COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien 2021

Jedes Jahr im Februar findet die COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt (www.coa-aktionswoche.de), die von NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V. veranstaltet wird (www.nacoa.de). Pandemiebedingt fanden die meisten Veranstaltungen in diesem Jahr in einem digitalen Format statt.

Sucht.Hamburg war mit drei jeweils zweistündigen Online-Veranstaltungen an der Aktionswoche beteiligt.

Den Auftakt bildete am 15.2.2021 die gemeinsam mit dem Projekt „A: aufklaren. Expertise und Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ durchgeführte Veranstaltung „Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern?“. Es nahmen 77 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet an der Veranstaltung teil. Nach einer kurzen thematischen Einführung zu Zahlen und Fakten zum Thema Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern durch die beiden Veranstalterinnen, Dr. Anke Höhne (Sucht.Hamburg) und Juliane Tausch (Projekt A: aufklaren) gaben sechs Hamburger Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern (Psychiatrie, Suchttherapie, Gruppenangebot für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern, sozialpädagogische Familienhilfe in alkoholbelasteten Familien, Kinderschutz und Sucht- und Drogenpolitik) jeweils einen Input zu der Leitfrage der Veranstaltung. Nach einer kurzen Diskussionsrunde mit Rückfragen an die Inputgeber*innen ging es in digitalen Kleingruppen weiter mit dem Thema der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kindern von sucht- und psychisch erkrankten Eltern.

Einig waren sich sowohl die eingeladenen Expert*innen als auch die Teilnehmer*innen darin, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, wenngleich Menschen mit einer Suchterkrankung noch immer mit einer höheren Stigmatisierung in der Gesellschaft rechnen müssen. Deutlich wurde auch, das in der Erwachsenenpsychiatrie anders als in der Suchtberatung und –therapie die Kinder der Hilfesuchenden noch nicht regelhaft einbezogen und damit mit ihren Belastungen noch immer häufiger übersehen werden. Wichtig wären niedrigschwellige und flexible Angebote für die betroffenen Kinder und Jugendlichen.

Weiter ging es am 16.2.2021 mit einer Veranstaltung zum Thema „Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie. Mit Kindern über die elterliche Suchtbelastung ins Gespräch kommen“, an der 48 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den zwei Hamburger Einrichtungen Such(t)- und Wendepunkt e.V. – Hilfe für alkoholbelastete Familien (www.suchtundwendepunkt.de) und der Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern (https://kompass-hamburg.de/) statt. Nach einem Input zur Lebenssituation von Kindern in suchtbelasteten Familien durch Katharina Balmes (Such(t)- und Wendepunkt) stellte Carolin Hagenguth (Kompaß) Kinderbücher als Türöffner um mit Kindern alkoholkranker Eltern ins Gespräch zu kommen, vor. Den Hauptteil der Veranstaltung bildeten dann die jeweils ca. 5-minütigen Buchvorstellungen, die abwechselnd von den Mitarbeiterinnen der beteiligten Einrichtungen anhand von Abbildungen aus den vorgestellten Büchern präsentiert wurden. Die Altersspanne der neun vorgestellten Kinderbücher lag bei 3-10 Jahre. Die Bücher umfassten neben einer elterlichen Suchtbelastung, einem von einer fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) betroffenen Schulkind auch die Thematik einer psychischen Erkrankung eines Elternteils sowie die Vorstellung des Ansatzes gewaltfreier Kommunikation für Kinder. In einer kurzen digitalen Kleingruppenarbeitsphase setzten sich die Fachkräfte, die v.a. aus dem Bereich Schulsozialarbeit, Suchtberatung, Suchtprävention und Kita kamen, mit drei Fragen auseinander: Wie könnte man mit einem Kinderbuch zum Thema elterliche Suchtbelastung im eigenen Arbeitsfeld arbeiten? Inwiefern kann man die vorgestellten Bücher auch dafür nutzen um mit Eltern ins Gespräch zu kommen? Welche Bücher wurden schon genutzt und was hat gut funktioniert?

Am 18.2.2021 stellten wir mit „Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Ein Netzwerk stellt sich und seine Arbeitsweise“ ein Projekt vor, das seit fast 20 Jahren in verschiedenen Hamburger Bezirken aktiv ist. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet teil.

Unsicherheit von Fachkräften im Umgang mit Kindern aus suchtbelasteten Familien führte 2003 in Hamburg zur Entwicklung von „connect - Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien“. Die Grundidee von connect - Fachkräfte aus verschiedenen Arbeitsfeldern, die beruflich mit Kindern und deren Familien befasst sind, vernetzen sich arbeitsfeldübergreifend vor Ort in ihrem Sozialraum unter Zuhilfenahme von bestehenden Hilfsangeboten – prägt auch heute noch die Arbeitsweise dieses Fachkräftenetzwerks. Connect gibt es aktuell in vier Hamburger Bezirken. Regelmäßig treffen sich die Netzwerkmitglieder zu anonymisierten Fallbesprechungen, Fortbildungen und einem Jahrestreffen. Ein Ziel von connect ist die Sensibilisierung für das Thema gerade auch für „suchtfremde“ Arbeitsfelder wie z.B. Kita und Schule. Kinder aus suchtbelasteten Familien werden so aus dem Schatten geholt.

Nach einer Vorstellung der Entstehung von connect, der Arbeitsweise und der connect-Struktur in Hamburg durch die verantwortliche Gesamtkoordinatorin von connect, Dr. Anke Höhne, berichteten die connect-Koordinator*innen aus drei Hamburger connect-Netzwerken (Ulrike Bohm – Harburg, Thule Möller – Osdorf-Lurup und Matthias Weser – Billstedt-Horn) von den Aufgaben der Koordinator*innen, den Besonderheiten in den Stadtteilen. Ria Hankemann (Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern), die connect von Anfang an als Moderatorin des Herzstücks von connect, den Fallberatungen, begleitet, stellte die Aufgaben der Moderation, typische Methoden und die Vorgehensweise bei den Fallberatungen vor. In einem offenen Diskussionsformat war anschließend ausreichend Zeit die Fragen der Fachkräfte aus anderen Bundesländern zu connect zu beantworten.

Weiterführende Informationen zu connect finden Sie hier:

https://www.sucht-hamburg.de/hilfe/hilfe-projekte/connect

https://www.lina-net.de/info/angebote-fuer-fachkraefte (Kontaktdaten der connect-Koordinator*innen)

https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/good-practice/connect/ (Projektbeschreibung)

Der Dot.sys Jahresbericht mit ausgewählten Ergebnissen der in Hamburg dokumentierten suchtpräventiven Maßnahmen des Jahres 2019 steht ab sofort zum Download zur Verfügung.

Fachkräfte diskutieren online über Veränderungen und Strategien zur Bearbeitung von Suchtmittelmissbrauch in der Corona-Krise!

Im Mittelpunkt der Jahrestagung „Konsum.Raum.Sucht. – Raumverschiebungen aktuell: digital – privat – öffentlich – politisch“ am 18. November 2020 standen die diversen Verschiebungen in Hinblick auf zugängliche Räume und Wege, sowohl für den beobachtbaren Suchtmittelkonsum als auch für die Inanspruchnahme von Suchthilfe und Beratung. Die Corona-Pandemie und die zu ihrer Einschränkung staatlich verordneten Maßnahmen haben diese Entwicklungen beschleunigt und verstärkt.

Die Web-Konferenz, die mit fast 90 Teilnehmenden sehr gut nachfragt war, wurde eröffnet mit einem Vortrag von Dr. Bernd Werse vom Centre for Drug Research der Universität Frankfurt, der Ergebnisse einer bundesweiten Studie zur Drogenhilfe in der Corona-Krise vorstellte (Vortrag zum Download oder YouTube-Video). Das größte Problem für Angehörige 'harter Szenen' während der Lockdown-Maßnahmen war die deutlich größere Schwierigkeit, Geld zu "machen" (mit z.B. Flaschensammeln, Betteln oder Prostitution). Der Umgang mit der Pandemie fiel in den Städten bzw. Regionen sehr unterschiedlich aus und stellt für Drogengebrauchende eine große Hausforderung dar: Von weitgehender Schließung bis weitgehender Aufrechterhaltung der Drogenhilfeangebote, von starker Verschärfung der Lage insbesondere von Obdachlosen bis zu schnellen, unbürokratischen Hilfen. Auf Basis dieser Erkenntnisse folgten dann die an den vier Räumen – digital, privat, öffentlich und politisch – orientierten Kurz-Inputs mit anschließender Diskussionsrunde von Christine Tügel, Jugendhilfe e.V., Ralf Schünemann, Such(t)- und Wendepunkt e.V., Dr. Stefanie von Berg, Bezirksamt Altona, Gudrun Greb, ragazza e.V. und Benjamin Lemke, delphi - Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH zur Situation allgemein und Hamburg im Besonderen. Detaillierte Inhalte der Diskussionsrunde können Sie hier herunterladen.

Nach der Pause stellte Andrea Jäger von der Sucht- und Drogen-Koordination der Stadt Wien die über ein Jahrzehnt aufgebauten unterstützenden Vernetzungsstrukturen für Aushandlungsprozesse im (halb)öffentlichen Raum vor, mit der die österreichische Hauptstadt erfolgversprechende Lösungsansätze wie beispielsweise Maßnahmen für eine sozial verträgliche Situation an Verkehrsknotenpunkten für Problematiken, mit denen jede Großstadt zu kämpfen hat, erarbeitet hat (Vortrag zum Download oder YouTube-Video).

Zum Abschluss hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, in nach den Schwerpunkten digital – privat – öffentlich – politisch eingerichteten Arbeitsgruppen die drängenden Fragen zu diskutieren und ein weiteres Vorgehen zu verabreden. Ein großes Anliegen war die Fortführung der Gespräche mit der Politik und Verwaltung zur Gestaltung der Situation im öffentlichen Raum wie auch die Weiterführung der Diskussion um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit mit Klient*innen sowie in der Suchtprävention und Suchtselbsthilfe. Thematisiert wurden auch die Veränderungen der Organisations- und Arbeitskultur zum Beispiel durch Mobiles Arbeiten und Home Office in der Suchthilfe und der sozialen Arbeit, die zum Teil als erleichternd und Bereicherung empfunden werden, aber auf der Fürsorge- und Beziehungsebene für Führungskräfte und Mitarbeitende neue Herausforderungen mit sich bringen. Detaillierte Inhalte der digitalen Arbeitsgruppen können Sie hier herunterladen.

Vorträge zum Download:

Dr. Bernd Werse - Drogenhilfe in der Coronakrise.Ergebnisse einer bundesweiten Studie.

Andrea Jäger - Unterstützende Vernetzungsstrukturen für Aushandlungsprozesse im (halb)öffentlichen Raum.

Die beiden Vortäge können auch auf unserem YouTube-Kanal angesehen werden

Liebe*r Leser*in,

seit genau einem Jahr steht unser Leben inzwischen im Zeichen der Auswirkungen des Corona-Virus. An einige Veränderungen hat sich ein Teil von uns gewöhnt oder kann damit umgehen, dies trifft jedoch nicht auf alle zu. Zum Beispiel nicht auf Kinder und Jugendliche, Menschen die ihren Job verloren haben, in Kurzarbeit sind oder direkt gesundheitlich und/oder psychosozial von der SARS-CoV-2-Pandemie betroffen sind. Inzwischen gibt es nahezu täglich Meldungen zu Studienergebnissen, die die negativen Auswirkungen der Pandemie unter anderem auf die psychische Gesundheit belegen. Es bleibt zu hoffen, dass die Impfungen uns möglichst bald eine Rückkehr zu mehr sozialem Miteinander ermöglichen und wir die Folgen der Pandemie möglichst gut gemeinsam bearbeiten und bewältigen können.

Ich wünsche Ihnen eine abwechslungsreiche Lektüre unseres Newsletters, der wie üblich Informationen zu aktuellen Entwicklungen in der Suchthilfe und Suchtprävention in Hamburg und darüber hinaus für Sie bereithält.

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien 2021

Digitales Präventionsprogramm Wie jedes Jahr fand im Februar die COA-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien www.coa-aktionswoche.de statt. Pandemiebedingt fanden die meisten Veranstaltungen in diesem Jahr in einem digitalen Format statt. SUCHT.HAMBURG war mit drei jeweils zweistündigen Online-Veranstaltungen an der Aktionswoche beteiligt.

Den Auftakt bildete am 15. Februar die gemeinsam mit dem Projekt „A: aufklaren. Expertise und Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ durchgeführte Veranstaltung „Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern?“, an der 77 Menschen teilnahmen. Nach einer kurzen thematischen Einführung zu Zahlen und Fakten zum Thema Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern durch die beiden Veranstalterinnen, Dr. Anke Höhne (SUCHT.HAMBURG) und Juliane Tausch (Projekt A: aufklaren) gaben sechs Hamburger Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern (Psychiatrie, Suchttherapie, Gruppenangebot für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern, sozialpädagogische Familienhilfe in alkoholbelasteten Familien, Kinderschutz und Sucht- und Drogenpolitik) jeweils einen Input zu der Leitfrage der Veranstaltung. Nach einer kurzen Diskussionsrunde mit Rückfragen an die Inputgeber*innen ging es in digitalen Kleingruppen weiter mit dem Thema der Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kindern von sucht- und psychisch erkrankten Eltern.

Einig waren sich sowohl die eingeladenen Expert*innen als auch die Teilnehmer*innen darin, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, wenngleich Menschen mit einer Suchterkrankung noch immer mit einer höheren Stigmatisierung in der Gesellschaft rechnen müssen. Deutlich wurde auch, dass in der Erwachsenenpsychiatrie anders als in der Suchtberatung und –therapie die Kinder der Hilfesuchenden noch nicht regelhaft einbezogen und damit mit ihren Belastungen noch immer häufiger übersehen werden.

Weiter ging es einen Tag später mit einer Veranstaltung zum Thema „Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie. Mit Kindern über die elterliche Suchtbelastung ins Gespräch kommen“, an der 48 Personen teilnahmen. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den zwei Hamburger Einrichtungen Such(t)- und Wendepunkt e.V. – Hilfe für alkoholbelastete Familien (www.suchtundwendepunkt.de) und der Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern (https://kompass-hamburg.de/) statt.

Den Hauptteil der Veranstaltung bildeten die jeweils ca. 5-minütigen Buchvorstellungen, die abwechselnd von den Mitarbeiterinnen der beteiligten Einrichtungen anhand von Abbildungen aus den vorgestellten Büchern präsentiert wurden. Die Altersspanne der neun vorgestellten Kinderbücher lag bei 3-10 Jahre. Die Bücher umfassten neben einer elterlichen Suchtbelastung, einem von einer fetalen Alkoholspektrumsstörung (FASD) betroffenen Schulkind auch die Thematik einer psychischen Erkrankung eines Elternteils sowie die Vorstellung des Ansatzes gewaltfreier Kommunikation für Kinder.

In einer kurzen digitalen Kleingruppenarbeitsphase setzten sich die Fachkräfte, die v.a. aus dem Bereich Schulsozialarbeit, Suchtberatung, Suchtprävention und Kita kamen, mit drei Fragen auseinander: Wie könnte man mit einem Kinderbuch zum Thema elterliche Suchtbelastung im eigenen Arbeitsfeld arbeiten? Inwiefern kann man die vorgestellten Bücher auch dafür nutzen um mit Eltern ins Gespräch zu kommen? Welche Bücher wurden schon genutzt und was hat gut funktioniert?

Am 18. Februar stellten wir in der Veranstaltung „Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Ein Netzwerk stellt sich und seine Arbeitsweise“ ein Projekt vor, das seit fast 20 Jahren in verschiedenen Hamburger Bezirken aktiv ist. An der Veranstaltung nahmen 34 Teilnehmer*innen teil.

Nach einer Vorstellung der Entstehung von connect, der Arbeitsweise und der connect-Struktur in Hamburg durch die verantwortliche Gesamtkoordinatorin von connect, Dr. Anke Höhne, berichteten die connect-Koordinator*innen aus drei Hamburger connect-Netzwerken (Ulrike Bohm – Harburg, Thule Möller – Osdorf-Lurup und Matthias Weser – Billstedt-Horn) von den Aufgaben der Koordinator*innen, den Besonderheiten in den Stadtteilen. Ria Hankemann (Beratungsstelle Kompaß – Beratung für Kinder und Jugendlicher alkoholabhängiger Eltern), die connect von Anfang an als Moderatorin des Herzstücks von connect, den Fallberatungen, begleitet, stellte die Aufgaben der Moderation, typische Methoden und die Vorgehensweise bei den Fallberatungen vor. In einem offenen Diskussionsformat war anschließend ausreichend Zeit die Fragen der Fachkräfte aus anderen Bundesländern zu connect zu beantworten.

Weiterführende Informationen zu connect finden Sie hier: https://www.sucht-hamburg.de/hilfe/hilfe-projekte/connect

„Familien (achtsam) stärken“

Das Programm „Familien (achtsam) stärken“ des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zielt darauf ab, das alltägliche Miteinander in Familien positiver und konfliktfreier zu gestalten. Konkret werden Kinder und Jugendliche zum Beispiel im Umgang mit Stress und Gruppendruck gestärkt. Eltern wiederum erhalten praktische Erziehungstipps. Insgesamt wird die ganze Familie darin unterstützt, gut miteinander zu kommunizieren und gemeinsam Ziele zu erreichen. Hintergrund des Projektes sind die Prävention von Suchtstörungen und psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sowie die Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung. Das Projekt wird gemeinsam mit der Medical School Hamburg angeboten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Im Rahmen einer parallellaufenden Studie wurde die ursprünglich aus den USA stammende, evidenzbasierte Standardversion des Präventionsprogramms nun digitalisiert und um achtsamkeitsbasierte Elemente erweitert. Achtsamkeitsbasierte Maßnahmen werden zur Förderung der psychischen Gesundheit und der Prävention psychischer Erkrankungen als sehr vielversprechend angesehen.

Es besteht aktuell die Möglichkeit der Teilnahme an einem kostenlosen Präventionskurs für mindestens ein Elternteil mit einem Kind im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Der Kurs besteht aus sieben wöchentlichen Sitzungen, die von ausgebildeten Trainer*innen live vor dem Bildschirm durchgeführt werden. An jeder Sitzung nehmen mehrere Familien gleichzeitig teil, wobei es Jugend-, Eltern- und Familiensitzungen gibt.  Kursteilnehmer*innen erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von insgesamt 150 Euro für die vollständige Teilnahme. Zusätzlich besteht das Angebot 2-mal nach dem Kurs gemeinsam online zu Kochen. Die Familien erhalten dafür Rezepte sowie Gutscheine für den Einkauf der notwendigen Zutaten.

Interessierte Familien können sich ab sofort unter www.familien-staerken.info informieren und unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden.

Nachhaltig wirksame Suchtprävention – Empfehlungen für die Praxis suchtpräventiver Fach- und Leitungskräfte sowie von Entscheidungsverantwortlichen

Bereits im Jahr 2014 wurde als Ergebnis einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Klausurwoche von Expert*innen das „Kölner Memorandum zur Evidenzbasierung in der Suchtprävention“ veröffentlicht. Davor und danach gab es vielfältige, teils kontroverse Diskussionen über Möglichkeiten und Grenzen einer evidenzbasierten suchtpräventiven Praxis in der in Deutschland.

Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wurden vor kurzem in einem Forschungsprojekt des Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) der Katholischen Hochschule (KatHo) NRW, Abt. Köln, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg (ISD) Empfehlungen für die erfolgreiche Gestaltung nachhaltig wirksamer Suchtprävention erarbeitet. Diese Empfehlungen sollen und können das Kölner Memorandum 2014 nicht ersetzen, sondern als praxisorientierte Handlungsanleitungen helfen, die Qualität der Suchtprävention zu sichern und eine evidenzbasierte Suchtprävention in Deutschland zu etablieren.

Die Empfehlungen sind unter enger Einbeziehung von Fach- und Leitungskräften aus der suchtpräventiven Praxis entstanden. Aufgrund des unterschiedlichen Perspektiv- und Anwendungsspielraums wurden Empfehlungen sowohl für Fach-/Leitungskräfte in der praktischen Arbeit der Suchtprävention als auch für Entscheidungsverantwortliche in Leitungspositionen von Trägern und Verbänden, in der Politik usw. entwickelt. (Quelle: Pressemitteilung 15.9.20 von Prof. Dr. Dipl.-Psych. Tanja Hoff, KatHO NRW, und Dipl.-Psych. Hermann Schlömer, ISD Hamburg)

Die Empfehlungen stehen u.a. unter www.isd-hamburg.de/evidenzbasierte-suchtpraevention zum Download zur Verfügung.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

23. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg

Am 21. Dezember 2020 wurde der 23. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg veröffentlicht. Über 15.400 Personen suchten demnach in 2019 eine ambulante Suchthilfeeinrichtung auf, mehr Menschen als in den Vorjahren. Zurückgegangen ist jedoch der Anteil der hilfesuchenden Frauen, lediglich 27 Prozent aller Klient*innen sind Frauen und damit weniger als in den Vorjahren.

Fast zwei Drittel der Klient*innen nennen Alkohol als Hauptdroge, gut ein Drittel Cannabis und etwa jede ein Viertel nannte Kokain bzw. Opioide/Heroin als Hauptdroge. Amphetamine, Crack, Sedativa wurden von weniger als 10 % konsumiert, 8 % weisen eine Glücksspielproblematik auf.

In einer Schwerpunktauswertung widmet sich der BADO-Bericht auch den biographischen und psychosozialen Belastungen der Klientel. Fast die Hälfte aller Klient*innen ist in suchtbelasteten Haushalten aufgewachsen. Ein Fünftel aller Klient*innen berichtete von früheren Fremdunterbringungen in öffentlicher Erziehung. Zwei Drittel der Frauen und etwa 60 % der Männer sind Opfer schwerer körperliche Gewalt. Gut die Hälfte der Frauen berichtete von sexuellen Gewalterfahrungen. Quelle und ausführliche Informationen https://www.bado.de/

ZEITUNG für Suchtprävention

Im Januar ist die 53. Ausgabe unserer ZEITUNG für Suchtprävention erschienen. Themen sind Interview mit der neuen Gesundheitssenatorin, ein Corona-Spezial und die Suchtberatungsstelle "Die Boje" im Fokus. Die ZEITUNG kann in unserem Shop unter www.sucht-hamburg.de heruntergeladen oder bestellt werden.

grundrauschen: Sucht – Flucht – Jungenarbeit

Die lag Jungenarbeit NRW hat die Methodentasche "grundrauschen: Sucht – Flucht – Jungenarbeit" entwickelt, bei der es sich um ein spielbasiertes Material- und Methodenset für die niederschwellige Thematisierung von Rausch und Drogen mit jugendlichen Gruppen handelt.

Das Praxismaterial beinhaltet insgesamt 13 Methoden der Suchtpräventionsarbeit, verbunden durch ein Spielkonzept. Die Inhalte wurden mit Blick auf die Themen Fluchterfahrung und (männliches*) Geschlecht entwickelt. Sie können aber problemlos und unverändert auch für die Präventionsarbeit mit allen Zielgruppen der Jugendarbeit verwendet werden. Mehr Informationen unter: www.lagjungenarbeit.de/praxismaterial/grundrauschen

Medikamente, Alkohol, Tabak: Drei neue S3-Leitlinien

Im Januar wurden im Rahmen einer Pressekonferenz die neuen S3-Leitlinien von der DGPPN und DG-Sucht gemeinsam mit der Drogenbeauftragten des Bundes vorgestellt. Die neuen Leitlinien beinhalten neueste evidenzbasiertes Erkenntnisse, Empfehlungen für frühe Interventionen, erprobte Behandlungsstandards und zielgerichtete Suchtrehabilitation. Die Leitlinien und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Konsumverhalten

In den letzten Wochen und Monaten wurden immer mehr Studienberichte veröffentlicht, die sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf der Konsumverhalten der Bevölkerung beschäftigten. So zeigt zum Beispiel die Studie von Ekaterini Georgiadou et al., dass mit Beginn der Ausgangseinschränkungen mit 37,4 % für Alkohol und 42,7 % für Tabak ein nicht unerheblicher Anteil aller Studienteilnehmer im Lockdown mehr trinkt und/oder raucht als zuvor.

Personen, die ihre Tagesstruktur weitgehend durch die berufliche Beschäftigung beibehalten konnten, scheinen weniger von einem erhöhten Konsum von Alkohol und Tabak betroffen zu sein. Hingegen scheinen besonders diejenigen Personen gefährdet zu sein, die vor Beginn der Ausgangseinschränkungen regelmäßig Alkohol konsumiert haben. Ausführliche Informationen unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/214451/Alkohol-und-Rauchen-Die-COVID-19-Pandemie-als-idealer-Naehrboden-fuer-Suechte

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Corona - Pausentaste für die betriebliche Suchtprävention? Online-Informationsveranstaltung und Austauschforum für Akteur*innen aus der betrieblichen Suchtprävention am 31. März. Mehr Informationen und Anmeldung

Essenslust und Körperfrust - Ein Lernarrangement zur Prävention von Essstörungen für die Jahrgangsstufen 7 - 9 am 6. April Mehr Informationen und Anmeldung

Dissozialität und Drogenkonsum - Schwerpunkt: Lebenswelt 'Jugendstrafvollzug. Webseminar am 8. April Mehr Informationen und Anmeldung

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen. Webseminar am 15. April Mehr Informationen und Anmeldung

Kita MOVE - Heikle Themen ansprechen Veränderung ermöglichen. Dreitägige Präsenz-Fortbildung am 19. und 26. April sowie 3. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Basiscurriculum Jugend und Sucht 2021 - 2023. Online-Auftaktveranstaltung am 23. April. Mehr Informationen und Anmeldung

Flaschenpost und Dosenmonster - Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie. Webseminar am 27. April Mehr Informationen und Anmeldung

Body2Brain CCM® Methode- Fortbildungsreihe ab dem 14. Juni. Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

42. fdr+sucht+kongress „Update Konsum – Upgrade Hilfe“ des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. am 3. und 4. Mai 2021 digital Mehr Informationen

25. Suchttherapietage „Veränderte Gesellschaft, veränderte Sucht: Therapie und Prävention wie gehabt?“ vom 10. bis 12. Mai als Online-Kongress Mehr Informationen

17. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag vom 18. bis 20. Mai 2021 digital Mehr Informationen

6. Einladungstagung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Qualität in der Suchtprävention 20. und 21. Mai 2021 digital Mehr Informationen

DHS Sucht-Selbsthilfe Konferenz vom 28. bis 29. Mai 2021 digital Mehr Informationen

Gemeinsamer Suchtkongress des Fachverbands Sucht und des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. Hybridveranstaltung vom 23. bis 25. Juni 2021 in Münster Mehr Informationen

Save the Date: Deutscher Suchtkongress 2021 vom 13. bis 15. September in Berlin. Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

Unsere Gremien finden aufgrund der Sars-Cov-2-Pandemie weiterhin als Online-Meetings statt. Bitte beachten Sie die jeweilige Ankündigung auf unserer Webseite.

AK Vielfalt 18. März 2021

AK Enter 25. März.

AK Sucht.Jugend 14. April 2021

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 19. April 2021

FASD-Netzwerktreffen 21. April 2021

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Liebe*r Leser*in,

wieder geht ein Jahr vorüber. Diesmal jedoch definitiv ein Jahr, dass uns allen sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Ein Jahr, das in unserem privaten und beruflichen Leben, im öffentlichen wie auch im digitalen Raum grundlegende Veränderungen, Einschnitte und Belastungen verursacht hat. Ich hoffe, dass Sie und Ihre Mitarbeitenden, Familien und Klient*innen die letzten Monate gut überstanden haben und wünsche uns allen, dass wir unsere Akkus über die anstehenden Feiertage wieder etwas aufladen können, um auch die nächsten Wochen und Monate mit der notwenigen Energie angehen zu können.

Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit und das uns entgegengebrachte Vertrauen. Wir freuen uns auf die gemeinsamen Projekte und Aktivitäten im hoffentlich wieder besser planbaren nächsten Jahr.

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Dokumentation der Online-Jahrestagung „Konsum.Raum.Sucht- – Raumverschiebungen aktuell: digital – privat – öffentlich – politisch“

Im Mittelpunkt unserer Jahrestagung „Konsum.Raum.Sucht.“ am 18. November 2020 standen die diversen Verschiebungen in Hinblick auf zugängliche Räume und Wege, sowohl für den beobachtbaren Suchtmittelkonsum als auch für die Inanspruchnahme von Suchthilfe und Beratung. Die Corona-Pandemie und die zu ihrer Einschränkung staatlich verordneten Maßnahmen haben diese Entwicklungen beschleunigt und verstärkt.

Die Web-Konferenz, die mit fast 90 Teilnehmenden sehr gut nachfragt war, wurde eröffnet mit einem Vortrag von Dr. Bernd Werse vom Centre for Drug Research der Universität Frankfurt, der Ergebnisse einer bundesweiten Studie zur Drogenhilfe in der Corona-Krise vorstellte (Vortrag zum Download oder YouTube-Video). Das größte Problem für Angehörige 'harter Szenen' während der Lockdown-Maßnahmen war die deutlich größere Schwierigkeit, Geld zu "machen" (mit z.B. Flaschensammeln, Betteln oder Prostitution). Der Umgang mit der Pandemie fiel in den Städten bzw. Regionen sehr unterschiedlich aus und stellt für Drogengebrauchende eine große Hausforderung dar: Von weitgehender Schließung bis weitgehender Aufrechterhaltung der Drogenhilfeangebote, von starker Verschärfung der Lage insbesondere von Obdachlosen bis zu schnellen, unbürokratischen Hilfen. Auf Basis dieser Erkenntnisse folgten dann die an den vier Räumen – digital, privat, öffentlich und politisch – orientierten Kurz-Inputs mit anschließender Diskussionsrunde von Christine Tügel, Jugendhilfe e.V., Ralf Schünemann, Such(t)- und Wendepunkt e.V., Dr. Stefanie von Berg, Bezirksamt Altona, Gudrun Greb, ragazza e.V. und Benjamin Lemke, delphi - Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH zur Situation allgemein und Hamburg im Besonderen. Detaillierte Inhalte der Diskussionsrunde können Sie hier herunterladen.

Nach der Pause stellte Andrea Jäger von der Sucht- und Drogen-Koordination der Stadt Wien die über ein Jahrzehnt aufgebauten unterstützenden Vernetzungsstrukturen für Aushandlungsprozesse im (halb)öffentlichen Raum vor, mit der die österreichische Hauptstadt erfolgversprechende Lösungsansätze wie beispielsweise Maßnahmen für eine sozial verträgliche Situation an Verkehrsknotenpunkten für Problematiken, mit denen jede Großstadt zu kämpfen hat, erarbeitet hat (Vortrag zum Download oder YouTube-Video).

Zum Abschluss hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, in nach den Schwerpunkten digital – privat – öffentlich – politisch eingerichteten Arbeitsgruppen die drängenden Fragen zu diskutieren und ein weiteres Vorgehen zu verabreden. Ein großes Anliegen war die Fortführung der Gespräche mit der Politik und Verwaltung zur Gestaltung der Situation im öffentlichen Raum wie auch die Weiterführung der Diskussion um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit mit Klient*innen sowie in der Suchtprävention und Suchtselbsthilfe. Thematisiert wurden auch die Veränderungen der Organisations- und Arbeitskultur zum Beispiel durch Mobiles Arbeiten und Home Office in der Suchthilfe und der sozialen Arbeit, die zum Teil als erleichternd und Bereicherung empfunden werden, aber auf der Fürsorge- und Beziehungsebene für Führungskräfte und Mitarbeitende neue Herausforderungen mit sich bringen. Detaillierte Inhalte der digitalen Arbeitsgruppen können Sie hier herunterladen.

Bundesweite Aktionswoche Kinder aus Suchtfamilien „Vergessenen Kindern eine Stimme geben“ vom 14. bis 20. Februar 2021

In Deutschland wachsen fast 3 Mio. Kinder und Jugendliche mit einem suchtkranken Elternteil auf. Die häufigste Suchterkrankung stellt dabei die Alkoholabhängigkeit eines oder beider Elternteile dar. Jedes sechste Kind lebt zeitweilig in einer alkoholbelasteten Familie.

Ziel der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien (COA-Aktionswoche) ist es, die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Medien auf die mehr als 2,6 Millionen Kinder zu richten, die in Deutschland unter einem Suchtproblem ihrer Eltern leiden. Initiatoren der COA-Aktionswoche sind NACOA Deutschland und Such(t)- und Wendepunkt e.V. aus Hamburg. Auch wir (SUCHT.HAMBURG) sind seit vielen Jahren in der COA-Aktionswoche mit unterschiedlichen Aktionen aktiv, die diesmal in Kooperation mit Such(t)- und Wendepunkt e.V. (www.suchtundwendepunkt.de) und der Beratungsstelle Kompaß (https://kompass-hamburg.de) stattfinden.

Für Februar sind bislang die folgenden Aktivitäten geplant:

  • Webseminar: Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie - Mit Kindern über die elterliche Suchtbelastung ins Gespräch kommen am 16. Februar mit Zoom
  • Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien - Ein Netzwerk stellt sich und seine Arbeitsweise vor am 18. Februar online mit Zoom

Ausführliche Informationen zu den oben genannten Veranstaltungen finden Sie auf unserem Fortbildungsportal unter www.suchtpraevention-fortbildung.de. Alle Informationen zur COA-Aktionswoche stehen unter www.coa-aktionswoche.de zur Verfügung.

Neue Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu Computerspiel- und Internetnutzung

Die BZgA hat am 15. Dezember 2020 neue Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie 2019 veröffentlicht die bestätigen, dass die exzessive Mediennutzung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zunimmt.

Die Ergebnisse zeigen, dass im Internet bei Jugendlichen und jungen Erwachsene nach wie vor Kommunikation und Unterhaltung im Vordergrund stehen. 12- bis 17-Jährige nutzen Computerspiele und das Internet durchschnittlich 22,8 Stunden pro Woche und 18- bis 25-Jährige durchschnittlich 23,6 Stunden pro Woche privat – also nicht für Schule, Studium oder Arbeit. Im Zeitraum von 2015 bis 2019 ist der Anteil der 12- bis 17-Jährigen und 18- bis 25-Jährigen mit einer problematischen Internetnutzung nochmals gestiegen. Er hat sich bei den Jugendlichen von 21,7 Prozent im Jahr 2015 auf 30,4 Prozent im Jahr 2019 und bei den jungen Erwachsenen von 15,2 Prozent in 2015 auf 23,0 Prozent in 2019 erhöht.

Internetbezogene Störungen treten im Jahr 2019 bei 7,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen auf. Im Jahr 2015 lag dieser Wert bei 5,7 Prozent. Sie treten aktuell bei 4,1 Prozent der 18- bis 25-Jährigen auf und lagen im Jahr 2015 bei dieser Altersgruppe bei 2,6 Prozent. Unter den 12- bis 17-jährigen weiblichen Jugendlichen und den 18- bis 25-jährigen jungen Frauen ist die internetbezogene Störung beziehungsweise die problematische Nutzung im Jahr 2019 etwas weiterverbreitet als unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern entsprechenden Alters. (zitiert nach: https://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/2020-12-15-neue-bzga-studiendaten-zur-computerspiel-und-internetnutzung/)

Die Situation während der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 war nicht Teil des Erhebungszeitraums der o.g. Studie. Mit Spannung werden weitere Studien erwartet die zeigen, ob sich die zwischenzeitliche Erhöhung der Nutzungszeiten aufgrund der Corona-Pandemie nachhaltig verfestigt oder eher als Episode zu betrachten ist.

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Neue Veröffentlichungen von SUCHT.HAMBURG

Plakatmotive zum „Risiko Rauschfahrten“

„Noch ein Drink kostet dich deinen Führerschein! Kiffen kostet dich deinen Führerschein!“ Mit diesen neuen Motiven sensibilisiert SUCHT.HAMBURG für die Gefahren von Rauschfahrten. Denn: Alkohol und illegale Drogen haben nichts im Straßenverkehr zu suchen. Man gefährdet nicht nur sich, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen. Trotzdem wurden in Hamburg allein im Jahr 2019 3.067 Verkehrsteilnehmer*innen mit Alkohol, 963 mit Cannabis, 578 mit einer anderen illegalen Droge und 300 mit Medikamenten auffällig im Straßenverkehr. Damit ist ein deutlicher Anstieg zu den Vorjahren davor zu verzeichnen. So wurden in 2016 mit 2.187 registrierten Alkoholfällen und 385 Vorfälle im Zusammenhang mit dem Konsum einer anderen illegalen Droge als Cannabis deutlich weniger Personen im Straßenverkehr auffällig.

In diesem Zusammenhang steht auch die Veröffentlichung „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Ausgewählte Ergebnisse einer Sekundäranalyse der Verkehrsunfallstatistik sowie der Alko-Dro-Daten der Polizei“. Die Publikation kann hier heruntergeladen werden. Die Plakatmotive können Sie hier einsehen und herunterladen.

Neue Materialien der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) hat vor kurzem drei neue Materialien veröffentlicht. „Erwachsenwerden in Familien Suchtkranker“ ist eine Arbeitshilfe, die die Situation von Jugendlichen ab 16 Jahren und jungen Erwachsenen, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen, in den Blick nimmt. Die Broschüre richtet sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen sowie der Arbeitswelt.

Die Publikation „Riskante Partnerschaft – Ratgeber für Männer“ wurde aktualisiert und steht ab sofort zur Verfügung. „ProzentRechnung – Broschüre zu den Risiken von Alkoholkonsum“ ist ein neues Medium über die Auswirkungen des Alkoholkonsums. Insbesondere thematisiert wird das Krebsrisiko, das durch Alkohol nachweislich erhöht ist.

Diese und weitere Materialien können unter www.dhs.de heruntergeladen oder kostenfrei bestellt werden.

Kita-MOVE - Motivierende Kurzintervention im Elterngespräch 2021

Gespräche mit Eltern sind nicht immer einfach, gerade, wenn es um persönliche Themen wie Erziehung und Gesundheit geht. Und: Im pädagogischen Alltag gibt es zwar häufige, aber meist nur kurze „zwischen Tür und Angel“-Begegnungen mit den Eltern. Kita-MOVE unterstützt pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten, Familienzentren und den Frühen Hilfen dabei, in solchen Situationen Eltern auch zu vermeintlich „schwierigen“ Themen positiv anzusprechen und Impulse für Veränderungen zu geben.

SUCHT.HAMBURG bietet am 19.4., 26.4. und 3.5.2021 eine dreitägige Fortbildung des bundesweit agierenden Projektes Kita-MOVE an. Die Fortbildung bietet hilfreiche Instrumente, um diese Alltagssituationen und Gesprächsanlässe kompetent und gezielt zu nutzen. Erzieher*innen und Pädagog*innen werden in ihrer Professionalität im Elternkontakt gestärkt und gleichzeitig entlastet. Die Fortbildung knüpft an vorhandenes Wissen an, gibt Neues dazu und lässt viel Raum zum Ausprobieren. Kita-MOVE versteht sich als Angebot vor dem Angebot, weil es dazu beitragen kann, Eltern partnerschaftlich zu begegnen und sie für die Annahme von externen Hilfen zu gewinnen. Weitere Informationen zu Kita-MOVE finden sich unter www.kita-move.de. Informationen zur Fortbildung finden Sie hier.

Neustart des Hamburger Basiscurriculums Jugend und Sucht im April 2021

Nachdem der Start des neuen Durchgangs 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, startet nun im April 2021 eine neue Runde des über zwei Jahre laufenden Basiscurriculums Jugend und Sucht. Innerhalb dieser Zeitspanne können Fortbildungsangebote der Module Theorie – Information – Grundwissen sowie Praxisansätze – Interventionen belegt werden, um sich für den Abschluss in 2023 zu qualifizieren.

Bei dem Angebot für Hamburger Fachkräfte aus den Bereichen Jugendhilfe und Schule sowie angrenzender Bereiche handelt es sich um eine Kooperation von der Beratungsstelle Kompaß, Kajal, DZSKJ, SPZ und SUCHT.HAMBURG. Die Auftaktveranstaltung findet am 23. April statt, Anmeldungen sind ab sofort unter www.suchtpraevention-fortbildung.de bzw. www.basiscurriculum-hamburg.de möglich.

Vortiv – Serviceplattform für kommunale Alkoholprävention

Ab sofort steht mit www.vortiv.de ein neues Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur kommunalen Alkoholprävention zur Verfügung. VORTIV richtet sich an kommunale Akteur*innen, Präventionsfachkräfte und Mitarbeitende der Kommunalverwaltungen und beinhaltet folgende Angebote: Persönliche Beratung zur Planung und Umsetzung kommunaler Alkoholpräventionsmaßnahmen entsprechend den Bedarfen vor Ort, Fortbildungen vor Ort oder digital zum kommunalen Netzwerkmanagement in der Alkoholprävention, Informationen zu rechtlichen Handlungsmöglichkeiten der kommunalen Alkoholprävention sowie einen Überblick zu allen Angeboten der BZgA für Kommunen im Kontext Alkoholprävention mit der Möglichkeit, diese Angebote zu nutzen.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Badesalze, Kräutermischungen, Amphetamine, Ko-Tropfen & Co. Online-Informationsveranstaltung am 13. Januar Mehr Informationen und Anmeldung

Kinder mit drogenkonsumierenden Eltern- Risiken, Herausforderungen und Hilfen am 20. Januar Mehr Informationen und Anmeldung

Trauma: Wissensgrundlagen und Handlungshinweise für den Umgang mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen am 25. Januar Mehr Informationen und Anmeldung

Suchtgefährdung bei Jugendlichen - Epidemiologie, Risikofaktoren, Erklärungsmodelle am 16. Februar Mehr Informationen und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention II - Aufbau-Webseminar am 25. März Mehr Informationen und Anmeldung

Kita MOVE - Heikle Themen ansprechen Veränderung ermöglichen. Dreitägige Fortbildung am 19. und 26. April sowie 3. Mai Mehr Informationen und Anmeldung

Termine

Bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 14. bis 20. Februar 2021 Mehr Informationen

Kongress Armut und Gesundheit „Aus der Krise zu Health in all policies“ vom 16. bis 18. März 2021 Mehr Informationen

42. fdr+sucht+kongress „Update Konsum – Upgrade Hilfe“ des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. am 3. und 4. Mai 2021 in Berlin Mehr Informationen

25. Suchttherapietage „Veränderte Gesellschaft, veränderte Sucht: Therapie und Prävention wie gehabt?“ vom 10. bis 12. Mai in Hamburg Mehr Informationen

17. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag vom 18. bis 20. Mai 2021 in Essen Mehr Informationen

Save the Date: Einladungstagung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Qualität in der Suchtprävention 20. und 21. Mai 2021 Web-Konferenz

Save the Date:  Gemeinsamer Suchtkongress des Fachverbands Sucht und des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. 23. bis 25. Juni 2021 in Münster Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

Unsere Gremien finden aufgrund der Sars-Cov-2-Pandemie weiterhin als Online-Meetings statt. Bitte beachten Sie die jeweilige Ankündigung auf unserer Webseite.

AK Vielfalt 21. Januar 2021

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 25. Januar 2021

AK Sucht.Jugend 10. Februar 2021

AK Enter tba.

FASD-Netzwerktreffen 21. April 2021

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell auch unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Alkohol und illegale Drogen haben nichts im Straßenverkehr zu suchen. Man gefährdet nicht nur sich, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen. Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil Fahrzeugführer*innen sich angetrunken oder unter dem Einfluss von illegalen Substanzen ans Steuer setzen.

Ist das bei Ihnen persönlich auch ein Thema oder interessieren Sie sich aus beruflichen Gründen dafür?

Dann finden Sie im folgenden unsere Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene, Erwachsene und Eltern sowie Fachkräfte.

Jugendliche und junge Erwachsene

Angesprochen werden Fahranfänger*innen mit dem Projekt „Mobil? Aber sicher!“. So genannte Peers (Gleichaltrige) klären in der Fahrschule über die Risiken von Rauschfahrten auf, geben Informationen darüber, wie sich der Konsum psychoaktiver Substanzen auf das Fahrverhalten auswirkt und machen die jungen Fahranfänger*innen fit mit zukünftigen Trink-Fahrkonflikten souverän umzugehen. Mehr Informationen unter gibt es hier. LogoMAS

Haben Sie als Fahrschule Interesse an einer kostenlosen Einheit zum Thema „Alkohol und illegale Drogen im Straßenverkehr?“ – Melden Sie sich gern bei uns! Kontakt

Erwachsene

Alkoholische Getränke sind bei Geselligkeiten, Feiern und Festen aller Art kaum wegzudenken. Haben Sie auch schon mal gedacht, nach ein oder zwei Gläschen kann ich noch ohne Probleme Auto fahren? Dem ist nicht so, auch wenn sich viele sich nach ein oder zwei Gläsern Alkohol ganz „normal“ fühlen und sich hinter das Steuer oder auf ihr Motorrad setzen. Doch die Kombination von Alkoholkonsum und aktiver Teilnahme am Straßenverkehr kann bereits ab 0,3 Promille strafrechtlich geahndet werden.

Deshalb: Trinken Sie am besten gar keinen Alkohol, wenn Sie noch am Straßenverkehr teilnehmen möchten! Wenn Ihnen das nicht leicht fällt, können Sie hier testen, ob Ihr Alkoholkonsum noch im grünen Bereich liegt.

Eltern

Logo BSRauschfahrten sind nicht nur ein Thema von jungen Fahranfänger*innen. Regelmäßig setzen sich auch Erwachsene, Eltern angetrunken ans Steuer. „Es ist ja nur ein kurzer Weg“ und „Ich pass besonders auf“ sind Sätze, die in so einem Zusammenhang immer wieder fallen und über die eigentliche Gefahr hinwegtäuschen sollen. Junge Menschen orientieren sich auch hier am Verhalten der Eltern. Je nachdem wie diese mit dem Thema Konsum und Autofahren umgehen, kann dies für einen bewussten Umgang förderlich sein oder das Risiko deutlich steigern. Eltern für ihre Vorbildfunktion zu sensibilisieren ist Ziel von Elternveranstaltungen, die wir regelmäßig im Rahmen unseres Cannabispräventionsprojektes BLEIB STARK! BLEIB DU SELBST! durchführen.

Unter www.bleib-stark.com können Sie sich unmfassend informieren.

Fachkräfte

Das Thema Alkohol und illegale Drogen im Straßenverkehr bietet eine gute Möglichkeit mit Jugendlichen suchtpräventiv zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass hier viel Unwissenheit und Mythen bestehen, welche Folgen Konsum haben kann, sogar dann, wenn man noch gar nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist.

SUCHT.HAMBURG unterstützt Fachkräfte und Einrichtungen dabei suchtpräventive Aktivitäten umzusetzen. Von Aktionstagen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit über Stadtteilfeste bis hin zu Fortbildungen über Inhalten und Methoden, wie sich suchtpräventive Aktivitäten umsetzen lassen. Sprechen Sie uns gern an! Kontakt

Sie wollen das Thema in ihrer Einrichtung aufgreifen, aber benötigen noch Materialien? Hier finden Sie unsere Angebote im Shop

Bildmotive:

  • Noch ein Drink kostet dich deinen Führerschein - Frau
  • Noch ein Drink kostet dich deinen Führerschein - Mann
  • Kiffen kostet dich deinen Führerschein - Frau
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