Zum Schutz der Gesundheit von uns allen haben wir uns angesichts der aktuellen Lage im Kontext der SarsCov2-Pandemie gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entschlossen, die bundesweite Tagung "Qualität in der Suchtprävention" ins nächste Jahr zu verschieben.

Es ist nun geplant, die Tagung voraussichtlich am 20. und 21. Mai 2021 in Lübeck mit einem ähnlichen Programm durchzuführen.

Sobald eine verlässliche Planung der Tagung möglich ist, informieren wir über die nächsten Schritte.

Liebe Leser*in,

schon wieder ist ein arbeitsreiches Jahr vorüber und einige von Ihnen fragen sich möglicherweise wo die Zeit geblieben ist, schreiben noch letzte wichtige Berichte oder bereiten anstehende Aufgaben des Jahres 2020 vor.
Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie spätestens in der kommenden Woche die notwendige Zeit finden innezuhalten, das Jahr Revue passieren zu lassen und die hoffentlich freien Tage so zu verbringen, wie Sie es sich wünschen. Vielleicht gehört auch die Lektüre unseres Newsletters dazu, dann erwarten Sie Berichte zur Auswertung der Statistik der ambulanten Suchthilfe in Hamburg, zu den Tagungen der Drogenbeauftragten und der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, Erkenntnisse zum Thema eZigarettenkonsum von Jugendlichen sowie zahlreiche Veranstaltungs- und Fortbildungshinweise.
Ich bedanke mich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und freue mich, auch im kommenden Jahr wieder mit Ihnen gemeinsam für die Anliegen der Suchtkrankenhilfe und Suchtvorbeugung aktiv zu sein.

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Ambulante Suchthilfe in Hamburg hat im Jahr 2018 15.068 Personen beraten und betreut!

Anfang Dezember wurde der Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg veröffentlicht. Über 15.000 Personen suchten demnach in 2018 eine ambulante Suchthilfeeinrichtung in Hamburg auf, 30 Prozent davon sind Frauen. Nahezu unverändert sind die Angaben (Mehrfachnennungen) der Klient*innen zu den konsumierten Hauptdrogen: 66 % der Klient*innen nannten Alkohol, 46 % Cannabis, 33 % Kokain, 29 % Opioide/Heroin, 15 % Amphetamine, jeweils 14 % Sedativa bzw. Crack und 6 % Halluzinogene als Hauptdrogen, weitere 13 % hatten eine Glücksspielproblematik (Quelle: BADO e.V. [Hrsg.] 2019: Suchthilfe in Hamburg. Statusbericht 2018 der Hamburger Basisdatendokumentation in der ambulanten Suchthilfe und der Eingliederungshilfe. Hamburg).

In einer speziellen Auswertung durch Forscher*innen des Zentrums für interdisziplinäre Suchtforschung in Hamburg wurde analysiert, wie sich die Klient*innen der Suchthilfeeinrichtungen auf zu 13 Regionen zusammengefasste 98 Stadtteile in Hamburg verteilen. In diesem Zusammenhang wurden Erreichungsquoten mit stadtteilspezifischen Sozialdaten korreliert. In diese Sonderauswertung flossen die Daten von 35.620 verschiedenen Klient*innen ein, die in den Jahren 2014 – 2018 in einer Suchthilfeeinrichtung beraten wurden. Als zentrale Erkenntnisse nennen die Forscher*innen:

  • Die Erreichungsquote (bezogen auf die Einwohnerzahl) war insgesamt hoch. Es wurden etwa 2,7 % der Hamburger*innen (Altersgruppe 18 - 64 Jahren) in Einrichtungen der Suchthilfe beraten oder betreut.
  • Die Erreichungsquote hängt von verschiedenen von Faktoren ab, wie z.B. der nicht bekannten Anzahl von Personen mit einer Suchtproblematik, der unterschiedlichen kulturell oder durch die Schwere der Erkrankung bedingten Erreichbarkeit von Menschen mit Suchtproblemen, dem Vorhandensein und der Bekanntheit von Suchthilfeeinrichtungen.
  • Die Erreichungsquoten für Frauen und Männer waren nahezu gleich.

Darüber hinaus gibt einen sehr starken Zusammenhang zwischen dem Sozialindex und den Erreichungsquoten in den 98 berücksichtigten Stadtteilen: Je größer die Problemlagen laut Sozialindex für die Stadtteile sind, desto mehr Klient*innen werden aus diesen Stadtteilen erreicht.

Weitere Informationen zur BADO und Downloadmöglichkeit unter www.bado.de.

Kinder und Jugendliche greifen eher zur Zigarette, wenn sie vorher E-Zigaretten geraucht haben

Eine aktuelle Studie des Instituts für Therapieforschung Nord zum E-Zigarettenkonsum und späterem Konsum konventioneller Zigaretten zeigt, dass Kinder und Jugendliche eher zur Zigarette greifen, wenn sie vorher E-Zigaretten geraucht haben (Quelle: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1041-9970).

Dies bestätigen auch vertiefende Auswertungen zum Dampfen und Rauchen der aktuellen SCHULBUS-Studie von SUCHT.HAMBURG. Nicht nur dass das Dampfen von eZigaretten und eShishas insgesamt auf dem Vormarsch ist, sondern mit zunehmender Dauer des eZigarettengebrauchs steigt auch der Anteil derer, die von nikotinfreien auf nikotinhaltige Liquids umsteigen. Im Weiteren betrachtete Theo Baumgärtner in der speziellen Auswertung diejenigen Dampfer*innen, die auch angeben schon mal Tabak konsumiert (65% der Dampfer*innen) zu haben. Von diesen sogenannten Dual Usern geben etwa 35% an, mindestens ein Jahr vor dem Konsum eines tabakhaltigen Produktes bereits gedampft zu haben. Es mehren sich also die Hinweise, dass eZigaretten den Einstieg in den späteren Tabakkonsum begünstigen.

Wenngleich nun vor kurzem das in Deutschland längst überfällige Werbeverbot für Tabakwaren und eZigaretten auf den Weg gebracht wurde, soll es aufgrund einer Übergangsfrist noch bis Ende 2023 Werbung für eZigaretten geben. Und die spricht insbesondere Jugendliche an, wie vor kurzem auch die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig in einem Interview (https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/e-zigaretten-drogenbeauftragte-fordert-werbeverbot-a-1291400.html) kritisierte.

Für die Suchtprävention bedeutet dies unter anderem, dass im Umgang mit eZigaretten kein Unterschied zur Tabakprävention gemacht werden darf und neben der Arbeit mit Jugendlichen auch deren Eltern und Fachkräfte verstärkt in den Blick genommen werden müssen.

Den ausführlichen Artikel mit dem Titel „Ist Dampfen das neue Rauchen?“ von Theo Baumgärtner finden Sie in der 51. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention, die im Januar 2020 erscheinen wird.

"Sucht im Fokus - Kommunen engagiert vor Ort!" - Jahrestagung der Drogenbeauftragten des Bundes am 25. November 2019 und Workshop der Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht am 26. November 2019 in Berlin

Im November ludt Daniela Ludwig, die neue Drogenbeauftragte des Bundes, zur Jahrestagung "Sucht im Fokus - Kommunen engagiert vor Ort!" ein. Mehr als 300 Expertinnen und Experten aus der Suchthilfe, Suchtprävention, dem Gesundheitswesen und Wissenschaft waren der Einladung gefolgt.

Im Rahmen der Tagung wurden Fragen um die Sicherstellung der notwendigen Unterstützung für suchtkranke Menschen, Vernetzung von Suchhilfe und Suchtberatung mit den Kommunen und auch die Digitalisierung in Suchthilfe- und -prävention diskutiert. Dazu die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig: „Wir müssen sicherstellen, dass die Suchthilfe und Beratung, die Prävention und Hilfe vor Ort auch in Zukunft funktioniert! Natürlich sind die Anforderungen an die Kommunen nicht immer vergleichbar, aber vieles lässt sich durch gutes Netzwerken und Lernen voneinander besser und schneller bewältigen. Auch die Möglichkeiten der Digitalisierung als Ergänzung zur persönlichen, klassischen Beratung spielen dabei eine wichtige Rolle. Diese Potentiale gilt es zu nutzen, um die Hilfsangebote – analog und digital - zukünftig noch wirkungsvoller zu machen.“ (Quelle: https://www.drogenbeauftragte.de/presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2019/iv-quartal/jahrestagung-der-drogenbeauftragten-2019-sucht-im-fokus-kommunen-engagiert-vor-ort.html)

Ein Tag später ludt die Deutsche Drogenbeobachtungstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) in Berlin zum Workshop „Sucht sucht Verbündete – Kommunen als Gestalter und Partner“ ein. In dem Workshop diskutierten etwa 50 Expert*innen aus den Ländern über die Rolle von Kommunen beim Umgang mit dem Themenkomplex Drogen und Sucht im städtischen Raum.

Gerade in den größeren Städten haben sich die Herausforderungen in den letzten Jahren, wie etwa wahrgenommene Veränderungen im öffentlichen Raum und die noch stärkere Notwendigkeit vernetzter Behandlung aufgrund vielfältiger sozialer Probleme, zum Teil deutlich verändert.

Überaus anregend war in diesem Rahmen die Vorstellung des Konzeptes „Sicher gemeinsam – Herausforderungen im öffentlichen Raum in Wien“ durch Isabella Lehner-Oberndorfer von der Sucht- und Drogenkoordination Wien (https://sdw.wien). Das Konzept hat unter anderem zum Ziel, Suchtentwicklung zu verhindern oder zu mindern, Menschen mit einer Suchtproblematik sollen in das gesellschaftliche Leben integriert sein, der Kreislauf aus Arbeitslosigkeit, Sucht und sozialer Desintegration durchbrochen und Marginalisierung verhindert werden. Im Fokus steht dabei ein sozial verträgliches Mit- oder Nebeneinander aller Nutzer*innengruppen im öffentlichen Raum.

Als Erfolgsfaktoren wurden neben der Kooperation mit einer Vielzahl strategischer Partner*innen aus der Suchthilfe, dem Gesundheitswesen, den Verkehrsbetrieben, der Stadtreinigung uvm. die geteilte Verantwortung und das gemeinsame Handeln ausgehend vom Bürgermeister der Stadt Wien für die Lösung von sozialen Problemen und den konkreten Problemlagen im öffentlichen Raum benannt.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Zusammenfassung der Tagung zu Partizipation und Teilhabe in der Suchthilfe am 13. November 2019 von SUCHT.HAMBURG

Das Bundesteilhabegesetz fordert die Umsetzung von Inklusion im Sinne der Förderung von gleichberechtigter Teilhabe für alle Menschen mit oder ohne Beeinträchtigungen, was zu Veränderungen von Strukturen und Abläufen in den Einrichtungen der Suchthilfe führt. Aus diesem Anlass standen partizipative Ansätze in Suchtprävention und Suchthilfe im Fokus unserer Jahrestagung am 13. November 2019. Eine ausführliche Zusammenfassung und die Vorträge zum Download finden Sie hier. Die beiden Impulsvorträge können auch in unserem YouTube-Kanal angesehen werden.

Alkohol? Kenn dein Limit! Unterrichtsmaterial

Das neue Unterrichtsmaterial der BZgA zur Kampagne Alkohol-kenn dein Limit! zum Thema Klassenreisen mit dem Titel „Abgefahren – es geht auch ohne“ erscheint Anfang des Jahres 2020. Es enthält Unterrichtsvorschläge zur Vorbereitung alkohol- und drogenfreier Klassenreisen für die Sekundarstufen 1 und 2 und ein kleines Manual mit Tipps und Hilfestellungen.

Ein heikles Thema gezielt ansprechen – Fortbildung zu Methoden motivierender Gesprächsführung am 23. und 24. Januar 2020

Die zweitägige Fortbildung bietet eine Einführung in die Grundlagen zur motivierenden Gesprächsführung nach Miller und Rollnick und enthält zahlreiche Übungssequenzen. Sie richtet sich an die Kooperationspartner der Netzwerke rund um Schwangerschaft, Familie und Sucht lina-net und connect, sowie an weitere Interessierte aus diesen Arbeitsfeldern. Ziel ist es, dass es den Fachkräften in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern gelingt, den Konsum von Suchtmitteln und die damit verbundenen Risiken mit ihren Klient*innen und Betreuten anzusprechen und einen Weg zur Veränderung des Verhaltens mit ihnen zu entwickeln. Informationen und Anmeldung

Kita-MOVE - Motivierende Kurzintervention im Elterngespräch

Gespräche mit Eltern sind nicht immer einfach, gerade, wenn es um persönliche Themen wie Erziehung und Gesundheit geht. Und: Im pädagogischen Alltag gibt es zwar häufige, aber meist nur kurze „zwischen Tür und Angel“-Begegnungen mit den Eltern. Kita-MOVE unterstützt pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten, Familienzentren und den Frühen Hilfen dabei, in solchen Situationen Eltern auch zu vermeintlich „schwierigen“ Themen positiv anzusprechen und Impulse für Veränderungen zu geben.

SUCHT.HAMBURG bietet am 24.3., 25.3. und 6.4.2020 eine dreitägige Fortbildung des bundesweit agierenden Projektes Kita-MOVE an. Die Fortbildung bietet hilfreiche Instrumente, um diese Alltagssituationen und Gesprächsanlässe kompetent und gezielt zu nutzen. Erzieher*innen und Pädagog*innen werden in ihrer Professionalität im Elternkontakt gestärkt und gleichzeitig entlastet. Die Fortbildung knüpft an vorhandenes Wissen an, gibt Neues dazu und lässt viel Raum zum Ausprobieren. Kita-MOVE versteht sich als Angebot vor dem Angebot, weil es dazu beitragen kann, Eltern partnerschaftlich zu begegnen und sie für die Annahme von externen Hilfen zu gewinnen. Weitere Informationen zu Kita-MOVE finden sich unter www.kita-move.de. Informationen zur Fortbildung finden Sie hier.

Nächster Kurs des Hamburger Basiscurriculums Jugend und Sucht ab Mai 2020

Am 8. Mai 2020 startet ein neuer Durchgang des über zwei Jahre laufenden Basiscurriculums Jugend und Sucht. Innerhalb dieser Zeitspanne können Fortbildungsangebote der Module Theorie – Information – Grundwissen sowie Praxisansätze – Interventionen belegt werden, um sich für den Abschluss in 2022 zu qualifizieren. Bei dem Angebot für Hamburger Fachkräfte aus den Bereichen Jugendhilfe und Schule sowie angrenzender Bereiche handelt es sich um eine Kooperation von der Beratungsstelle Kompaß, Kajal, DZSKJ, SPZ und SUCHT.HAMBURG. Anmeldungen sind unter www.suchtpraevention-fortbildung.de bzw. www.basiscurriculum-hamburg.de ab April 2020 möglich.

Positionspapier der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. zur Bürgerschaftswahl

Zur Bürgerschaftswahl im Februar 2020 hat die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) insgesamt 19 Forderungen an die Politik formuliert, um die Bedürfnisse und Auffassungen der Drogen- und Suchtkrankenhilfe in Hamburg zu verdeutlichen. Von einer verlässlichen Anpassung der Tarifsteigerungen in der Hamburger Suchtkrankenhilfe über guten Jugendschutz und Werbeverbote bis hin zu besserem Gesundheitsschutz durch kontrollierte Abgabe von Cannabis reichen die Forderungen der HLS, die diese anlässlich der Wahl Anfang 2020 an die Politik stellt. Ausführliche Informationen

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Ein heikles Thema gezielt ansprechen - Methoden motivierender Gesprächsführung vom 23. bis 24. Januar 2020 Informationen und Anmeldung

KlarSicht-Präventionsparcours Koffervariante - Fortbildung für Multiplikator*innen in Schule und Jugendarbeit am 7. und 14. Februar 2020 Informationen und Anmeldung

Eigenständig werden - Unterrichtsprogramm für die Jahrgangsstufen 1-4, 5&6 am 8. Februar 2020 Informationen und Anmeldung

Aufwachsen mit alkoholbelasteten Eltern – Grundlagenfortbildung am 10. Februar 2020 Informationen und Anmeldung

Dissozialität und Drogenkonsum - Schwerpunkt: Lebenswelt Jugendstrafvollzug am 19. März 2020 Informationen und Anmeldung

Trauma: Wissensgrundlagen und Handlungshinweise - für den Umgang mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen am 3. April 2020 Informationen und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

Fachtagung „Digitalisierung konkret" am 12. Februar 2020 in Kiel Mehr Informationen

Einladungstagung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Qualität in der Suchtprävention 14. und 15. Mai 2020 in Lübeck

42. fdr+sucht+kongress des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. (fdr+) 25. bis 26. Mai 2020 in Berlin Mehr Informationen

Save the Date: Suchttherapietage „Veränderte Gesellschaft, veränderte Sucht: Therapie und Prävention wie gehabt?“ vom 02. bis 05. Juni 2020 in Hamburg Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 27. Januar 2020

AK Sucht.Jugend 5. Februar 2020

AK Vielfalt 20. Februar 2020

FASD-Netzwerktreffen 29. April 2020

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Ergänzende Informationen und Datenquellen zum ‚Standpunkte-Beitrag‘ in der Hamburger Morgenpost zum Thema E-Zigarettenwerbung:

zitierte Textquellen:

https://vd-eh.de/vdeh-zeigt-sich-irritiert-ueber-forderungen-von-pruefer-storcks-nicht-die-werbung-ist-das-problem-sondern-die-durchsetzung-der-gueltigen-jugendschutzbestimmungen/.

http://www.das-kartell.net

http://www.reemtsma.com/reethink/stories/praeventionsexperte-jazbinsek-die-werbung-fuer-e-zigaretten-muss-versagen-der-bundesregierung-auffangen/

verwendete Prävalenzzahlen:

Verbreitung der Nutzung von E-Zigaretten und E-Shishas unter Jugendlichen in verschiedenen Regionen Deutschlands

 E Konsumprvalenz

verwendete Datenquellen:

Baumgärtner, T. & Hiller, Ph. (2017). Suchtmittelgebrauch, Computerspiel- und Internetnutzung, Glücksspielerfahrungen und Essverhalten von 14- bis 17-jährigen Jugendlichen in der Freien Hansestadt Bremen. Deskriptive Ergebnisse der SCHUL¬BUS-Untersuchung in Bremen und Bremerhaven 2016/17. Hamburg: Sucht.Hamburg gGmbH.

Baumgärtner, T. & Hiller, Ph. (2019a). SCHULBUS Bayern – Schüler- und Lehrerbefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln 2017/18. Zusammenfassende Ergebnisse einer Untersu¬chung unter 14- bis 17-Jährigen in Nürnberg und München sowie in den Landkreisen Miltenberg, Dillingen und Weilheim-Schongau. Hamburg: Sucht.Hamburg gGmbH.

Baumgärtner, T. & Hiller, Ph. (2019b). Epidemiologie des Suchtmittelgebrauchs unter Hamburger Jugendlichen 2004 bis 2018 Basisbericht der Schüler*innen- und Lehrkräftebefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln – SCHULBUS 2018. Teilband Schüler*innenbefragung. Hamburg: Sucht.Hamburg gGmbH.

Orth, B. & Merkel, C. (2019). Rauchen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Ergebnisse des Alkoholsurveys 2018 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Koln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklarung. doi: 10.17623/BZGA:225-ALKSY18-RAU-DE-1.0.

Kamphausen, G., Werse, B., Klaus, L. & Savari, L. (2018). MoSyD Jahresbericht 2017. Drogentrends in Frankfurt am Main. Centre for Drug Research (CDR), Frankfurt.

Kraus, L., Piontek, D., Seitz, N.-N. & Schoeppe, M. (2016). Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2015 (ESPAD): Befragung von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse in Bayern (IFT-Berichte Bd. 188). München: IFT Institut für Therapieforschung.

Alle Informationen als PDF-Download

Liebe*r Leser*in,

seit unserem letzten Newsletter hat sich innerhalb kürzester Zeit fast alles verändert. Die Welt steht einerseits still und andererseits wird an zahlreichen Stellschrauben gedreht, um alles Wichtige am Laufen zu halten. Das Wichtigste ist aktuell die Versorgung von kranken und hilfebedürftigen Menschen und daran haben auch die Kolleg*innen, die in der Suchthilfe tätig sind einen großen Anteil. Unser Dankeschön geht an Euch, die ihr weiterhin eure Klient*innen betreut, sie unterstützt und versorgt, persönlich, telefonisch oder digital!

In eigener Sache: Leider mussten auch wir eine Vielzahl von Veranstaltungen absagen und einige Angebote vorrübergehend einstellen. Wir sind weiter für Sie da und Sie erreichen uns wie gewohnt telefonisch oder per E-Mail.

Bleiben Sie gesund!

PS: In unserem aktuellen Newsletter finden sie wie üblich Informationen zu aktuellen Entwicklungen in der Suchthilfe und Suchtprävention in Hamburg und darüber hinaus.

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Informationen zum Coronavirus für Fachkräfte in der Suchthilfe

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) stellt auf ihrer Webseite ab sofort wichtige Informationen zum Coronavirus für alle Fachkräfte in der Suchthilfe zur Verfügung. Unter dem direkten Link https://www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/informationen-fuer-fachkraefte-in-der-suchthilfe.html finden sich derzeit:

  • Gemeinsame Presseerklärung von Fachgesellschaften und Verbänden der Suchtkrankenbehandlung
  • Schreiben der DG Suchtmedizin an die Kassenärztliche Vereinigung
  • Anschreiben der Drogenbeauftragten an substituierende Ärzte
  • Stellungnahme der Suchtfachverbände „Therapie von Abhängigkeitserkrankten muss dringend fortgeführt werden“
  • Sars-CoV/Covid-19 Pandemie und Substitutionstherapie - Hinweise für substituierende Ärzte DGS
  • „Hilferuf der ambulanten Drogen-Aids- und Suchthilfe. COVID 19 - Schnelle Hilfen für Drogengebrauchende und Obdachlose!“ Akzept e.V., Deutsche Aidshilfe und jes-Bundesverband
  • Schreiben der DHS an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie (COVID-19) auf die ambulante medizinische Rehabilitation Abhängigkeitskranker sowie die (Reha-)Nachsorge
  • Stellungnahme des fdr+ „Notwendigkeit für Vereine, Verbände, Zielgruppen bzw. Institutionen und deren Arbeitsbereiche im Zusammenhang mit dem erhöhten Auftreten des Sars-CoV-2- Virus und den angeordneten Einschränkungen bzw. veränderten (Arbeits-) Bedingungen“
  • Informationen zur Opioid-Substitution und Sars-CoV2/Covid-19 – Hinweise für substituierende Ärzte
  • Hinweise der Konferenz der Vorsitzenden von Qualitätssicherungskomissionen der Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland
  • und viele weitere.

Die Informationen zum Coronavirus für Fachkräfte in der Suchthilfe werden von der DHS fortlaufend aktualisiert. Vielen Dank an die DHS für diesen Service!

Der neue Glücksspielstaatsvertrag – ein dunkler Schatten

Zum 1. Juli 2021 soll der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten, seit vielen Wochen wirft er für die Suchthilfe und Suchtprävention bereits seinen dunklen Schatten voraus. In dem Vertragswerk ist eine umfangreiche Neuregulierung des Glückspielwesens in Deutschland vorgesehen, aus dem „GlüÄndStV“ wird der „GlüNeuRStV“.

Über viele Monate hinweg haben die Bundesländer über die Inhalte des neuen Vertrags diskutiert, vor kurzem haben die Ministerpräsident*innen der Bundesländer in Berlin dem Vertragsentwurf im Großen und Ganzen ohne Änderungen zugestimmt. Danach müssen nun die Landesparlamente zustimmen. Sollte dies in den kommenden Monaten geschehen, wird sich zum Leidwesen der Spieler*innen und der Suchthilfe und Suchtprävention einiges im deutschen Glücksspielwesen ändern. Die vorgesehenen Änderungen können Sie hier in der Februarausgabe unserer Glücksspielnews unter www.automatisch-verloren.de nachlesen.  

Der Fachverband gegen Glücksspielsucht e.V. (fags) hat, wie auch zahlreiche weitere Verbände und Suchtforschungsinstitute, in einer Stellungnahme eine Vielzahl von Kritikpunkten am GlüNeuRStV vorgebracht, die wir im Folgenden kurz skizzieren:

Der fags kritisiert in seiner Stellungnahme (Stellungnahme zum Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland Entwurf vom 17./18.01.2020, S. 1) die Gleichrangigkeit der Ziele des Staatsvertrags. So sollte der Schutz der Bevölkerung in Form von Verhinderung der Entstehung von Glücksspielsucht und daraus resultierender Schäden gegenüber den anderen Zielen klar höher gewichtet und als vorrangiges Ziel der Glücksspielgesetzgebung angesehen werden (ebd.). Alle weiteren Ziele des Staatsvertrages sollten diesen Zielen nachgeordnet werden (ebd., S. 2).

Die im GlüNeuRStV formulierten Regelungen zur Werbung sollten nach Auffassung des fags nicht liberaler gehandhabt werden, als Werbung für andere „gefährliche Güter“ wie z.B. Tabak (vgl. ebd.). Der fags fordert daher ein umfassendes Werbeverbot für riskante Formen des Glücksspiels (Spielautomaten, Sportwetten, Casinospiele, Poker jeweils online und terrestrisch), um den mit der weitgehenden Liberalisierung von Online-Glücksspielen verbundenen Risiken begegnen zu können (vgl. ebd.).

Das geplante Limitierungssystem für den Bereich des Online-Glücksspiels wird grundsätzlich begrüßt. Aus Sicht des fags ist es für eine suchtpräventive Wirkung jedoch zwingend, zumindest auch den mit hohem Suchtpotential einhergehenden Bereich der Spielhallen mit einzuschließen. Das im GlüNeuRStV vorgesehene Einsatzlimit von 1.000 € könne einfach umgangen werden „[…], wenn Spieler*innen nach Erreichen der Limitierung – etwa beim Spiel mit sog. „virtuellen Automatenspielen“ – leicht auf die nächste örtliche Spielhalle ausweichen können“ (ebd., S. 8).

Der fags regt vor diesem Hintergrund an, eine personengebundene Spielerkarte einzuführen. Diese ermöglicht die Implementierung eines anbieter- und spielformübergreifenden Limitierungssystems (vgl. ebd.).

Begrüßt wird die Einrichtung eines zentralen und spielformübergreifendem Sperrsystems. Kritikpunkte sind jedoch die Möglichkeit der Aufhebung der Sperre nach relativ kurzer Zeit durch einen Antrag. Die Mindestsperrdauer kann auf Antrag des Spielers auf mindesten drei Monate festgelegt werden (vgl. ebd., S. 12).

„Dieser kurze Zeitraum mag für Menschen mit leichterem Glücksspielproblemen, die eine Pause einlegen möchten, angemessen sein. Für Glücksspielsüchtige stellt diese gravierende Änderung keine Option dar. Auch aus ethischer Perspektive muss sichergestellt werden, dass Glücksspielsüchtigen, die immerhin zu den Hauptumsatzträgern von Glücksspielanbietern gehören, der Weg zu diesen Unternehmen nicht gerade zu geebnet wird“ (ebd.).

Bzgl. der Beendigung bzw. Aufhebung einer Sperre wird gefordert, dass die Aufhebung einer Selbst- oder Fremdsperre für Glücksspielsüchtige (zumindest vor Ablauf von fünf Jahren) erst dann möglich ist, wenn die gesperrte Person keine glücksspielbezogenen Probleme mehr zeigt und dies entsprechend belegen kann (vgl. ebd.).

Die Einrichtung einer gemeinsamen zentralen Glücksspielaufsichtsbehörde wird grundsätzlich befürwortet. Es ist davon auszugehen, dass die Behörde technisch und personell sehr gut ausgestattet sein wird. Damit die Behörde ihre Unabhängigkeit sicherstellen kann, sollen Compliance-Regeln und andere Instrumente sichergestellt werden. Im Weiteren regt der fags an, den GlüÄndStV zu verlängern, bis die gemeinsame Aufsicht aufgebaut ist. „Erst dann sollte der Markt für Internetglücksspiel geöffnet werden“ (ebd., S. 17).“

Wir bleiben dran an dem Thema und informieren Sie.

Bundesweite Tagung „Qualität in der Suchtprävention“ verschoben

Zum Schutz der Gesundheit von uns allen haben wir uns angesichts der aktuellen Lage im Kontext der SarsCov2-Pandemie gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dazu entschlossen, die bundesweite Einladungstagung "Qualität in der Suchtprävention", die am 14. und 15. Mai in Lübeck stattfinden sollte, ins nächste Jahr zu verschieben. Es ist nun geplant, die Tagung voraussichtlich am 20. und 21. Mai 2021 in Lübeck mit einem ähnlichen Programm durchzuführen.

Sobald eine verlässliche Planung der Tagung möglich ist, informieren wir über die nächsten Schritte.

Weitere Neuigkeiten und Materialien
Dauerzoff wegen Mediennutzung? Neuer Internetclip für Eltern

Damit Medien nicht zum Dauerstreitthema werden, wurde gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) Hamburg ein neuer Videoclip entwickelt, der Eltern anregen soll, sich frühzeitig Unterstützung zu holen, wenn das Nutzungsverhalten des Kindes aus dem Ruder läuft. Das Video soll weiterhin auf das Beratungsangebot Time to Balance unter www.webfehler-hamburg.de aufmerksam machen, wo es mittels eines Selbsttests eine Einschätzung des Nutzungsverhaltens gibt, Eltern im Chat Fragen stellen und sich austauschen können und praktische Tipps für die Medienerziehung erhalten.

Jahresbericht von SUCHT.HAMBURG 2019

Druckfrisch ist der Jahresbericht 2019 von SUCHT.HAMBURG erschienen. Er gibt einen Überblick über die Arbeit in unseren Projekten, zu Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie über unsere Netzwerk- und Koordinierungstätigkeiten. Der Jahresbericht kann hier heruntergeladen oder bestellt werden.

Übersichten zur muttersprachigen Beratung im Suchthilfesystem

Neu aktualisiert sind liegen die Informationen für Fachkräfte des Suchtkrankenhilfesystems in Hamburg über die „Angebote in Fremd- und Muttersprachen der Suchtprävention und Suchthilfe Hamburg“ sowie über die „Muttersprachige Selbsthilfegruppen in Hamburg“ vor. Diese Informationen richten sich vor allem an Fachpersonen (Suchtberater*innen, Sozialarbeiter*innen usw.) für die direkte und schnelle Vernetzung und Kooperation im Einzelfall. Hierfür bietet das Hamburger Suchthilfesystem eine Vielfalt an (Mutter-) Sprachen und die deutsche Gebärdensprache an. Die Informationen können unter https://www.sucht-hamburg.de/information/publikationen heruntergeladen werden.

ZEITUNG für Suchtprävention

Im Januar ist die 51. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. Themen sind Rauchen und Dampfen, Herausforderungen für die Suchtprävention und 40 Jahre Suchtselbsthilfe. Die ZEITUNG kann in unserem Shop unter www.sucht-hamburg.de heruntergeladen oder bestellt werden.

Mehr als ein Jahrzehnt kultursensible Aufklärung über das Suchthilfesystem in Hamburg

Mit dem Projekt HERKUNFT-ANKUNFT-ZUKUNFT vermittelt SUCHT.HAMBURG Informationen rund   um   das   Thema   Sucht für   und   mit   Migrant*innen. Im   Mittelpunkt   steht   die Enttabuisierung von Sucht in verschiedenen Communities.

Unterstützt wird SUCHT.HAMBURG dabei von geschulten Schlüsselpersonen aus den jeweiligen Communities, die ihr Wissen ehrenamtlich in Muttersprache einbringen. Vor kurzem haben zehn weitere sogenannte Keypersons die insgesamt bereits 6. Schulung zur interkulturellen Schlüsselperson abgeschlossen und ergänzen nun das Team der dreizehn bereits seit längerem aktiven Keypersons. Hamburgweit sind so Informationsveranstaltungen oder Inputs in Elterncafés, Kulturvereinen, Jugendclubs oder Wohnzimmergesprächen zum Thema Sucht abrufbar, die in Arabisch, Dari, Englisch, Farsi, Italienisch, Kurdisch, Paschto, Polnisch, Portugiesisch, Romanes, Spanisch, Tschechisch, Türkisch und jetzt neu in Tigrinja und stattfinden können. Diese Vielfalt ist einmalig in Deutschland.

Mehr Drogentote im Jahr 2019

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren gestiegen. Im vergangenen Jahr verstarben 1.398 Menschen direkt oder indirekt durch den Gebrauch illegaler Drogen, 122 Menschen (9,6%) mehr als im Jahr 2018. Häufigste Ursache waren Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin. Todesfälle durch Kokain, Amphetamine und synthetische Drogen haben in den letzten fünf Jahren von 143 auf 268 zugenommen und sich somit fast verdoppelt.

Die Bundesdrogenbeauftrage fordert in diesem Zusammenhang eine noch flächendeckendere Substitutionsversorgung, die auch in der aktuellen Coronakrise nicht auf der Strecke bleiben dürfe. Im Weiteren setzt sich Frau Ludwig für einen flächendeckenden Einsatz von Naloxon als Nasenspray ein. Naloxon kann die Wirkungen einer Überdosierung von Opiaten für einige Zeit aufheben und somit Leben retten. In einem Modellprojekt wird aktuell erprobt, wie Naloxon besser in Praxis angewendet werden kann.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Aufgrund des aktuell bestehenden Veranstaltungsverbots bis 30. April 2020 führen wir im folgenden geplante Fortbildungen ab Mai 2020 auf.

KlarSicht-Mitmachparcours Koffervariante - Suchtprävention zu den Themen Tabak und Alkohol an Mitmach-Stationen am 8. und 9. Mai Informationen und Anmeldung

Suchtgefährdung bei Jugendlichen - Epidemiologie, Risikofaktoren, Erklärungsmodelle am 12. Mai Informationen und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention II Aufbauseminar am 12. Juni Informationen und Anmeldung

Badesalze, Kräutermischungen, Amphetamine, Ko-Tropfen und Co. Am 18. Juni Informationen und Anmeldung

Termine

Unter Vorbehalt

Suchttherapietage „Veränderte Gesellschaft, veränderte Sucht: Therapie und Prävention wie gehabt?“ vom 02. bis 05. Juni 2020 in Hamburg Mehr Informationen

Lina Jahrestreffen am 24. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Save the Date: Deutscher Suchtkongress 2020 14. bis 16. September in Berlin Mehr Informationen

Save the Date: 13. Internationaler akzept Kongress „Barrieren in der Gesundheitsversorgung Drogenabhängiger überwinden“ am 24. und 25. September in Nürnberg Mehr Informationen

Save the Date: 59. DHS Fachkonferenz SUCHT "Suchthilfe: kommunal denken - gemeinsam handeln" vom  9. bis 11. November 2020 in Potsdam Mehr Informationen

Save the Date: Jahrestagung von SUCHT.HAMBURG am 18. November 2020

Gremien von SUCHT.HAMBURG

Aufgrund des aktuell bestehenden Veranstaltungsverbots bis 30. April 2020 führen wir im folgenden geplante Arbeitskreise und Gremien ab Mai 2020 auf.

AK Vielfalt 7. Mai 2020

AK Sucht.Jugend 3. Juni 2020

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 8. Juni 2020

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Das Bundesteilhabegesetz fordert die Umsetzung von Inklusion im Sinne der Förderung von gleichberechtigter Teilhabe für alle Menschen mit oder ohne Beeinträchtigungen, was zu Veränderungen von Strukturen und Abläufen in den Einrichtungen der Suchthilfe führt. Aus diesem Anlass standen partizipative Ansätze in Suchtprävention und Suchthilfe im Fokus der Jahrestagung am 13. November 2019.

Den Auftakt machte Prof. Dr. med. Gerhard Trabert, Hochschule RheinMain mit einemFachvortrag zum Thema Stärkung der psychosozialen Gesundheit von chronisch mehrfach beeinträchtigten Menschen. Prof. Dr. Trabert legte in seinem Vortrag einen Schwerpunkt auf strukturelle Benachteiligungen, denen chronisch kranke Menschen ausgesetzt sind und die mit sozialer Arbeit nicht beseitigt werden können. Ein wesentlicher Aspekt sei es im weiteren, die vielfältigen Ressourcen, über die – auch - chronisch kranke Menschen verfügen, in der Arbeit stets mit einzubeziehen und damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Selbstwertgefühls der Betroffenen zu leisten. Als Beispiel berichtete er von einem Projekt, bei dem Obdachlose Spenden für Kinder in Weißrussland sammelten.

Zu partizipativen Ansätzen in der Suchtprävention berichtete danach Dr. Petra Narimani, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin. Dr. Narimani benannte Partizipation als Vorbedingung für Inklusion und machte darauf aufmerksam, dass dies keine neue Methode sei. Sie benannte dabei unter anderem Action Research (Aktionsforschung nach Kurt Lewin) als eine Methode, die als Spirale sich wiederholender Schritte gut in der Suchthilfe und Suchtprävention eingesetzt werden kann.

In einer anregenden Podiumsdiskussion diskutierten Dr. Petra Narimani, Birgit Schröder (Der Paritätische Hamburg), Payam Abassi (Narcotics Anonymous) und Dietrich Hellge-Antoni (Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz) nach den Impulsvortägen gemeinsam mit dem Publikum, wie inklusiv die Suchthilfe bereits sei und welche Herausforderungen es noch zu überwinden gilt. Eine Frage die sich den Suchtberater*innen zukünftig wahrscheinlich häufiger stellen wird ist, wie weit das Recht auf Teilhabe gehen kann, wenn es um Therapieziele geht und der bzw. die Klient*in zum Beispiel kontrolliert weiter konsumieren möchte, wenngleich dies aus Sicht der Suchtberater*in nicht zielführend wäre.

Zusammenfassung der Workshopsessions am Nachmittag:

gesundhigh – ein Präventionsprogramm (Alida-Schmidt-Stiftung)
Vor dem Hintergrund eines Leitungswechsels in der Einrichtung entstand für die betreuen Frauen/ Klientinnen das Gesundheitsprojekt gesundhigh. In insgesamt sieben Workshops innerhalb eines Jahres wurde mit allen Mitarbeitenden eine gemeinsame Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragestellungen der Zusammenarbeit und Inhalte begonnen mit dem Ziel, die Gesundheit der Klientinnen zu fördern. In dem Projekt wurden Fragen bearbeitet wie z.B. wie sich die intrinsische Motivation der Klientinnen aktivieren lässt, wie sich die Ziele der Klientinnen besser berücksichtigen lassen, interaktive Methoden entwickelt und ein Peer-to-peer-Ansatz ausprobiert.

Rosa – Fallbesprechung einer Familie in der eine Suchtmittelabhängigkeit besteht (IGLU Beratungsstelle, Palette e.V.)
Im Workshop stellten zwei Mitarbeiterinnen der IGLU Beratungsstelle anhand des Falls Rosa aus ihrer Beratungsarbeit vor, wie ein aus ihrer Erfahrung relativ typischer Lebensweg eines Kindes aus einer drogenbelasteten Familie aussieht. Danach beschäftigten sich die Workshop-Teilnehmer*innen in vier Arbeitsgruppen u.a. mit der Frage, inwiefern Rosa partizipativ auf ihrem Lebensweg begegnet wurde und wie man selbst als Fachkraft in seinem eigenen Arbeitsfeld mit Rosa gearbeitet. Die Erkenntnis der Workshop-Teilnehmer*innen fiel relativ ernüchternd aus: Leider ist ein partizipatives Arbeiten in Familien mit Drogenproblemen noch nicht selbstverständlich.

Partizipation von Kindern suchtbelasteter Eltern (Such(t)- und Wendepunkt e.V.)
Im Workshop wurde einerseits die Arbeit von Such(t)- und Wendepunkt e.V. (SuW) vor der Fragestellung vorgestellt, wie partizipativ der Anbieter von Familienhilfe für alkoholbelastete Familien bereits arbeitet. Einen Schwerpunkt im Workshop stellte die Vorstellung der Wochenendfreizeiten für 8-13jährige Kinder aus alkoholbelasteten Familien dar. In die Vorbereitung und Ausgestaltung der vom Verein 4- bis 6-mal jährlich angebotenen Wochenendausflüge werden die Kinder einbezogen. Auf diese Weise fand SuW heraus, dass den Kindern Zeit für freies Spiel besonders wichtig ist.

Geistige Behinderung und Suchterkrankung – Chancen und Grenzen Partizipativer Ansätze (TGJ Suchtberatung)
Robert Scheibe von der TGJ Suchtberatung diskutierte in der von ihm geleiteten Session mit den anwesenden Teilnehmer*innen die besonderen Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit „Geistiger Behinderung und Suchterkrankung“ ergeben. Durch die zunehmende Ambulantisierung in der Behindertenhilfe nehmen auch die Anforderungen an die betroffene Personengruppe zu, so dass bestimmte Aufgaben nunmehr allein oder mit weniger Unterstützung als im bisher elterlichen oder stationären Wohnumfeld bewältigt werden müssen. Die gewonnene Eigenverantwortung und Unabhängigkeit der Betroffenen geht allerdings auch mit einem erhöhten Risiko der Entwicklung von Suchtproblemen einher, die eine adäquate Präventions- und Unterstützungsstrategie durch die Systeme der Behinderten- und Suchtkrankenhilfe bedürfen.

Partizipation am Beispiel einer fremdsprachigen Selbsthilfegruppen der Narcotics Anonymous (NA)
Payam Abassi stellte im Rahmen eines Forums einen partizipativen Ansatz am Beispiel einer fremdsprachigen Selbsthilfegruppe vor. Es wurde herausgearbeitet, wie wichtig die gemeinsame und gemeinschaftliche Unterstützung der Mitglieder im Meeting für die Stabilisierung im Rahmen einer Entwöhnung oder aber auch zur Förderung der Motivation, den eigenen Konsumstatus zu verändern sein kann. Nicht zu unterschätzen ist dabei der Faktor, dass auch Besucher*innen, die schon lange in Deutschland (Hamburg) leben, des hier persischsprachigen Meetings ein Heimat- und Zughörigkeitsgefühl entwickeln, dass ihnen weitere Sicherheit und Stabilität gibt. Im Forum fand ein überaus anregender Austausch zu der eigenen Geschichte von Payam Abassi, aber auch der Verbreitung und Rolle der NAs besonders im persischsprachigen Raum und für die erfolgreiche Nachsorge einer Suchtbehandlung statt.

Planspiel: Partizipation Betroffener – Fachausschuss Suchtselbsthilfe NRW (Blaues Kreuz Deutschland e.V.)
Ziel des Projektes Partizipation Betroffener ist es, ein gemeinsames Verständnis von Betroffenenkompetenz in allen Feldern der haupt- und ehrenamtlichen Suchthilfe zu entwickeln und daraus Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, um die Fähigkeiten, Erfahrungen und Bedarfe Betroffener systematisch zur Weiterentwicklung des Suchthilfesystems in NRW, insbesondere in den Kommunen einzubinden. Für die Erhebung der Kompetenzen wurde ein Planspiel entwickelt und umgesetzt und erste Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Die Workshopteilnehmer*innen waren besonders beeindruckt, wie gut die verschiedenen Akteure der haupt- und ehrenamtlichen Suchthilfe einbezogen werden konnten und dass die Selbsthilfe intensiv in die Erarbeitung der Suchthilfekonzeption der Stadt Krefeld einbezogen wurde.

Vorträge zum Download:

Prof. Dr. Gerhard Trabert - Psychosoziale Gesundheit von chronisch mehrfach beeinträchtigten Menschen stärken. Aber wie?

Dr. Petra Narimani - Partizipative Ansätze in der Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe: Möglichkeiten, Chancen, Herausforderungen

Die beiden Vortäge können auch auf unserem YouTube-Kanal angesehen werden

Liebe Leser*in,

vor kurzem wurden die Ergebnisse unserer aktuellen Schüler*innen- und Lehrer*innenbefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln (SCHULBUS) veröffentlicht. Erfreulich sind nicht nur Rückgänge im Konsum beispielsweise der Droge Nr. 1 Alkohol, sondern die Ergebnisse unterstreichen auch, dass der sogenannte Policy-Mix der Suchtprävention wirkt. Damit ist gemeint, dass durch ein Bündel an Maßnahmen, das verhaltens- und verhältnispräventive Aktivitäten umfasst, der Konsum von Tabak bei Jugendlichen deutlich und nachhaltig reduziert werden konnte. Dies ist vielleicht ein guter Ansatz zur Intensivierung für die neue Drogenbeauftragte des Bundes  Daniela Ludwig, die vor kurzem ihre Tätigkeit in Berlin aufgenommen hat.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und kommen Sie gut durch den Herbst!

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

SCHULBUS: Alkohol- und Tabakkonsum der Hamburger Jugendlichen stabil auf niedrigem Niveau

Die Ergebnisse unserer aktuellen Schüler*innen- und Lehrer*innenbefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln (SCHULBUS) aus 2018 zeigen, dass sich der Policy-Mix der Suchtprävention in Hamburg bewährt hat. In den letzten Jahren kamen Maßnahmen der Verhaltensprävention ebenso zum Einsatz wie parallel auch Maßnahmen der Verhältnisprävention.

Gerade die Kombination zeigt nun Wirkung: Beim Alkoholkonsum der Jugendlichen schlägt sich die erfreuliche Entwicklung nicht nur beim allgemeinen Konsum nieder, sondern auch beim dem als problematisches Trinkmuster definierten Binge Drinking. Nur noch 17 Prozent der Jugendlichen gaben 2018 an, im letzten Monat mehr als fünf alkoholische Getränke bei einer Trinkgelegenheit konsumiert zu haben (= Binge Drinking). In 2012 hatten noch 31 Prozent der Jugendlichen angegeben, Rauschtrinken zu praktizieren. Auch die Fallzahlen der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Alkoholintoxikation in Hamburg sind nochmals gesunken.

Ebenso erfreulich ist die fast parallel verlaufende Entwicklung beim Tabakkonsum von Jungen und von Mädchen. In den letzten 30 Tagen hatten 34 Prozent der Jungen und 21 Prozent der Mädchen geraucht. Damit stabilisieren sich die Konsumwerte bei beiden Geschlechtern weiterhin auf dem in 2015 erreichten niedrigen Niveau. In 2012 hatten noch 50 Prozent der Jungen und 34 Prozent der Mädchen angegeben, im letzten Monat geraucht zu haben.

Deutlich zugenommen hat allerdings die Beliebtheit von E-Zigaretten und E-Shishas. Die Anzahl der jungen Dampfer*innen hat sich in den letzten drei Jahren um sechs Prozentpunkte auf 17 Prozent in 2018 erhöht.

Weitere Ergebnisse aus der SCHULBUS-Studie:

Cannabisprodukte stellen nach wie vor die am weitesten verbreiteten Drogen unter den illegalen Suchtmitteln dar. Im Vergleich zum Jahr 2015 sind sowohl das Kiffen als auch der aktuelle Gebrauch von anderen illegalen Drogen in 2018 leicht angestiegen.

Unter den Medikamenten gelten die Schmerzmittel als die am häufigsten von den Jugendlichen eingenommenen Präparate. Ohne dass bei der Erhebung der Prävalenzzahlen danach unterschieden wurde, ob die jeweilige Einnahme mit oder ohne Vorliegen einer ärztlichen Verordnung erfolgte, ergibt die Auswertung der Daten, dass die Verbreitung des aktuellen Gebrauchs von Schmerzmitteln spürbar rückläufig ist, während die Verwendung von Beruhigungs- und Aufputschmitteln auf dem vergleichsweise niedrigen Niveau der Vorjahre verbleibt.

Nachdem der Anteil der Jugendlichen, die aktuell an Glücksspielen um Geld teilgenommen haben, von 2012 nach 2015 signifikant angestiegen war, lässt sich für 2018 wieder ein leichter Rückgang feststellen.

Für den Bereich der PC-Spiele lässt sich anhand einer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) entwickelten Skala der Anteil der Hamburger Jugendlichen, die eine problematische Nutzung von PC-Spielen betreiben, mit rund 5% angeben. Dies entspricht unverändert in etwa den Werten, die bereits in den vorangegangenen SCHULBUS-Untersuchungen ermittelt wurden.

Dagegen lassen sich in 2018 im Vergleich zu den Erhebungen der Jahre 2012 und 2015 mit 14% nochmals spürbar mehr Jugendliche identifizieren, bei denen gemäß der Compulsive Internet Use Scale (CIUS) eine problematische Nutzung der verschiedenen Internetanwendungen vorliegt.

Den ausführlichen Ergebnisbericht finden Sie auf unserer Webseite unter https://www.sucht-hamburg.de/information/publikationen oder im Webshop.

Glücksspiele und Computerspiele - zwei verschiedene Paar Schuhe? Fortbildung von SUCHT.HAMBURG anlässlich des Aktionstags gegen Glücksspielsucht am 25. September

Gambling und Gaming - Glücksspiele und Computerspiele - haben für viele Menschen erstmal nicht viel miteinander zu tun. Bei den meisten Games geht es nicht um (finanzielle) Gewinne und man muss pro Spiel auch kein Entgelt entrichten. Beides, Entgelt und Gewinn, sind typische Kennzeichen von Glücksspielen, die zudem immer vom Zufall abhängig sind, zumindest überwiegend.

Und doch ist die Trennlinie zwischen Computer -und Glücksspielen gar nicht so einfach zu ziehen. Denn viele Glücksspiele werden ebenfalls online gespielt und einige sind als Geschicklichkeitsspiele „getarnt“. Sie entpuppen sich erst auf den zweiten Blick als Glücksspiel. Und es gibt auch Computerspiele, die einzelne Glücksspiel-Elemente aufweisen.

Auch für Suchtberaterinnen und –berater ist es nicht ganz einfach ist, in der sich ständig verändernden Angebotswelt der Glücks- und Computerspiele den Durchblick zu behalten. Im Jahr 2017 wurden von den Hamburger Berater*innen der ambulanten Suchthilfe 1.725 Personen wegen einer Glücksspielproblematik beraten. Zur Beratungsnachfrage von Personen mit einer Computerspielsucht liegen bundesweit noch keine Erkenntnisse vor, für Hamburg erwarten wir diese für Herbst/Winter 2019 mit der Veröffentlichung der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO).

Um ein wenig Licht in dieses Spieledunkel zu bringen, fand am Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 25. September eine Fortbildung für Suchtberatungskräfte an einem realen Geldspielgerät und an unterschiedlichen aktuellen Computerspielen mit dem Ziel statt, die Anreizsysteme und Suchtfaktoren von Glücks- und Computerspielen besser kennenzulernen. Denn die Tricks und Finessen, mit denen die Geldspielgerätehersteller und Computerspieleentwickler arbeiten, um die Glücksspieler*innen und Gamer*innen möglichst lange und häufig zu binden, werden häufig erst dann sichtbar und nachempfindbar, wenn man die Spiele über einige Zeit und einige Levels erleben kann. Zu den Geldspielgeräten referierte zum Einstieg Jürgen Trümper, Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V., Unna, zum Thema Computerspielsucht und Gaming Henning Fietze und Johannes Karstens, Offener Kanal SH AöR, Kiel.

Die spürbare Sogwirkung und somit das Suchtpotenzial, das von diversen Anreizsystemen aber auch dem Spielen im und mit einem Team ausgeht, hat die Fachkräfte, die an der Fortbildung teilgenommen haben, sehr beeindruckt und deren Sensibilität hinsichtlich der Risiken von Glücks- und Computerspielen nochmals erhöht.

Wir danken allen Beteiligten für die überaus gelungene Veranstaltung, die von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz finanziell unterstützt wurde.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Daniela Ludwig als neue Drogenbeauftragte des Bundes ernannt

Daniela Ludwig (CSU) wurde im September 2019 vom Kabinett zur Nachfolgerin von Marlene Mortler berufen. Zu ihren Schwerpunkten werden die Förderung und Unterstützung von Initiativen und Aktivitäten der Sucht- und Drogenprävention gehören. Zudem zählt es zu ihren Aufgaben, neue Wege und Schwerpunkte in der Sucht- und Drogenpolitik zu entwickeln, um gesundheitliche, soziale und psychische Probleme zu vermeiden oder abzumildern. Frau Ludwig möchte nach eigener Aussage einen offenen Austausch mit allen Playern aus dem Drogen-und Suchtbereich pflegen, auch wenn dazu kontroverse Debatten geführt werden müssen. Wir gratulieren Frau Ludwig zu ihrem Amt und wünschen viel Erfolg für ihre Tätigkeit.

Fachtagung Fremdbestimmen.Mitbestimmen.Selbstbestimmen - Partizipation in der Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe

Partizipation und Teilhabe sind zentrale Qualitätsmerkmale in der Gesundheitsförderung, Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe und stellen erfolgversprechende Strategien zur Verbesserung der Lebenssituation chronisch erkrankter Menschen dar. Sie bedeuten für alle beteiligten Akteur*innen aber auch eine große Herausforderung. So muss u.a. der Blick über den eigenen Tellerrand erweitert, eingetretene Pfade des gewohnten Agierens verlassen und die bisherige Sicht auf die jeweilige Klientel gegebenenfalls korrigiert werden.

In unserer Jahrestagung 2019 wollen wir die Möglichkeiten und Chancen partizipativer und teilhabeorientierter Ansätze in der Suchtkrankenhilfe und Suchtprävention vorstellen, diskutieren und bewerten. Mit Hilfe von zwei Fachvorträgen wird zunächst eine gemeinsame Wissensgrundlage zum Themenfeld geschaffen. Diese Grundlagen werden dann im Rahmen einer Podiumsrunde vertieft, in der die vorgestellten Konzepte mit der gelebten Praxis abgeglichen und debattiert werden.

Nach der Mittagspause haben alle Teilnehmer*innen anhand von Praxisbeispielen sowie durch Anwendungs- und Beteiligungsphasen die Möglichkeit, ausgewählte partizipative Ansätze kennenzulernen und zu erproben. Ziel ist es, die Umsetzung einer partizipativen und teilhabeorientierten Arbeitsweise vor Ort zu fördern. Alle Teilnehmer*innen können sich ganz im Sinne eines partizipativen Ansatzes aktiv auch noch an der Ausgestaltung unserer Tagung beteiligen. Melden Sie sich gern bei uns, wenn Sie sich aktiv einbringen wollen.

Alle weiteren wichtigen Informationen und das Anmeldeformular zur Jahrestagung finden Sie hier.

Neue Informationen zu den Themen Neue psychoaktive Substanzen (NPS) und Methamphetamin von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Aus der Reihe „Basisinformationen“ informiert umfassend und ausführlich der neue Ratgeber „Neue Psychoaktive Substanzen“. Dargestellt werden u.a. folgende Themen: Geschichte der NPS, rechtliche Lage, Verbreitung und Konsumformen, Vertrieb und Handel, besondere Risiken und Folgeschäden, Wirkgruppen sowie Hinweise für Eltern und Informationen zu Hilfeangeboten.

Zwei weitere neue Veröffentlichungen sind in der Informationsreihe „Die Sucht und ihre Stoffe“ zu „Methamphetamin“ und zu „Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS)“ erschienen. Die Broschüren geben einen Überblick zu Fakten, Wirkung und Risiken der Suchtsubstanzen. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden sich unter www.dhs.de

Neue Veröffentlichungen von SUCHT.HAMBURG

Materialien in einfacher Sprache für den Alltag in der Suchthilfe

Im Alltag der Suchthilfe kommen viele Fachbegriffe zum Einsatz. Was in Beratung, Behandlung und Therapie passiert und wozu lange Fragebögen ausgefüllt werden sollen, ist häufig nicht einfach zu erklären. Komplizierte Sätze, mit Fremdwörtern gespickte Formulare und verschiedenste Abkürzungen können Klient*innen und Angehörige verunsichern und führen leicht zu Missverständnissen. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde von SUCHT.HAMBURG und dem Arbeitskreis Vielfalt nach und nach Fact Sheets zu gängigen Begriffen in einfacher Sprache entwickelt. Unterstützt wurde SUCHT.HAMBURG dabei vom Büro für leichte Sprache in Hamburg.

Bisher wurden vier Info-Blätter erarbeitet, die auf der Webseite unter www.sucht-hamburg.de kostenlos als Download zur Verfügung stehen. Je nach Bedarf werden weitere Fact Sheets erarbeitet und veröffentlicht, wir informieren an dieser Stelle darüber.

Suchtprävention in Hamburg – Band 3

Spezifische Informationen zu suchtpräventiven Konzepten, Projekten und Maßnahmen der letzten Jahre können ab sofort in dem frisch erschienenen Hamburger Suchtpräventionsbericht entnommen werden. Auf 44 Seiten werden suchtpräventive Strukturen in Hamburg beschrieben, mit dem Thema befasste Einrichtungen vorgestellt und ausgewählte Suchtpräventionsangebote beschrieben. Der Bericht wird herausgegeben SUCHT.HAMBURG, dem SuchtPräventionsZentrum des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung sowie dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters und ist ab sofort kostenlos unter https://www.sucht-hamburg.de/shop erhältlich ist.

SCHULBUS Basisbericht 2018

Der Basisbericht zum Suchtmittelgebrauch, Computerspielverhalten, Internetnutzung, Glücksspielerfahrungen und Essverhalten von Jugendlichen in Hamburg im Jahr 2018 enthält detaillierte Auswertungen zur Schüler*innenbefragung des Jahres 2018. Der Bericht kann in unserem Webshop kostenpflichtig bestellt oder kostenfrei heruntergeladen werden.

ZEITUNG für Suchtprävention

Im August 2019 ist 50. und somit Jubiläumausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. In der 50. Ausgabe geht es vorrangig um die Themen Suchtprävention in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, Rauchen und Dampfen. Die ZEITUNG kann in unserem Shop heruntergeladen oder bestellt werden.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen – Ursachen am 22. Oktober Informationen und Anmeldung

Trinken, dampfen, rauchen, kiffen...Informationen und Tipps für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen am 5. November Informationen und Anmeldung

Nicht gern zu Haus - Aufwachsen mit alkoholabhängigen Eltern - Elterninformationen und praktische Hilfen am 13. November Informationen und Anmeldung

Motivierende Gesprächsführung bei exzessivem Medienkonsum – Praxisansatz am 5. Dezember Informationen und Anmeldung

Ein heikles Thema gezielt ansprechen - Methoden motivierender Gesprächsführung vom 23. bis 24. Januar 2020 Informationen und Anmeldung

KlarSicht-Präventionsparcours Koffervariante - Fortbildung für MultiplikatorInnen in Schule und Jugendarbeit am 7. und 14. Februar 2020 Informationen und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

Für Kurzentschlossene: Das Bundesteilhabegesetz im Blick: Partizipation abhängigkeitskranker Menschen per Gesetz?! am 23. Oktober in Kassel Mehr Informationen

„Migrant*innen und Geflüchtete in der Suchthilfearbeit – Basisseminar“ der Deutschen Aidshilfe e.V. vom 25. bis 27. Oktober in Berlin Mehr Informationen

Jahrestagung von SUCHT.HAMBURG am 13. November 2019 in Hamburg Mehr Informationen und Anmeldung

Sucht und Trauma – eine komplexe Herausforderung für LSBTIQ*Geflüchtete und ihre Helfer*innen und Berater*innen in der Community vom 17. bis 19. Oktober in Reinhausen bei Göttingen Mehr Informationen

SUCHT IM FOKUS - Kommunen engagiert vor Ort. Tagung der Drogenbeauftragten des Bundes am 25. November in Berlin Mehr Informationen

  1. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle vom 4. bis 5. Dezember 2019 in Heidelberg Mehr Informationen

Save the Date: Einladungstagung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Qualität in der Suchtprävention 14. und 15. Mai 2020 in Lübeck

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Vielfalt 24. Oktober 2019

AK Sucht.Jugend 6. November 2019

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 19. November 2019

AK Enter 21. November 2019

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine