Suchtmittel auf Rezept: Zwischen Entzug und Verordnung“ vom 4. bis 6. November online Mehr Informationen

Bundesweiter Aktionstag Suchtberatung 2022 „Wir sind für alle da … noch“ am 10. November Mehr Informationen

Jahrestagung von SUCHT.HAMBURG „ENTER. CONTROL. EXIT. Internetbezogene Störungen in der Diskussion“ am 16. November in Hamburg Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Vielfalt 6. Oktober 2022

AK Sucht.Jugend 26. Oktober 2022

FASD-Netzwerktreffen 23. November 2022

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 28. November 2022

AK Enter 8. Dezember 2022

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Liebe*r Leser*in,

in den vergangenen Wochen hat sich einiges getan: die Aktionswoche Alkohol fand im Mai bundesweit und größtenteils mit Präsenzveranstaltungen statt, immer mehr Tagungen fanden und finden ebenso wieder Face-to-Face statt und auch wir planen unsere Jahrestagung im November 2022 in Präsenz. Insbesondere suchtpolitisch ist einiges in Bewegung: Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Themen wie regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene, Drug-Checking oder die Folgen der Corona-Krise auf unser Konsum- und Suchtverhalten diskutiert werden.
Ich freue mich Ihnen, rechtzeitig bevor es für viele in die wohlverdiente Sommerpause geht, mit der 22. Ausgabe von Mittelpunkt aktuelle Informationen zu den Entwicklungen im Suchthilfesystem, Projekten, Materialien und Veranstaltungshinweise in Hamburg und darüber hinaus zur Verfügung stellen zu können und wünsche anregende Lektüre.

Mit freundlichem Gruß

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Aktionswoche Alkohol 2022 in Hamburg – Kinderbuchlesung „Dani und die Dosenmonster“

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol fand am 16. Mai 2022 unsere Kinderbuchlesung „Dani und die Dosenmonster in Kooperation mit den Bücherhallen Hamburg in der Zentralbibliothek am Hühnerposten statt. Die Autorin Paula Kuitunen las aus ihrem Buch „Dani und die Dosenmonster“: Als Danis Papa arbeitslos wird, ziehen kurz darauf komische Gestalten in die Wohnung ein: Dosenmonster. Je mehr Papa trinkt, desto mehr fehlt ihm die Energie, sich um seinen Sohn zu kümmern. So sehr Dani sich auch bemüht – alleine schafft er es nicht, die Dosenmonster zu vertreiben. Zum Glück weiß Tante Julia, was zu tun ist, so die Geschichte von Danis Familie.
Im Anschluss an die Lesung gab es zahlreiche Fragen an die Autorin und es fand ein reger Austausch zur Thematik Suchtbelastung in der Familie statt. Zusätzlich waren Kolleg*innen der Einrichtungen Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendliche alkoholabhängiger Eltern und Such(t)- und Wendepunkt e.V. vor Ort und informierten über ihre Unterstützungsangebote für alkoholbelastete Familien in Hamburg.

Zahl der Alkoholvergiftungen in Deutschland deutlich gesunken

Die Zahl der Patient*innen, die in den deutschen Krankenhäusern wegen einer akuten Alkoholintoxikation vollstationär behandelt werden mussten, ist im Corona-Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Das gilt sowohl für Hamburg (-24,0%) als auch auf der Bundesebene (-23,8%). Laut Krankenhausdiagnosestatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind es vor allem die 10- bis unter 20-jährigen, die in Folge eines exzessiven Alkoholkonsums in den Kliniken eingeliefert werden.
Um die in den Krankenhäusern behandelten Fallzahlen zu den alkoholintoxikierten Patient*innen nach Berichtsjahr, Alter, Geschlecht und Wohnsitz in Deutschland sinnvoll miteinander vergleichen und interpretieren zu können, werden sie durch das Statistische Bundesamt auf die Referenzgröße von je 100.000 Einwohner*innen der jeweiligen Subgruppen heruntergebrochen. In der Gesamtschau dieser Daten, die nunmehr bis einschließlich 2020 vorliegen, ergibt sich folgendes Lagebild: Das Problem des übermäßigen Alkoholkonsums, infolge dessen eine vollstationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig wird, ist vor allem ein Phänomen, das bei 15- bis 19-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu beobachten ist. Innerhalb dieser Altersgruppe stechen besonders die 16- bis 17-Jährigen hervor: Sie sind diejenigen, die am häufigsten wegen einer akuten Alkoholvergiftung vollstationär behandelt werden müssen. Unabhängig vom Alter der alkoholintoxikierten Jugendlichen ist der überwiegende Teil von ihnen männlichen Geschlechts.
In 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie, sind die Patient*innenzahlen unabhängig vom Alter, Geschlecht und Wohnsitz der Betroffenen nochmals deutlich zurückgegangen. Dass allerdings die Zahlen in der Corona-Pandemie besonders bei den Jugendlichen stark rückläufig sind, zeigt einmal mehr, dass das von ihnen praktizierte Experimentierverhalten in Bezug auf den Umgang mit Alkohol überwiegend in der Peergroup erfolgt. Durch die teilweise sehr weitreichenden Kontaktbeschränkungen als Schutzmaßnahme gegen die Ausweitung der Corona-Pandemie waren auch die Gelegenheiten des gemeinschaftlich exzessiven Alkoholkonsums für die Jugendlichen sehr stark eingeschränkt, so dass sich damit das Risiko einer Alkoholvergiftung systematisch verringerte. Ein allgemeiner Anstieg der Alkoholintoxikationen ist nach Ende der coronabedingten Kontakteinschränkungen nicht auszuschließen. Die Auswertung der akuten Alkoholintoxikation, die vollstationär behandelt werden müssen finden sich unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen.

Gemeinsames Positionspapier „Suchtprävention in Krisenzeiten“

Die suchtmedizinischen Fachgesellschaften und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) fordern im Positionspapier „Handeln jetzt! Akute Krisen sind Zeiten von Suchtprävention, Beratung und Therapie – um langfristige Folgen zu mindern“, dass Suchtprävention, Selbsthilfe, Beratung und effektive Behandlung trotz aktueller finanzieller Herausforderung für Kommunen, Länder und Bund gestärkt werden müssen. Keinesfalls dürften Einsparungen in öffentlichen Haushalten dazu führen, dass Angebote für Menschen mit Suchtproblemen zurückgefahren oder eingestellt werden müssten, so die Fachgesellschaften.
Hintergrund des Positionspapiers ist zudem, dass in gesellschaftlichen und individuellen Krisenlagen davon ausgegangen werden muss, dass bestimmte, oft besonders betroffene Bevölkerungsgruppen, ihren Suchtmittel-, Glücksspiel- oder digitalen Medienkonsum erhöhen. Ohne Beratung in einem frühen Stadium und Therapie muss mit einer Entwicklung und Chronifizierung von Sucht- und Folgeerkrankungen gerechnet werden, die zu massiven medizinischen, psychosozialen und volkswirtschaftlichen Folgen führen. Neben der dringenden Notwendigkeit, Menschen in der Krise in Bezug auf psychosoziale Gesundheit, Arbeit, Unterbringung und Integration zu unterstützen, werden drei zentrale Forderungen gestellt:

  1. Umsetzung wirksamer präventiver Angebote die verhindern, dass Menschen in der aktuellen Krise vermehrt oder schädlich Substanzkonsum betreiben oder Verhaltenssüchte entwickeln.
  2. Vorhalten niedrigschwelliger Angebote zur frühen Beratung und Maßnahmen, die Veränderungen im Verhalten identifizieren lassen und passgenaue Hilfen in einem Frühstadium oder nach einer erfolgten Therapie anbieten. Die Kommunen müssen finanziell in die Lage versetzt werden, die o.g. Angebote durchführen und sicherstellen zu können.
  3. Einsatz therapeutischer Maßnahmen, die effektive Hilfe bei neu auftretenden Suchterkrankungen ermöglichen, Verschlechterungen verhindern und Rückfällen vorbeugen.

Quelle und weitere Informationen https://suchthilfe.de/stellungnahmen/04-05-2022-gemeinsames-positionspapier-der-suchtmedizinischen-fachgesellschaften-und-der-dhs-handeln-jetzt-suchtpraevention-in-krisenzeiten/

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Lina-Net-Jahrestreffen 2022

Am 21. September findet von 14.00 bis 17.00 Uhr das nächste Lina-net-Jahrestreffen statt. Die Lina-net-Kooperationspartner*innen sind dieses Jahr zu Gast bei Such(t)- und Wendepunkt e.V. (www.suchtundwendepunkt.de). Diese Einrichtung bietet hamburgweit vielfältige Unterstützungsangebote für alkoholbelastete Familien an. Beim Jahrestreffen wird das Team von Such(t)- und Wendepunkt seine Arbeit vorstellen. Daneben ist Zeit für Austausch und Vernetzung. Anmeldemöglichkeiten finden sich auf der Fortbildungswiese unter www.suchtpraevention-fortbildung.de/veranstaltung/1000.

Das vierte Jahr infolge ist die Zahl der an Drogen verstorbenen Menschen angestiegen

In 2021 starben 1.826 Menschen am Konsum oder den Folgen des Konsums von illegalen Drogen und damit ca. 15% mehr Menschen, als im Jahr 2020. Haupttodesursachen waren der Gebrauch von Heroin und anderen Opioiden alleine oder in Verbindung mit anderen Stoffen. Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert nannte die Zahlen „schockierend“. Ein „Weiter so“ in der deutschen Drogenpolitik sei nicht möglich. Hilfe, Behandlung und Beratung müssten schneller und direkter bei den Menschen ankommen. (Quelle: https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/1826-maenner-und-frauen-in-deutschland-2021-an-illegalen-drogen-verstorben-zahl-erneut-gestiegen/)

Jahrbuch Sucht 2022 ist erschienen

Am 26. April ist das Jahrbuch Sucht 2022 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. erschienen. Neben der umfassenden Datensammlung, -aufbereitung, -analyse und -interpretation zur Epidemiologie und Behandlung von Suchterkrankungen befasst sich die aktuelle Ausgabe des jährlich erscheinenden Standardwerks unter anderem mit Sucht und Suchtmittelkonsum unter Corona-Bedingungen. Mehr Informationen

NALtrain

Im Rahmen des Projekts NALtrain (Naloxon-Training) konnten trotz der Einschränkungen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in inzwischen 15 Trainings ca. 185 Mitarbeitende aus ca. 60 Einrichtungen qualifiziert werden. In den Trainings werden Mitarbeiter*innen der Einrichtungen ausgebildet, die dann als Multiplikator*innen in ihren Einrichtungen Schulungen für Klient*innen und Kolleg*innen durchführen.
NALtrain wird auch in Haftanstalten angeboten: In Nordrhein-Westfalen startet ein Modellprojekt in fünf Haftanstalten (inkl. Mitgabe von Naloxon bei Haftentlassung). In Baden-Württemberg wird ebenfalls mit Trainings in JVAs begonnen und in Bayern sollen die JVAs Take-Home-Naloxon-Trainings anbieten und Naloxon – Mitgabe ermöglichen. Trainings in Haft können sowohl durch Personal der JVAs durchgeführt werden, als auch durch externe Suchtberatungsstellen. Quelle und mehr Informationen unter www.naloxontraining.de

Cannabis in der Schwangerschaft stört emotionale Entwicklung des Kindes

Mit der Legalisierung von Cannabis in den USA hat der Cannabiskonsum in der Schwangerschaft deutlich zugenommen. In einer Studie konnte nun festgestellt werden, dass die Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft Cannabis rauchten, im Alter von drei bis sechs Jahren häufiger ein ängstliches Verhalten aufwiesen, was den Autor*innen der Studie zufolge möglicherweise Folge eines erhöhten Stresshormonlevels ist. Die Kinder der Frauen, die Cannabis während der Schwangerschaft konsumiert haben, wiesen erhöhte Cortisolkonzentrationen in den Haarproben auf, was ein Hinweis auf ein erhöhtes Stresslevel ist.
Cannabis wird von schwangeren Frauen z.T. als Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft genutzt. Dabei ahnen die Frauen häufig nicht, das Tetrahydrocannabinol (THC) über die Plazenta in den Kreislauf des Kindes gelangt.
Link zum Forschungsbeitrag: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2106115118

Elternratgeber Digitale Medien und Pubertät

Um Eltern bei Fragen rund um das Thema digitale Medien und Pubertät zu unterstützen, hat SUCHT.HAMBURG in Kooperation mit der Landesvertretung Hamburg der Techniker Krankenkasse den Elternratgeber „Digitale Medien und Pubertät“ entwickelt. Er gibt einen Einblick in die digitale Lebenswelt von Jugendlichen, weist auf Warnsignale bei Kindern und Jugendlichen hin und zeigt Eltern, ab wann die Mediennutzung zum Problem wird. Daneben gibt der Ratgeber auch praktische Tipps für den Familienalltag an die Hand und unterstützt sie bei der Medienerziehung zuhause. Der neue Ratgeber ist in unserem Webshop abrufbar.

 Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Konsum 3.0 - Images von Alkohol und illegalen Drogen im Internet. Webseminar am 13. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention I – Basis-Webseminar am 16. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Schöner, schlanker, selbstbewusster - Selbstoptimierung von jungen Frauen in sozialen Medien. Webseminar am 22. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Motivational Interviewing - Schlüssel zur Entwicklung von Veränderungsbereitschaft und Commitment am 30. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Eigenständig werden: Unterrichtsprogramm für die Jahrgangsstufen 5 und 6 am 24. August Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

Suchttherapietage „Warum erreichen wir die Zielgruppen nicht: Unpassende Angebote oder Krankheitsimmanent?“ online vom 7. bis 9. Juni 2022 Mehr Informationen

3. Suchtkongress des Fachverband Sucht vom 22. bis 24. Juni 2022 in Münster: „Suchttherapie am Puls der Zeit“ – Konsumformen und Behandlungspfade im Wandel. Mehr Informationen  

Cannabis-Future - Der Wandel in der Cannabispolitik in Deutschland Fachkongress am 24. Juni 2022 in Berlin und online. Mehr Informationen und Anmeldung

Deutscher Suchtkongress 2022 „Neue Wege in Behandlung, Prävention und Forschung“ vom 7. bis 9. September 2022 in München Mehr Informationen

Save the Date: Jahrestagung von SUCHT.HAMBURG zum Thema „Computerspielsucht und internetbezogene Störungen“ am 16. November

 Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Sucht.Jugend 15. Juni 2022

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 20. Juni 2022

FASD-Netzwerktreffen 24. August 2022

AK Vielfalt 25. August 2022

AK Enter 21. September 2022

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Liebe*r Leser*in,

die belastenden Ereignisse reißen nicht ab. Seit vier Wochen ist die Ukraine einem Angriffskrieg ausgesetzt, wir sind fassungslos und unser Mitgefühl gilt den Betroffenen.

Welche Auswirkungen das Kriegstrauma auf die Menschen in der Ukraine hat, lässt sich nur erahnen. Groß ist die Hilfsbereitschaft und Unterstützung für die Betroffenen aus allen zivilgesellschaftlichen Bereichen und nicht zuletzt sozialen Einrichtungen. Auch in der Suchthilfe wird über den Krieg in der Ukraine gesprochen, Erfahrungen und Expertise im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten werden eingebracht und in Netzwerktreffen und Arbeitskreisen kommuniziert. Einen Beitrag dazu leisten unsere aktualisierten Listen über muttersprachige Suchtberatungsangebote in Hamburg.

In unserem Newsletter finden Sie im Weiteren wie gewohnt Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Veranstaltungshinweise in der Suchthilfe und Suchtprävention in Hamburg und darüber hinaus.

Herzlichst

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Evaluation des Hamburger Basiscurriculums „Jugend und Sucht“

Im Winter hat SUCHT.HAMBURG den Bericht zur Evaluation der Struktur- und Prozessqualität der Fortbildungsangebote 2014 bis 2020 im Rahmen des Basiscurriculums „Jugend und Sucht“ vorgelegt. Bis zum Jahr 2020 konnten insgesamt vier Durchgänge des Basiscurriculums vollständig umgesetzt werden.

Zur Qualitätssicherung der im Rahmen des Basiscurriculums angebotenen Fortbildungsveranstaltungen wurden die jeweils verantwortlichen Kursleitungen darum gebeten, den Teilnehmer*innen einen zuvor von SUCHT.HAMBURG entwickelten standardisierten Evaluationsbogen auszuhändigen, um auf diese Weise eine Rückmeldung zur Durchführungsqualität der jeweiligen Veranstaltungen zu erhalten. Mit 168 wurde gut die Hälfte (53%) aller 316 BC-Fortbildungsangebote von den jeweiligen Teilnehmer*innen mit Hilfe des Fragebogens entsprechend bewertet.

Die im Bericht zusammenfassend dokumentierten Evaluationsergebnisse des Basiscurriculums „Jugend und Sucht“ deuten darauf hin, dass sich die konzeptionelle Idee und die praktische Umsetzung dieses spezifischen Qualifizierungsprogramms alles in allem gut bewährt haben. Mit dem Angebot einer systematischen Zusammenstellung von Fortbildungsveranstaltungen, bei denen – gleichsam auf der übergeordneten Ebene – ein konkreter inhaltlicher Rahmen („Jugend & Sucht“) gesetzt ist, und innerhalb dessen dann die Bandbreite seiner verschiedenen Facetten möglichst breit ausgeleuchtet wird, erhält die avisierte Zielgruppe der Fachkräfte aus den pädagogischen Arbeitsfeldern wie Schulen oder Freizeiteinrichtungen sowie der ambulanten und stationären Jugendhilfe eine hilfreiche und wichtige Orientierung in der Planung und Umsetzung ihrer beruflichen Weiterbildung. Auf Seiten der fortbildenden Einrichtungen wird zudem durch die trägerübergreifende Abstimmung des Fortbildungsangebotes dessen Strukturqualität insgesamt erhöht. Weitere Ergebnisse und den Bericht finden Sie unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen

Monitoringbericht zum Umgang mit Suchtmitteln von Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland und in Hamburg 2020

Der derzeit im zweijährigen Rhythmus erscheinende Monitoringbericht enthält eine systematische, verständliche und übersichtliche Zusammenstellung der wichtigsten empirischen Daten zu den unterschiedlichen Aspekten des Umgangs mit legalen und illegalen Rauschmitteln in Hamburg und der Bundesrepublik.

Neben vielen anderen Aspekten zählt der Rückgang des Alkoholkonsums unter Jugendlichen, sowohl für die Lebenszeit- und 30-Tage-Prävalenz als auch für den regelmäßigen Starkkonsum („Binge-Drinking“) zu den bedeutsamsten Erkenntnissen des Berichts in Bezug auf die Substanz Alkohol. Für den Konsum von Erwachsenen lagen in 2020 keine neuen interpretierbaren Daten vor. Auffällig ist jedoch eine Entwicklung in Bezug auf den Anteil der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss: während in Deutschland ein eher rückläufiger Trend zu beobachten ist, verbleibt die entsprechend anteilige Unfallrate in Hamburg auf dem Niveau der Vorjahre.

Die Verbreitung des Tabakkonsums geht sowohl auf der Bundesebene als auch in Hamburg stetig zurück. Dies gilt sowohl für die Jugendlichen als auch für die Erwachsenen. Dagegen hat die Attraktivität der Nutzung von E-Zigaretten und/oder E-Shishas insbesondere bei den Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ist bedarf aus unserer Sicht einer Intensivierung von suchtpräventiven Maßnahmen in diesem Handlungsfeld. Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Deutschland hat ein Glücksspielproblem — Neue Studie über die Verbreitung von Glücksspiel-Störungen

Die Zahlen des jüngst erschienenen Glücksspiel-Survey 2021 (Buth, S.; Meyer, G.; Kalke, J. 2022: Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Ergebnisse des Glücksspiel-Survey 2021. Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung, Hamburg) bringen es auf den Punkt: Deutschland hat ein Problem mit Glücksspielen. Mehr als zwei von 100 Erwachsenen hierzulande weisen der Erhebung zufolge eine „Glücksspiel-Störung“ auf. Männer sind hiervon drei Mal so häufig betroffen wie Frauen. Weitere knapp sechs Prozent haben einen riskanten Umgang mit Glücksspielen. Gleichzeitig werden Glücksspiele immer noch massiv beworben. Besonders für Menschen mit Spielproblemen hat Glücksspielwerbung oft schwerwiegende Folgen für den Verlauf ihres Spielverhaltens.

Glücksspielsucht ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen nach und nach die Kontrolle über ihr Spielen verlieren. Viele von ihnen leben ohnehin in wirtschaftlich prekären Verhältnissen. Das Geld, das sie in den Automaten schmeißen oder gegen Jetons eintauschen, fehlt für wichtige Anschaffungen in der Familie und Rücklagen. Pathologisches Glücksspielen führt häufig in eine Abwärtsspirale, die ganze Familien mitreißt. Der Einstieg in das Glücksspielen wird durch Millionenbudgets für Glücksspielwerbung mit angetrieben. Die Daten des Glücksspiel-Survey zeigen eindeutig, dass diese Werbung vor allem jenen Menschen schadet, die bereits riskant spielen. Je ausgeprägter ihre Glücksspiel-Störung ist, desto gefährdeter sind sie durch Werbung. Vier von zehn Menschen mit einer schweren Glücksspiel-Störung geben in der Befragung an, dass Werbung sie dazu veranlasst, neue Glücksspiele auszuprobieren. Das zeigt: Wir haben nicht nur ein Problem mit Glücksspielen, sondern auch ein hausgemachtes Problem mit Glücksspielwerbung. Dabei sollte es doch eigentlich heißen, um Geld spielt man nicht!

Das breite Angebot an Glücksspielen und ihre starke Bewerbung tragen zur Normalisierung und damit zu einer Verharmlosung von Glücksspielen bei. Man kann so leicht den Eindruck bekommen, dass das Spielen um Geld eine übliche und ungefährliche Freizeitbeschäftigung sei. Das senkt die Schwelle für den Einstieg in die Welt der Glücksspiele und erhöht für Ex-Spielende das Rückfallrisiko. Besonders im Internet ist es schwierig, den Werbebotschaften der Glücksspielindustrie aus dem Weg zu gehen. Deswegen muss Glücksspielwerbung strenger reguliert und abhängige Menschen besser geschützt und unterstützt werden.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

ICD 11 - neue Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten in Kraft getreten

Nachdem es viele Jahre umstritten war, inwiefern eine problematische Mediennutzung eine eigenständige Suchterkrankung darstellt, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sich im Jahr 2018 dafür ausgesprochen, Computerspielsucht als offizielle Krankheit anzuerkennen. Die Internationale Klassifikation von Krankheiten (ICD) 11 ist zum 1. Januar 2022 in Kraft getreten, womit Computerspielsucht – Gaming Disorder - seit Beginn dieses Jahres nun als Krankheit diagnostiziert werden kann. Viele verbinden damit auch die Hoffnung, dass damit in Zukunft bessere und spezifischere Therapien entwickelt werden können. Aber auch die Gambling Disorder wird nun in der neuen ICD als eigenständige Störung unter den Suchtkrankheiten geführt. Diese wird nun in eine Online- , Offline- sowie nicht näher bestimmte Spielsucht unterschieden und kann zudem von einem riskantem Spiel- und Wettverhalten differenziert werden.

Jahresbericht von SUCHT.HAMBURG 2021

Druckfrisch ist der Jahresbericht 2021 von SUCHT.HAMBURG erschienen. Er gibt einen Überblick über die Arbeit in unseren Projekten, zu Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie über unsere Netzwerk- und Koordinierungstätigkeiten. Sie können finden den Bericht unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen.

Übersicht zur muttersprachigen Beratung im Suchthilfesystem

Jährlich im März werden die Informationen für Fachkräfte des Suchtkrankenhilfesystems in Hamburg über die „Angebote in Fremd- und Muttersprachen der Suchtprävention und Suchthilfe Hamburg“ sowie über die „Muttersprachige Selbsthilfegruppen in Hamburg“ aktualisiert. Diese Informationen richten sich vor allem an Fachpersonen (Suchtberater*innen, Sozialarbeiter*innen usw.) für die direkte und schnelle Vernetzung und Kooperation im Einzelfall. Hierfür bietet das Hamburger Suchthilfesystem eine Vielfalt an (Mutter-) Sprachen und die deutsche Gebärdensprache an. Die Informationen können unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen heruntergeladen werden.

ZEITUNG für Suchtprävention

Im Januar ist die 55. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. Themen sind  Gendersensible Suchtarbeit, Cannabiskonsum von jungen Menschen und die Beratungsstelle "Frauenperspektiven e.V." im Fokus. Die ZEITUNG kann in unserem Shop unter www.sucht-hamburg.de/shop heruntergeladen oder bestellt werden.

Bundesweite Aktionswoche Alkohol vom 14. bis 22. Mai in Hamburg unter dem Motto „Zukunft der Selbsthilfe – ohne uns läuft nix!“

In der inzwischen achten Auflage findet die bundesweite Aktionswoche Alkohol auch in diesem Jahr wieder mit vielen Veranstaltungen in Hamburg statt. Dem bundesweiten Schwerpunkt Suchtselbsthilfe trägt Hamburg mit einem eigenen Motto Rechnung: Zukunft der Selbsthilfe – ohne uns läuft nix! Denn Selbsthilfegruppen sind eine wesentliche Säule des Suchthilfesystems, die vor allem durch umfassendes Ehrenamt und hohes persönliches Engagement zum nachhaltigen Tragen kommt. Die Aktionswoche Alkohol in Hamburg ist daher den Aktiven in der Suchtselbsthilfe gewidmet, die vor allem auch in Zeiten der Corona-Pandemie Herausragendes für die von Abhängigkeitserkrankungen Betroffenen und deren Angehörige geleistet haben.

Die Aktionswoche Alkohol in Hamburg wird von der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V und deren neuer Geschäftsführerin Tanja Adriany organisiert. Die diversen Veranstaltungshinweise mit Ort, Datum und Uhrzeit finden sich auf der Homepage www.landesstelle-hamburg.de  unter „Aktionswoche Alkohol 2022“. Wenn Sie Interesse haben, sich an einer der geplanten Aktionen zu beteiligen oder eine eigene Veranstaltung in Ihrer Einrichtung planen, wenden sich gern an Tanja Adriany – HLS e.V. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Alle Informationen zur bundesweiten Aktionswoche Alkohol finden sich auf der Webseite der DHS unter www.aktionswoche-alkohol.de

Deutscher Suchtkongress 2022 – Save the Date

Der Deutsche Suchtkongress 2022 findet vom 7. bis 9. September in München statt.  Das Motto lautet „Neue Wege in Behandlung, Prävention und Forschung“, Kongresspräsident ist Prof. Dr. Ludwig Kraus (IFT Institut für Therapieforschung München). Weitere Informationen finden Sie unter www.suchtkongress.org

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Der Packesel und die rosarote Brille - Stärkende Methoden für Einzel-und Gruppensettings. Webseminar am 21. April Mehr Informationen und Anmeldung

Essstörungen - auch ein Thema bei Jungen?! Webseminar am 26. April Mehr Informationen und Anmeldung

Zertifikatsschulung CAN Stop-Trainer*in für Fachkräfte am 2. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Flaschenpost und Dosenmonster - Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie am 5. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Trauma: Wissensgrundlagen und Handlungshinweise für den Umgang mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen am 23. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Konsum 3.0 - Images von Alkohol und illegalen Drogen im Internet. Webseminar am 13. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention I – Basis-Webseminar am 16. Juni Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

43. fdr+sucht+kongress zum Thema “SUCHT im Netzwerk” am 2. und 3. Mai 2022 Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche Alkohol vom 14. bis 22. Mai 2022 Mehr Informationen

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung 2022 vom 20. bis 21. Mai 2022 in Berlin Mehr Informationen

Suchttherapietage „Warum erreichen wir die Zielgruppen nicht: Unpassende Angebote oder Krankheitsimmanent?“ online vom 7. bis 9. Juni 2022 Mehr Informationen

3. Suchtkongress des Fachverband Sucht vom 22. bis 24. Juni 2022 in Münster: „Suchttherapie am Puls der Zeit“ – Konsumformen und Behandlungspfade im Wandel. Mehr Informationen  

Save the Date: Fachkongress Cannabis Future am 26. Juni 2022 in Berlin und online

Save the Date: Deutscher Suchtkongress 2022 7. bis 9. September 2022 in München Mehr Informationen

 

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Sucht.Jugend 13. April 2022

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 25. April 2022

FASD-Netzwerktreffen 27. April 2022

AK Enter 12. Mai 2022

AK Vielfalt 19. Mai 2022

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Der Dot.sys Jahresbericht mit ausgewählten Ergebnissen der in Hamburg dokumentierten suchtpräventiven Maßnahmen des Jahres 2021 steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

Am 20. und 21. Mai 2021 fand die sechsten Fachtagung zur Qualität in der Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erstmals online statt, deren Dokumentation nun veröffentlicht wurde. Dass auch zweitägige Konferenzen virtuell sehr gut gelingen können, belegte der überaus anregende und höchst interaktive Austausch im Rahmen der Tagung, an der 170 Personen teilnahmen. Die Tagung wurde in Kooperation mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein unter Federführung der Hamburger Fachstelle für Suchtfragen SUCHT.HAMBURG veranstaltet.

Eröffnet wurde die Tagung von der Hamburger Gesundheitssenatorin Dr. Melanie Leonhard, dem schleswig-holsteinischen Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg und dem kommissarischen Direktor der BZgA, Prof. Dr. Martin Dietrich. Das Tagungsprogramm war vielfältig, beginnend mit einem Impulsvortrag von Dr. Ekaterini Georgiadou und daran anschließenden Diskussionen zu aktuellen Themen und den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Suchtprävention beziehungsweise auf die Entstehung von Suchterkrankungen. Weitere Vorträge und Diskussionen am Nachmittag des 20. Mai und am Vormittag des 21. Mai wurden von insgesamt 15 überaus interessanten und lebhaften Workshops umrahmt, in denen unter anderem intensiv über die Wirksamkeit suchtpräventiver Angebote, neue Konzepte zur Prävention internetbasierter Störungen, Suchtprävention im Alter oder Cannabisprävention und zum integrierten Ansatz der Suchtprävention in den Niederlanden informiert und diskutiert wurde. Der zweite Konferenztag glänzte zudem mit einer regen Podiumsdiskussion, in der Michaela Goecke (BZgA), Prof. Dr. Reiner Hanewinkel (Institut für Therapieforschung Nord gGmbH), Andrea Hardeling (Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.), Jens Hupfeld (GKV-Spitzenverband), Gaby Kirschbaum (Bundesministerium für Gesundheit) und Knut Riemann (Schleswig-Holsteinischer Landkreistag) über die Folgen der Corona-Pandemie für die Suchtprävention und die Frage, wie diese gemeinsam bewältigt werden können, debattierten.

Download oder Bestellung im Shop

Am 17. November 2021 fand die inzwischen zweite Jahrestagung im Onlineformat statt, die mit fast 100 Teilnehmenden in der Hamburger Fachöffentlichkeit und darüber hinaus großen Anklang fand.

Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede zeigen sich beim Konsum- und Suchtverhalten und wie kann vor diesem Hintergrund eine gendersensible Suchthilfe gelingen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer diesjährigen Tagung. Das Programm bot neben drei Impulsvorträgen im Hauptraum ausreichend Raum für Diskussionen in Form einer virtuellen Podiumsrunde sowie die Möglichkeit zu Kleingruppendiskussionen in einem „Praxischeck“ am Vormittag. Der Nachmittag widmete sich mit zwei Parallelsessions dem breiten Spektrum von Genderfragen und Sucht in insgesamt acht verschiedenen Workshops.

Die Web-Konferenz wurde mit einem Vortrag von Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt University of Applied Sciences eröffnet, der deutlich machte, dass sich die Ursachen für Substanzgebrauchsstörungen zwischen den Geschlechtern zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. In Hamburg ist gendersensibles Arbeiten in den Einrichtungen der Suchthilfe seit vielen Jahren fest verankert, bundesweit betrachtet sollte es unbedingt zur Regel und nicht, wie bisher, als „nice to have“ betrachtet werden. Denn Suchtarbeit kann nämlich nur dann effizient und erfolgreich sein, wenn sie zielgruppenspezifisch und lebensweltnah ist und sich an den individuellen Erfahrungen, Bedürfnissen und Ressourcen der Klient*innen orientiert, führte Prof. Dr. Stöver weiter aus.

Frau Dr. Brigitta Lökenhoff von der Landesfachstelle Frauen und Familie BELLA DONNA der Suchtkooperation NRW berichtete in ihrem Vortrag darüber, dass die Corona-Pandemie bei vielen Frauen mit Suchtproblemen als Krisenverstärker gewirkt hat. So erlebten viele Frauen seitdem (noch) häufiger Gewalt in Beziehungen, auch die materiellen Sorgen haben bei vielen von ihnen zugenommen. Das wahre Ausmaß der psychischen und emotionalen Schäden wird sich erst zeigen, wenn sich die Lebenssituationen der Klientinnen und die Arbeitsbedingungen für die Beratungsfachkräfte wieder „normalisiert“ haben, so die Einschätzung von Frau Dr. Lökenhoff.

Die beiden Inputs am Morgen wurden ergänzt von einer überaus lebhaften virtuellen Podiumsrunde mit Katrin Bahr (Condrobs München), Dietrich Hellge-Antoni (Fachabteilung Drogen und Sucht, Sozialbehörde FHH), Susanne Herschelmann (Kajal - Frauenperspektiven e.V. Hamburg), Cornelia Kost (4Be TransSuchtHilfe – Therapiehilfe gGmbH Hamburg), Birgit Landwehr (Frauenperspektiven e.V. Hamburg) und Prof. Dr. Heino Stöver (Frankfurt University of Applied Sciences).

Die Diskutant*innen machten in ihren Eingangsstatements deutlich, warum die geschlechtssensible Suchtarbeit und -prävention kein „nice to have“ sind, sondern essentiell für eine professionelle Suchtarbeit ist. Alle waren sich einig., dass die geschlechtsspezifischen Lebenswelten und damit verbundenen Herausforderungen ihrer Klient*innen immer und ausnahmslos in der Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen berücksichtigt werden müssen und zu häufig leider immer noch nicht der optimale Rahmen für eine geschlechtsspezifische Suchtberatung und -behandlung insbesondere für Frauen gesetzt wird.

Ein spannender Aspekt der Diskussion war die Debatte um Männlichkeit und Weiblichkeit als binäre Ordnungsprinzipien unserer Gesellschaft die gleichzeitig das Konsum- und Suchtverhalten prägen. So ist Männlichkeit zum Beispiel mit „Risikofreude“ konnotiert, Weiblichkeit etwa mit Selbstkontrolle. Menschen, die eine für ihr zugewiesenes Geschlecht „untypische“ Suchterkrankung entwickeln, werden zusätzlich stigmatisiert. Unter anderem deswegen trinken Frauen zum Beispiel häufig heimlich. Nicht-binäre Menschen kommen in dieser binären Ordnung meist gar nicht vor bzw. werden nicht mitgedacht. Hier besteht deutlicher Entwicklungsbedarf, nicht nur in der Suchthilfe sondern in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen, sowie im Bildungs- und anderen Hilfesystemen. Die offenen Diskussionspunkte wurden zum Teil im anschließenden Praxischeck weiter diskutiert

Nach der Mittagspause informierte Frau Dr. Monika Vogelgesang von der Median-Klinik Münchwies in ihrem Beitrag über Möglichkeiten der geschlechtssensiblen Therapie von Abhängigkeitserkrankungen. Sie verwies darauf, dass alkoholabhängige Frauen im Unterschied zu Männern häufiger heimlich trinken, insbesondere weil ihrem Konsum weniger Verständnis entgegengebracht wird und Alkoholabhängigkeit bei Frauen deutlich schambesetzter ist. In der frauenspezifischen Suchttherapie kommt es deshalb unter anderem darauf an, gesellschaftliche Normen – zum Beispiel hinsichtlich der Selbstwertdefinition von Frauen über das Aussehen, dem Streben nach „Perfektion“ oder der Erfüllung von Erwartungen anderer Menschen – zu hinterfragen und achtsam gegenüber eigenen Bedürfnissen zu sein.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden dann die Möglichkeit, sich in acht themenspezifischen Workshops auszutauschen, deren Zusammenfassung Sie hier herunterladen können.

Vorträge zum Download:

Prof. Dr. Heino Stöver - Gender und Sucht. Wie kann gendersensible Suchtarbeit gelingen?

Dr. Brigitta Lökenhoff - Suchtmittelkonsum und frauenbezogene Suchthilfe in der Pandemie

Dr. Monika Vogelgesang - Geschlechtspezifische Therapie von Abhängigkeitserkrankungen

Die Vortäge können auch auf unserem YouTube-Kanal angesehen werden