Die aktuelle Ausgabe NO. 50 der Zeitung für Suchtprävention ist im August erschienen und beschäftigt sich mit den Themen Suchtprävention in der Kinder- und Jugendhilfe, Rauchen und Dampfen.

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Liebe Leser*in,
der Sommer hat in Hamburg mit viel Sonne und heißen Temperaturen pünktlich mit den Schulferien begonnen. Für viele beginnt jetzt die lang ersehnte Urlaubszeit, in der man es sich einfach mal gut gehen lassen kann. Für diejenigen, deren Urlaub noch nicht begonnen hat oder schon zu Ende ist, haben wir in dieser Ausgabe im Mittelpunkt wie gewohnt aktuelle Informationen, Studien, Veranstaltungen und Veröffentlichungen rund um das Thema Sucht aus Hamburg, den Ländern und darüber hinaus zusammengestellt. Ich wünsche Ihnen abwechslungsreiche Lektüre.
Herzliche Grüße und kommen Sie gut durch den Sommer!
Christiane Lieb
Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Schwangerschaft - Kind - Sucht - Lina Jahrestreffen am 5. Juni 2019

Am 5. Juni 2019 fand bereits das neunte lina-Jahrestreffen im Zusammenhang mit dem Themenfeld Schwangerschaft – Kind - Sucht statt.

Dieses Mal waren die Kooperationspartner*innen zu Gast im Zentrum für junge Familien in Eimsbüttel. Ca. 30 Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern wie der Suchtberatung, Jugendhilfe, Jugend- und Gesundheitsamt nahmen am Jahrestreffen teil. Die Kinderärztin Dr. Carolin Ragosch stellte die Arbeit der Mütterberatung am Standort „Zentrum für junge Familien“ vor. Das niedrigschwellige Beratungsangebot wird sehr gut von den Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern oder deren Angehörigen angenommen. Allerdings thematisierte Frau Dr. Ragosch auch das zunehmende Problem, dass viele Mütter aufgrund nicht ausreichend vorhandener Hebammen keine Unterstützung mehr für die geburtliche Nachsorge finden. Das Beratungsangebot der Mütterberatung wird daher umso wichtiger.

Die Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen Eimsbüttel Stephanie Ganske stellte in ihrem Vortrag das Arbeitsfeld der Frühen Hilfen in Eimsbüttel vor, welches aus vier Teilgebieten besteht: Zum einen wird im Bereich Frühe Hilfen und Kinderschutz Vernetzungsarbeit und Qualitätsentwicklung geleistet. Im Kinderschutzzentrum und im Zentrum für junge Familien kann entwicklungspsychologische Beratung in Anspruch genommen werden. Familienhebammen stehen jungen Familien an vier Standorten in Eimsbüttel zur Seite. Das von Birgit Aßmann vorgestellte vierte Arbeitsfeld, die Anlauf- und Clearingstelle, ist eine Besonderheit der Frühen Hilfen Eimsbüttel. Hier wird in einer Erstberatung zunächst der Beratungsbedarf der Unterstützung Suchenden geklärt bevor in die entsprechenden Angebote für Eltern von 0-3-Jährigen weitervermittelt wird. Dr. Anke Höhne, Referentin im Arbeitsbereich Kinder und Familie, und Stephan Lantow von SUCHT.HAMBURG stellten Veränderungen im Portal www.lina-net.de vor und diskutierten mit den Anwesenden die Weiterentwicklung des Portals.

Die Vorträge zur Mütterberatung und den Frühen Hilfen Eimsbüttel sind auf dem Portal www.lina-net.de hinterlegt.

Der Cannabiskonsum bei jungen Menschen in Deutschland nimmt zu

Anlässlich des Weltdrogentags am 26. Juni hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aktuelle Informationen zum Konsum von Cannabis der unter 12- bis 25-jährigen Menschen in Deutschland veröffentlicht.

Die BZgA berichtet, dass im Jahr 2018 22 Prozent der 18- bis 25-Jährigen angaben, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2016 waren es 16,8 Prozent und im Jahr 2008 noch 11,6 Prozent. Dieser deutliche Anstieg ist sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Befragten zu verzeichnen. Anstiege sind auch in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen zu beobachten: Aktuell geben 8,0 Prozent der Jugendlichen an, Cannabis mindestens einmal in den letzten zwölf Monaten konsumiert zu haben. Im Jahr 2016 waren es 6,9 Prozent, im Jahr 2011 noch 4,6 Prozent (Quelle: https://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/2019-06-24-weltdrogentag-2019/)

In Hamburg ist SUCHT.HAMBURG gemeinsam mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und dem SuchtPräventionsZentrum seit inzwischen fünf Jahren mit der Mehrebenen-Präventionsstrategie BLEIB STARK! BLEIB DU SELBST! zur Cannabisprävention bei Jugendlichen aktiv. Hauptziele von BLEIB STARK! sind die Kommunikation der Botschaft, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aufgrund der zahlreichen Risiken grundsätzlich kein Cannabis konsumieren sollten sowie die Anregung zur kritischen Reflexion von Cannabiskonsum bei Jugendlichen, um Verharmlosungstendenzen in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Wir berichteten bereits in der Vergangenheit an dieser Stelle. Weitere Informationen zur Cannabisprävention in Hamburg finden Sie unter www.bleib-stark.com

Wie sich der Cannabiskonsum der unter 18-jährigen in Hamburg entwickelt, wird alle drei Jahre mit Hilfe der von SUCHT.HAMBURG entwickelten und durchgeführten Schüler*innen und Lehrkräftebefragung zum Umgang mit Suchtmitteln - kurz SCHULBUS - erhoben. Die ersten Ergebnisse der aktuellen SCHULBUS-Studie werden für Spätsommer 2019 erwartet.
Die vollständigen Studienergebnisse zum Cannabiskonsum der BZgA finden sich unter https://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention/

Shisha-Gesetz für Hamburg

Im Mai wurde in Hamburg ein Shisha-Gesetz (HmbShKG) verabschiedet. Hintergrund sind die Gefahren, die durch unvollständige Verbrennungsprozesse der Kohle, bei der Vorbereitung und dem Rauchen von Wasserpfeifen (Shishas) entstehen können. Dem soll künftig verbindlich mithilfe von Warnmeldern und technischen Lüftungsanlagen vorgebeugt werden.

Neben Gesundheitsgefahren durch Emissionen gehen vom Gebrauch von Shishas jedoch auch erhebliche Suchtgefahren aus: Etwa jede*r 5. Schüler*in in der Klassenstufe 5 bis 10 in Deutschland hat nach einer Erhebung der BZgA in den letzten Monaten mindestens einmal Tabak aus einer Shisha geraucht. Viele gehen davon aus, dass das Rauchen einer Wasserpfeife weniger gesundheitsschädlich sei, als das Rauchen von Zigaretten. Doch Expert*innen des Bundesinstituts für Risikobewertung gaben bereits in 2016 eine Handreichung heraus, nach der Wasserpfeifen- und Zigarettenrauchen ähnlich gesundheitsschädlich und suchtgefährdend sind. Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenkrebsrisiko und negative Auswirkungen auf Kinder von Schwangeren sind nur einige der Gefahren, die mit dem Rauchen einhergehen.
Ausführliche Informationen zu Risiken und Gefahren durch Shisharauchen finden sich unter https://www.rauch-frei.info/rauchprodukte/wasserpfeifen-und-shishas.html

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Tagung zu Partizipation und Teilhabe in der Suchthilfe am 13. November 2019

Partizipation und Teilhabe sind zentrale Qualitätsmerkmale in der Gesundheitsförderung, Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe und stellen erfolgversprechende Strategien zur Verbesserung der Lebenssituation chronisch erkrankter Menschen dar. In der Jahrestagung am 13. November 2019 sollen Möglichkeiten und Chancen partizipativer und teilhabeorientierter Ansätze in der Suchtkrankenhilfe und Suchtprävention vorgestellt, diskutiert und erprobt werden.
Als Referent*innen werden u.a. erwartet:

  • Petra Narimani (Katholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin)
  • Prof. Dr. med. Dipl. Soz.-päd. Gerhard Trabert (Hochschule Rhein-Main, Wiesbaden)

Die Umsetzung einer partizipativen und teilhabeorientierten Arbeitsweise soll auch im Rahmen Tagung gefördert werden. Daher sind alle herzlich eingeladen, sich aktiv an der Ausgestaltung der Veranstaltung zu beteiligen. Wir rufen alle Interessierte auf, sich im Rahmen der Tagung einzubringen und eigene Ideen, Maßnahmen, Projekte oder Einrichtungen vorzustellen.
Senden Sie uns Ihre Idee für einen aktiven Beitrag zu oder rufen Sie uns an. Gerne helfen wir Ihnen bei der Auswahl oder Frage, was Sie vorstellen können unter E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Telefon: 040 284 99 18 – 0.
WICHTIG: Für AKTIVE Teilnehmer*innen entfällt die Tagungsgebühr. Aktuelle Informationen zur Jahrestagung finden Sie hier.

Ausbildung zur interkulturellen Keyperson im Projekt Herkunft-Ankunft-Zukunft

Im September 2019 startet die nächste Schulungsreihe zur ehrenamtlichen interkulturellen Keyperson in der Suchtprävention des Projektes Herkunft-Ankunft-Zukunft (HAZ). HAZ wird seit mehr als zehn Jahren von SUCHT.HAMBURG umgesetzt. HAZ wird gefördert durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz.
Das Qualifizierungsangebot richtet sich an interessierte Menschen (w/m/d) mit Migrationshintergrund bzw. Zuwanderungsgeschichte, die im Anschluss an die Fortbildung ihr erlerntes Wissen an ihre Communities weitergeben möchten. Interessierte sollten motiviert sein ehrenamtlich zu arbeiten und Migration aus persönlicher Erfahrung kennen.
Die Fortbildung beginnt im September 2019, die Teilnahme an allen Schulungstagen mit Präsenz ist verpflichtend. Es gibt außerdem Lernphasen, die im eigenen Tempo (online) zu Hause stattfinden. Mehr Informationen finden sich auf unserer Webseite unter www.sucht-hamburg.de/information/aktuelles

Neue Veröffentlichungen von SUCHT.HAMBURG

Im April ist der Jahresbericht 2018 von SUCHT.HAMBURG erschienen. Er gibt einen Überblick über die Arbeit in unseren Projekten, zu Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie über unsere Netzwerk- und Koordinierungstätigkeiten. Ebenfalls im Frühjahr erschienen ist die Aktualisierung unserer Dokumentation der wegen einer akuten Alkoholintoxikation im Krankenhaus vollstationär behandelten 10- bis unter 20-jährigen Patient*innen in Hamburg und der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum 2000 bis 2017. Beide Dokumente stehen unter Publikationen zum Download zur Verfügung.

Gaming, Gambling, Social Media - Problematischer Mediengebrauch im Jugendalter

Am 23. September findet in Hamburg die Tagung „Gaming, Gambling, Social Media – Problematischer Mediengebrauch im Jugendalter“ des Deutschen Zentrums für Suchtfragen im Kindes- und Jugendalter (DZSKJ) statt.
Hintergrund: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 – 24 Jahren repräsentieren die größte demographische Nutzergruppe digitaler Spiele und sozialer Medien. Unter ihnen ist eine hohe Anzahl von einer internetbezogenen Störung betroffen. Schlafdefizit, sozialer Rückzug aus dem „realen Leben“, Konzentrationsprobleme und Leistungseinbußen sind häufig vorhanden.
Im Rahmen der Tagung werden Themen wie Epidemiologie, Behandlung und Prävention internetbezogener Störungen sowie die Möglichkeiten der Frühintervention bei problematischem Konsum von Wissenschaft und Praxis vorgestellt und diskutiert. Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier.

Drogenbericht 2019 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) veröffentlicht

Vor kurzem veröffentlicht wurde der Drogenbericht der EMCDDA, in dem ausführlich über aktuelle Entwicklungen und Trends zur Verbreitung des Drogenkonsums, zu Drogenmärkten und der Drogenpolitik in Europa berichtet wird. Zentrale Erkenntnisse der EMCDDA liegen unter anderem im vermehrten Aufkommen nicht kontrollierter Substanzen, sowie Änderungen auf dem Drogenmarkt und beim Drogenkonsum. Der Drogenmarkt wird von pflanzlichen Substanzen, die nach Europa eingeführt werden, dominiert, parallel entwickelt sich zudem ein Markt, in dem synthetische Drogen und deren Herstellung innerhalb Europas an Bedeutung gewinnen.
In Europa haben rund 96 Mio. Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren (29 %) haben mindestens einmal in ihrem Leben eine illegale Droge konsumiert. Im Jahr 2017 starben in der EU mindestens 8.238 Personen an einer Überdosis einer oder mehrerer illegaler Drogen, die meisten aufgrund von Opioiden. Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge in der EU. Der Bericht steht auch in deutscher Sprache unter www.emcdda.europa.eu zur Verfügung.

Jahresbericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) veröffentlicht

Im jährlich erscheinenden Weltdrogenbericht der UNODC wird unter anderem über einen massiven Anstieg der weltweiten Produktion von Kokain berichtet. Der größte Teil des Kokains stammt demnach aus Kolumbien. Deutlich anstiegen ist weltweit auch die Zahl der opioidkonsumierenden Menschen. Weitere Informationen und den Bericht in englischer Sprache finden Sie hier.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Zertifikatsschulung TRAMPOLIN-Trainer*in am 8. August Information und Anmeldung

Leben mit alkoholbelasteten Eltern am 21. August Information und Anmeldung

Herkunft-Ankunft-Zukunft – Ausbildung zur interkulturellen Keyperson ab 7. September Information und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention I – Einführungsseminar am 20. September Information und Anmeldung

Einführung in das systemische Elterncoaching am 21. September Information und Anmeldung

E-Zigaretten und Shisha-Rauchen bei Jugendlichen - Kontroversen, Standpunkte, Fakten am 22. Oktober Information und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

„Gut aufgestellt?! Besser vernetzt und besser bekannt durch Lobbyarbeit und politische Kommunikation“ Fachtagung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. am 9. Juli in Frankfurt/Main Mehr Informationen

„Sucht & geistige Behinderung“ Kooperationsveranstaltung des AWO Bundesverbands e.V. am 7. August in Berlin Mehr Informationen

„Gaming, Gambling, Social Media - Forschungsstand zum problematischen Mediengebrauch im Jugendalter“ Tagung des Deutschen Zentrums für Suchtfragen im Kindes- und Jugendalter am 23. September in Hamburg Mehr Informationen und Anmeldung

Aktionstag gegen Glücksspielsucht – Training an aktuellen Geldspielgeräten und Games am 25. September von SUCHT.HAMBURG Mehr Informationen

Fachkonferenz SUCHT "#Suchthilfe #Digital" der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. vom 9. bis 11. Oktober in Augsburg Mehr Informationen

„Migrant*innen und Geflüchtete in der Suchthilfearbeit – Basisseminar“ der Deutschen Aidshilfe e.V. vom 25. bis 27. Oktober in Berlin Mehr Informationen

Jahrestagung von SUCHT.HAMBURG am 13. November 2019 in Hamburg Mehr Informationen und Anmeldung

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Vielfalt 29. August 2019

AK Sucht.Jugend 4. September 2019

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 23. September 2019

AK Enter 24. September 2019

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Liebe Leserin, lieber Leser,
Digitalisierung ist im Jahr 2019 DAS zentrale Thema der zahlreichen Fachveranstaltungen und Tagungen in der Suchthilfe und Suchtprävention, in Hamburg und bundesweit. Im Suchthilfesystem wurde die Digitalisierung bislang vor allem in Bezug auf ihre Auswirkungen auf Abhängigkeitserkrankungen betrachtet: Computerspielsucht, Internetabhängigkeit, Online-Poker usw., also Probleme, die durch die sogenannte disruptive (das Nutzungsverhalten vollständig ändernde) Innovation, entstehen. Natürlich nutzen auch die allermeisten Beratungsstellen das Internet zum Beispiel zur Darstellung ihrer Leistungen, doch „das Internet“ ist für einige doch eher ein ungeliebtes Kind, das einem Zeit raubt, die man doch besser für die Beratung der Klient*innen nutzen könnte.

Die technologische wie auch demografische Entwicklung macht jedoch sehr deutlich, dass sich die Suchthilfe und-prävention den Möglichkeiten der Digitalisierung noch mehr öffnen muss. Insbesondere im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention, aber auch im Bereich der Therapie sind inzwischen eine Vielzahl „kommerzieller“ Anbieter den öffentlich geförderten Fach- und Beratungsstellen einige Schritte voraus. Wir hoffen, dass die vielen spannenden Veranstaltungen und Initiativen in diesem Jahr dazu beitragen werden, einen konstruktiven und zukunftsgerichteten Diskurs zu den Möglichkeiten, aber natürlich auch Grenzen digitaler Suchthilfeangebote zu führen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Zeit und interessante Veranstaltungen!

Herzliche Grüße

Christiane Lieb
Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Interaktiver Selbsttest bei exzessivem Medienkonsum

Um zu erkennen, ob das eigene Konsum-, Spiel- oder Nutzungsverhalten noch im grünen Bereich liegt oder in eine Sackgasse führt, ist meist eine Rückmeldung von außen wichtig – zum Beispiel durch ein Gespräch in einer Beratungsstelle. Eine weitere gute Möglichkeit, schnell eine Einschätzung zu bekommen, sind interaktive Selbsttests. SUCHT.HAMBURG bietet solche - selbstverständlich anonyme und kostenfreie – Selbsttests auf den Internetseiten www.automatisch-verloren.de, www.rauschbarometer.de sowie www.webfehler-hamburg.de an und Interessierte können damit ihr Glücksspiel-, Alkoholkonsumverhalten sowie ihren Umgang mit Medien testen.

Ein problematisches Verhalten entwickelt sich in der Regel schleichend, viele kennen das vielleicht von ihrer eigenen Mediennutzung. Denn ein ausgewogener und selbstbestimmter Umgang mit dem Internet stellt heutzutage nicht nur für Jugendliche eine Herausforderung dar, sondern auch immer mehr Erwachsene signalisieren einen Kontrollverlust. 64 Prozent haben das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden und sogar ein Drittel der befragten 18-24-Jährigen fürchten bereits „internetabhängig“ zu sein, so eine aktuelle Studie des Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet.

Wann also ist Zeit abzuschalten? Dazu haben Interessierte auf unserem Online-Angebot „Time to Balance“ unter www.webfehler-hamburg.de seit kurzem die Möglichkeit, mit einem Selbsttest eine erste Einschätzung ihrer Mediennutzung zu erhalten. Ein weiterer Test gibt verunsicherten Eltern eine Rückmeldung, ob ihre Tochter/ihr Sohn bereits zu hohe Bildschirmzeiten hat. Neben dem Selbsttest können sich Hilfesuchende auf der Online-Plattform informieren, eine für sie passende Beratungsoption wählen, um sich direkt mit einer Fachperson oder anderen Betroffenen in Verbindung zu setzen. Gerade vor dem Hintergrund stetig neuer Angebote im Netz, die Eltern immer wieder vor neue Herausforderungen stellen, können sie hier zeitnah und niedrigschwellig Tipps und Hilfestellungen bekommen, bevor sich Probleme im Familienalltag verfestigen.

Rauschbarometer - Rat und Hilfe rund um Alkohol, Drogen und Sucht in Hamburg

Unser Internetangebot Rauschbarometer ist im Jahr 2018 gefördert von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg vollständig überarbeitet und neugestaltet worden und bietet Rat und Hilfe für alle, die sich über den eigenen Konsum oder das eigene Verhalten Sorgen machen.

Unter www.rauschbarometer.de finden von Suchtproblemen betroffene Menschen oder deren Angehörige schnell und einfach Informationen zur nächstgelegenen Suchtberatungsstelle in Hamburg. In einer der 13 allgemeinen suchtmittelübergreifend beratenden Einrichtungen in Hamburg lässt sich dann in einem ersten Gespräch kostenlos und auf Wunsch auch anonym abklären, ob Handlungsbedarf besteht. Diese Suchtberatungsstellen sind regional verankert und arbeiten mit vielen weiteren Hilfeangeboten im Umfeld zusammen. Bei Bedarf vermitteln sie an spezialisierte Beratungsstellen oder Therapieeinrichtungen und helfen gegebenenfalls auch beim Klären der Kostenübernahme.

Wer sich nicht sicher ist, ob der eigene Alkoholkonsum noch im Rahmen bleibt oder riskant ist, kann beim Rauschbarometer auch einen interaktiven Alkoholselbsttest machen und erhält im Ergebnis eine erste Einschätzung dazu, ob ein gesundheitsgefährdendes Konsumverhalten vorliegt oder nicht. Der Alkoholselbsttest steht neben Deutsch auch in englischer, französischer, polnischer, russischer auch in türkischer Sprache zur Verfügung. Für Kinder und Jugendliche, für Mädchen und für Frauen gibt es in Hamburg übrigens eigene Beratungsangebote rund um Alkohol, Drogen und Sucht. Auch auf diese Angebote wird im Rauschbarometer hingewiesen. Die Hilfesuchenden haben die freie Wahl!

Aktionswoche Alkohol? Weniger ist besser! vom 18. bis 26. Mai 2019

Im Mai findet die inzwischen siebte bundesweite Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ statt, die in diesem Jahr den Schwerpunkt auf „Alkohol im Betrieb“ legt. Wie in den vorangegangenen Jahren finden in Hamburg auch in diesem Jahr vielfältige Aktionen statt. Traditionell beginnt die Aktionswoche in Hamburg mit einer Auftaktveranstaltung, die am 20. Mai bei der GLS-Bank von der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. ausgerichtet wird. SUCHT.HAMBURG wird im Laufe der Aktionswoche mit den Peer-Educators von „Mobil? Aber sicher!“ in Hamburger Fahrschulen aktiv sein, um junge Fahrschülerinnen und Fahrschüler für die Risiken und Unvereinbarkeit des Konsums von Alkohol und Drogen und der aktiven Teilnahme im Straßenverkehr zu informieren und zu sensibilisieren.

Die klassischen Pfade verlassen wollen wir mit unserer Veranstaltung „Zur Sache: Höchstleistung im Job und in der Freizeit mit Alkohol, Kokain und MDMA?“ am 20. Mai bei GWA St.Pauli e.V.:
Wir alle haben gefühlt zu wenig Zeit, um den Anforderungen von außen und den Ansprüchen an uns selbst gerecht zu werden. Diese Entwicklung zeigt sich z.B. beim Drogenkonsum, der immer auch ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen darstellt: LSD-Microdosing für die Kreativität, Dippen fürs Wir-Gefühl und Kokain zum Unterdrücken von Versagensängsten? Verschaffen Alkohol, Drogen und Medikamente mehr Zeit und Energie zum Arbeiten, Feiern und Erholen?

Gerade den Kreativbranchen, wie zum Beispiel Musik, Film, Theater, Medien und Werbung wird nachgesagt, dass Substanzkonsum eine große Rolle spielt. Konzerte, Premieren, Empfänge und andere Feiern geben grundsätzlich die Gelegenheit, Alkohol und andere psychoaktive Substanzen zu konsumieren. Aber ist das wirklich so? Welchen Stellenwert hat der Konsum von Alkohol, Cannabis, Kokain etc. in der Kreativbranche? Welche Motive für Konsum liegen vor? Welche als positiv erlebten Effekte kann der Konsum auf Menschen haben, die einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind? Welche Probleme können sich daraus ergeben? Inwiefern beeinflussen die Arbeitsverhältnisse das Risiko für ein ausuferndes Konsumverhalten?

Diese Fragen wollen wir aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und die jeweiligen Erfahrungen und Gesichtspunkte Raum geben.
Gäste:
• Jörg Böckem, Journalist und Autor
• Michael Bloedhorn, Facharzt für Psychiatrie, Therapiehilfe e.V.
• Weitere Gäste aus der Musik- und Werbebranche werden erwartet

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Informationen und Anmeldung

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Neue Veröffentlichungen von SUCHT.HAMBURG
Ab sofort stehen allen Interessierten und Fachkräften Infocards zu den Themen Alkohol, Cannabis, Medikamente und Rauchen in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Farsi, Kurdisch und Türkisch zur Verfügung. Die Infocards wurden mit freundlicher Genehmigung von der Berliner Fachstelle für Suchtprävention gGmbH adaptiert und können ab sofort in unserem Shop unter https://www.sucht-hamburg.de/shop bestellt werden. Für Hamburger*innen und Einrichtungen, die in Hamburg ansässig sind, sind die Infocards kostenfrei.

Taufrisch aktualisiert sind auch unsere Informationen für Fachkräfte des Suchtkrankenhilfesystems in Hamburg über die „Angebote in Fremd- und Muttersprachen der Suchtprävention und Suchthilfe Hamburg“ sowie über die „Muttersprachige Selbsthilfegruppen in Hamburg“. Diese Informationen richten sich vor allem an Fachpersonen (Suchtberater*innen, Sozialarbeiter*innen usw.) für die direkte und schnelle Vernetzung und Kooperation im Einzelfall. Hierfür bietet das Hamburger Suchthilfesystem eine Vielfalt an (Mutter-) Sprachen und die deutsche Gebärdensprache an. Die Informationen können unter https://www.sucht-hamburg.de/information/publikationen heruntergeladen werden.

4be-Transsuchthilfe in Hamburg
Seit Februar findet jeden Mittwoch von 15:00 bis 17:00 Uhr eine offene Sprechstunde in der "Kaffeewelt" im Georg-Asmussen-Haus in der Böckmannstraße 3, 20099 Hamburg (St. Georg) für Menschen statt, die sich jenseits des binären Geschlechter Spektrums - wie nicht binäre Menschen - verorten und im Hilfesystem bisher nicht angebunden sind. Im Rahmen der Sprechstunde sind Peers anwesend, die bedarfsentsprechend die Kontaktarbeit in dem Kaffee als Treffpunkt durchführen. Zu den Aufgaben der Peers gehören konkret die Kontaktaufnahme durch neue Medien wie Facebook und Twitter, durch die dgti und durch die konkrete Selbsthilfearbeit in den Gruppen.

QuaSiE- Qualifizierte Suchtprävention in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe
Die erste Phase des Bundesmodellprojekts QuaSiE, das von der LWL-Koordinationsstelle Sucht umgesetzt wurde ist beendet. Im Rahmen des Projekts wurde in den beteiligten Einrichtungen der stationären Jugendhilfe die Entwicklung von für einen qualifizierten Umgang mit Substanzkonsum notwendigen verhältnispräventiven Strukturen angestoßen. Hierzu zählen die Entwicklung von Regelwerken, Konzeptionen, die Arbeit an einer einheitlichen pädagogischen Haltung oder Qualifizierung der Fachkräfte in Grundlagen zu Sucht und (jugendlichem) Substanzkonsum sowie Gesprächsführung. Es wurden ebenso ein praxisnaher Wegweiser „Nah dran! Erarbeitet, der unter https://www.lwl-ks.de/de/publikationen-der-lwl-koordinationsstelle-sucht/ zum Download zur Verfügung steht. Das erfolgreiche Projekt geht in eine zweite Förderphase QuaSiE 2.0., in der die beteiligten Träger bei der Umsetzung und Weiterentwicklung verhältnispräventiver Strukturen weiter beraten werden wird sowie die Vernetzung mit der regionalen Suchthilfe weiterentwickelt und verstetigt wird.

Neue Materialien der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
Die DHS hat zwei neue Broschüren „Wenn Glücksspielen zum Problem wird! Sportwetten, Spielautomaten, Roulette, Online-Glücksspiele“ für die Zielgruppe junger glücksspielender Männer in Türkisch und Arabisch veröffentlicht. Im Weiteren erschien auch zum Themenfeld Glücksspiel eine Arbeitshilfe für Fachkräfte der Migrationshilfen, Ehrenamtliche in der Sucht-Selbsthilfe und Angehörige die Arbeitshilfe mit dem Titel "Glücksspielen - Sportwetten, Spielautomaten, Roulette, Online-Glücksspiele - Suchtrisiko bei jungen Männern".
In Paschtu ist vor kurzem auch die Publikation „Informationen zu Alkohol und anderen Drogen – Beratung und Hilfe“ erschienen. Die Broschüre ist bereits in mehreren Übersetzungen erschienen und informiert Interessierte über Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten und die medizinischen sowie rechtlichen Grundlagen des Substanzmittelkonsums.
Die Materialien der DHS können hier heruntergeladen oder bestellt werden.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Trauma: Wissensgrundlagen und Handlungshinweise für den Umgang mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen am 26. April Information und Anmeldung

Illegale Drogen - Substanzen, Wirkungen, Risiken am 7. Mai Information und Anmeldung

Wie umgehen mit Beratungsabbrüchen? Praktische Suchtarbeit im Umgang mit kulturellen Unterschieden am 8. Mai Information und Anmeldung

Einführung in das systemische Elterncoaching am 25. Mai Information und Anmeldung

Suchtgefährdung bei Jugendlichen - Epidemiologie, Risikofaktoren, Erklärungsmodelle am 13. Juni Information und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

Der Armutskongress 2019 am 10. und 11. April in Berlin Mehr Informationen

eHealth und psychische Erkrankungen - 4. Fachtagung: Schnittstellen zwischen Arbeitsschutz, Rehabilitation und Psychotherapie 9. und 10. Mai in Dresden Mehr Informationen

Auftaktveranstaltung zur Aktionswoche in Hamburg am 20. Mai Mehr Informationen

Zur Sache: Höchstleistung im Job und in der Freizeit mit Alkohol, Kokain und MDMA? Diskussionsrunde am 20. Mai in Hamburg Mehr Informationen und Anmeldun

fdr-sucht-kongress "Hey Alex, ich habe ein Suchtproblem! Digitaler Aufbruch in der Suchthilfe" am 20. und 21. Mai in Frankfurt Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche „Alkohol? – Nicht am Arbeitsplatz!“ vom 18. bis 26. Mai Mehr Informationen

Lina Jahrestreffen am 5. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Suchttherapietage mit dem Schwerpunkt „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ vom 11. bis 14. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Heidelberger Kongress - "analog - digital: Herausforderungen für die Suchtbehandlung des Fachverbands Sucht e.V. vom 26. bis 28. Juni Mehr Informationen

Save the Date: Jahrestagung von SUCHT.HAMBURG am 13. November 2019 in Hamburg

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Sucht.Jugend 3. April 2019
FASD-Netzwerktreffen 3. April 2019
AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 8. April 2019
AK Enter 25. April
AK Vielfalt 23. Mai 2019


Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine

Im September 2019 startet die nächste Schulungsreihe zur ehrenamtlichen interkulturellen Keyperson in der Suchtprävention des Projektes Herkunft-Ankunft-Zukunft (HAZ). HAZ wird seit mehr als zehn Jahren von SUCHT.HAMBURG umgesetzt. HAZ wird gefördert durch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz.

Das Qualifizierungsangebot richtet sich an interessierte Menschen (w/m/d) mit Migrationshintergrund bzw. Zuwanderungsgeschichte, die im Anschluss an die Fortbildung ihr erlerntes Wissen an ihre Communities weitergeben möchten. Interessierte sollten motiviert sein ehrenamtlich zu arbeiten und Migration aus persönlicher Erfahrung kennen.

Die Weiterbildung umfasst suchtspezifische und methodisch-didaktische Bestandteile, unter anderem Aufbau und Schwerpunkte des Suchthilfesystems, Grundlagen der Suchtprävention in Hamburg, Wirkung und Verbreitung aller relevanten psychoaktiven Substanzen und viele weitere spannende Themenbereiche. Die Fortbildung beginnt im September 2019, die Teilnahme an allen Schulungstagen mit Präsenz ist verpflichtend. Es gibt außerdem Lernphasen, die im eigenen Tempo (online) zu Hause stattfinden.

Mehr Information finden Sie in diesem Dokument oder auf der Fortbildungswiese

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich freue mich Ihnen kurz vor Weihnachten unsere vierte Ausgabe von Mittelpunkt des Jahres 2018 zur Verfügung stellen zu können.
Wir bieten Ihnen im Mittelpunkt wie gewohnt aktuelle Informationen aus den Themenfeldern Sucht, Suchthilfe, Suchtprävention und Suchtselbsthilfe mit dem Schwerpunkt Hamburg. In dieser Ausgabe finden Sie wie üblich eine Auswahl an Fortbildungen und Terminen für 2019, die Sie sich gleich vormerken sollten. Wie zum Beispiel die bundesweite Aktionswoche Alkohol, die im Mai 2019 stattfindet und kurz danach gleich die 24. Suchttherapietage vom 11. bis 14. Juni 2019 in Hamburg, die sich im Schwerpunkt mit dem Thema „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ beschäftigen.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen und frohe Festtage, gute Erholung und einen guten und gesunden Start ins neue Jahr 2019!

Herzliche Grüße

Christiane Lieb

Geschäftsführerin SUCHT.HAMBURG

Wirksam intervenieren - Suchtbelastete Lebensgemeinschaften stärken Fachtagung von SUCHT.HAMBURG am 7. November 2018

Im Rahmen unserer Fachtagung "Familien.Leben.Stärken. - Kinder und suchtbelastete Lebensgemeinschaften“ diskutierten am 7. November 2018 rund 100 Fachkräfte aus Jugend- und Suchthilfe, Kinderschutz und Sozialarbeit die maßgeblichen Belastungen, aber auch Schutzfaktoren für Kinder aus und in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften.

Die Einführungsvorträge von Prof. Dr. Michael Klein sowie Margrit Stoll und Kai Rademann zeigten die zahlreichen Belastungsfaktoren auf, die sowohl Eltern als auch Kinder in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften zu bewältigen haben: Hoher Alltagsstress und unberechenbares instabiles Elternverhalten prägen oft die Lebenssituation der betroffenen Kinder. Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen schon im Kindes- und Jugendalter, aber auch lebensbegleitend, sind häufig die Folge.

Aber auch die Schutzfaktoren, die das Risiko für spätere psychische Störungen oder eigene Suchterkrankungen positiv beeinflussen wurden detailliert benannt, sowie die notwendigen Strukturen, die für bessere Entwicklungschancen und eine verbesserte Hilfe für die Kinder einerseits und die Eltern, Familien und Lebensgemeinschaften andererseits notwendig sind: Kooperation und (fallorientierte) Zusammenarbeit der Fachkräfte, Entsäulung der Hilfesysteme, interdisziplinär besetzte Runde Tische zum Austausch der Hilfesysteme, zur fallbezogenen Zusammenarbeit z.B. in den Hilfeplangesprächen bei den ASD. Dafür sind personelle und zeitliche Ressourcen erforderlich.

Vieles kann durch präventive Interventionen auf den Weg gebracht werden, dennoch gibt es auch Situationen, an denen diese an Grenzen stoßen. Kriterien für die Gewährleistung des Kindeswohls sind erforderlich und Hilfeangebote, die in diesen Situationen greifen.

Nach der thematischen Einführung wurde im zweiten Tagungsteil mit dem „Marktplatz Suchthilfe“ an ausgewiesenen Praxisbeispielen vorgestellt, was dazu in den letzten 10 Jahren in der Suchthilfe in Hamburg bereits umgesetzt wurde. Diese Präsentationen stießen bei allen Besucherinnen und Besuchern auf sehr großes Interesse.

Im dritten Tagungsteil zum Thema Kooperation und Vernetzung zeigte sich, dass die vorhandenen Grundlagen (Kooperationsvereinbarungen) und Erfahrungen damit sehr unterschiedlich ausfallen:

Die Vereinbarungen sind nicht unbedingt bekannt, dennoch gibt es, z.T. auch unabhängig davon, eine wachsende Kooperationskultur, die von den Anwesenden als positiv und fachlich effektiv eingeschätzt wurde, jedoch im Alltag immer wieder an Grenzen stößt. Der Wert einer schriftlichen Vereinbarung wurde durchgehend sehr geschätzt und gelobt, jedoch wurde auch darauf verwiesen, dass gelingende Kooperation zwischen Menschen stattfindet. Die persönlichen Kontakte spielen eine überaus wichtige Rolle. Sie können auf der Grundlage schriftlicher Vereinbarungen effektiver praktiziert werden. Die Frage nach den notwendigen Impulsen zur Weiterentwicklung der Kooperation wurde sehr einheitlich und konkret beantwortet:

  • Stärkung der Zusammenarbeit v.a. zwischen ASD und Suchthilfe, aber auch auf kleinräumiger Ebene zwischen allen Akteuren und Akteurinnen, Einrichtungen und Institutionen
  • Erhöhung der Bekanntheit der Kooperationsvereinbarungen
  • Überprüfung der zur Verfügung stehenden Ressourcen für Vernetzung und Kooperation

SUCHT.HAMBURG hat sich zur Aufgabe gesetzt, diesen Prozess in Hamburg zu befördern.

  • z.B. durch Förderung abgestimmter Maßnahmen rund um die suchtbelasteten Lebensgemeinschaften
  • Förderung der Schutzfaktoren der betroffenen Kinder
  • Stärkung der suchtbelasteten Eltern

Die Tagungsvorträge können Sie unter www.sucht-hamburg.de downloaden.

Kursbuch Sucht - Neuer Leitfaden durch das Hamburger Suchthilfesystem

Hamburg unterhält ein differenziertes Suchthilfesystem, das stetig weiterentwickelt wird. Mit dem neu gestalteten Kursbuch Sucht unter www.kursbuch-sucht.de hat SUCHT.HAMBURG ein Internetportal geschaffen, das die gezielte Suche nach passenden und gut zu erreichenden Angeboten vereinfacht. Ein Glossar und Erläuterungen zum Suchthilfesystem erleichtern Fachkräften angrenzender Fachbereiche die Orientierung.

Gegliedert nach „Beratung“, „Behandlung“, „Therapie“, „Teilhabe“ und „Weitere Hilfen“ bietet das Kursbuch Sucht einen Überblick über das gesamte Angebotsspektrum in Hamburg. Informationen zu Leistungen, Zielgruppen, Aufnahmebedingungen und Kosten der einzelnen Angebote sowie zu Lage, Öffnungszeiten und Erreichbarkeit der über das gesamte Stadtgebiet verteilten Einrichtungen können ergänzend abgerufen werden. Auch einige relevante Angebote im Hamburger Umland sind im Kursbuch Sucht verzeichnet.

Gleich ob es um Beratung zu speziellen Suchtstörungen, Entgiftung, nahe gelegene Drogenkonsumräume oder Wohnunterbringung geht ¬ Fachkräfte können jetzt nach dem Relaunch des Webportals gezielt die passenden Hilfeangebote für ihre Klientinnen und Klienten auswählen. So lassen sich sowohl genderspezifische oder muttersprachige Angebote als auch Lösungen für Suchtbetroffene in Haushalten mit Kindern finden. Neben regionalen Angeboten sind im Kursbuch Sucht auch regionale und überregionale Online-Hilfen sowie Telefonberatungsmöglichkeiten zu finden

Hintergrund: Das Kursbuch Sucht wurde ursprünglich von Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) als Broschüre, seit 2001 dann als Kombi-Produkt Lose-Blatt-Sammlung sowie Internetportal auf Datenbankbasis angeboten. 2010 erfolgte unter der Regie des Büros für Suchtprävention (BfS) der HLS ein erster Relaunch.

21. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg

Am 3. Dezember wurde der 21. Ergebnisbericht der Basisdatendokumentation der ambulanten Suchthilfe (BADO) in Hamburg veröffentlicht. Über 15.100 Personen suchten demnach in 2017 eine ambulante Suchthilfeeinrichtung auf, etwa 31 Prozent davon sind Frauen, etwas mehr, als in den Vorjahren. Cannabis (6.222 Personen) rangiert nach Alkohol (8.631 Personen) insgesamt an zweiter Stelle der Hauptdrogen aller Klientinnen und Klienten.

In einer Spezialauswertung widmet sich der BADO-Bericht der Situation von wohnungslosen Klientinnen und Klienten in prekären Wohnverhältnissen. Von fast 23.000 Personen, die im Zeitraum 2014 – 2017 in der Hamburger Suchthilfe betreut wurden, lebten zu Betreuungsbeginn 15 % der Frauen; 22 % der Männer in prekären Wohnverhältnissen ohne eigene Wohnung. Dies zeigt, dass einen erheblichen Wohnraumbedarf für suchtmittelabhängige Personen gibt, die Beratung und Betreuung in der Suchthilfe in Anspruch nehmen. 44 % der Klientinnen und Klienten in prekären Wohnverhältnissen waren Opiatabhängige, 20 % Alkoholabhängige, 14 % Kokainabhängige und 13 % Cannabiskonsumierende.

Quellen und weitere Informationen https://www.bado.de/

Weitere Neuigkeiten und Materialien

Monitoringbericht 2018 zum Suchtmittelkonsum in Hamburg

SUCHT.HAMBURG hat den 2. Monitoringbericht zum Suchtmittelkonsum in Hamburg vorgelegt. Der Bericht fasst vorliegende Daten von Jugendlichen und Erwachsenen in Hamburg sowie aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Er bietet damit einen umfassenden Überblick über wichtige Zahlen und Trends zum Konsum verschiedener Rauschmittel. Der Bericht steht als PDF-Datei unter www.sucht-hamburg.de/information/publikationen zur Verfügung.

Interaktiver Glücksspielselbsttest unter www.automatisch-verloren.de

Um zu erkennen, dass das eigene Spielverhalten in eine Sackgasse führt, ist häufig eine Rückmeldung von außen wichtig – zum Beispiel durch ein Gespräch in einer Beratungsstelle oder einen Anruf bei einer Beratungsstelle. Selbsttests ersetzen zwar keine professionelle Beratung, sie helfen jedoch dabei, den eigenen Umgang mit Glücksspielen einzuordnen. Seit Ende September wurden bereits über 550 anonyme Selbsttests unter www.automatisch-verloren.de durchgeführt. Dies zeigt, wie groß die Akzeptanz für diese kurzen Interventionen bei der Allgemeinbevölkerung inzwischen ist und möglicherweise finden die Nutzerinnen und Nutzer dadurch schneller den Weg aus dem problematischen oder pathologischen Glücksspiel.

NOPE- Neuer Flyer zur Prävention von Cannabiskonsum bei Jugendlichen

Der Konsum von Cannabis spielt bei einigen Jugendlichen leider eine zu große Rolle. Um bereits Konsumierende Jugendliche oder vielleicht deren Freundinnen und Freunde besser erreichen zu können, haben wir einen neuen Infoflyer erarbeitet: Noch kompakter und klarer in der Haltung. NOPE. Der Flyer kann in unserem Shop heruntergeladen oder bestellt werden.

Jeder fünfte Suchtkranke abstinent durch Selbsthilfegruppe

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) hat in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Blauen Kreuz in Deutschland e.V., Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche - Bundesverband e.V., Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe - Bundesverband e.V., Guttempler in Deutschland e.V. und Kreuzbund e.V. eine Statistik veröffentlicht die belegt, dass gut jeder fünfte Suchtkranke in einer der bundesweit etwa 4.100 Selbsthilfegruppen, durch die Selbsthilfegruppe abstinent geworden ist und kein Angebot der professionellen Suchthilfe nutzte. Die Studie macht deutlich, wie erfolgreich und wertvoll die Arbeit in der Suchtselbsthilfe sein kann und sie damit ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Suchtbehandlung ist. Unter www.dhs.de finden Sie die Pressemittelung und alle weiteren Informationen zu der Statistik.

REITOX Jahresbericht 2018

Vor kurzem ist der REITOX-Bericht 2018 zur Situation illegaler Drogen in Deutschland erschienen. Der REITOX-Bericht behandelt in getrennten Berichtsteilen die Schwerpunkte Drogenpolitik, rechtliche Rahmenbedingungen, Verbreitung von Drogen, Prävention, Behandlung, gesundheitliche Begleiterscheinungen, Drogenmärkte und Kriminalität sowie Gefängnis.

Den Kurzbericht 2018 und die Schwerpunkthefte können Sie unter www.dbdd.de herunterladen.

Ausgewählte Fortbildungsangebote in Hamburg

Achtsamkeit und Selbstregulation im Kindes- und Jugendalter - Möglichkeiten für die Suchtprävention am 5. Februar Information und Anmeldung

Hinschauen & Handeln: Jugendliche & Rauscherfahrung am 19.Februar Information und Anmeldung

Essstörungen bei jugendlichen Mädchen am 28. Februar Information und Anmeldung

Grundlagen der Suchtprävention II – Aufbauseminar am 5. April Information und Anmeldung

Kopf hoch! Einführung in die Body 2 Brain Methode am 8. April Information und Anmeldung

Wie umgehen mit Beratungsabbrüchen? Praktische Suchtarbeit im Umgang mit kulturellen Unterschieden am 8. Mai Information und Anmeldung

Mehr aktuelle Fortbildungsangebote in Hamburg finden Sie auf unserem Fortbildungsportal

Termine

„Beautiful Boy“ - Kinofilm mit Podiumsrunde für Fachkräfte aus der Suchthilfe am 23. Januar in Hamburg Mehr Informationen

Fachtagung „Gesundheitsförderung inklusiv: partizipativ und sozialräumlich!“ 6. Februar in Hamburg Mehr Informationen

Bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 10. bis 16. Februar Mehr Informationen

Zocken, chatten, posten – Fachtagung des SuchtPräventionsZentrums am 29. und 30. März in Hamburg Informationen und Anmeldung

Bundesweite Aktionswoche „Alkohol? – Nicht am Arbeitsplatz!“ vom 18. bis 26. Mai Mehr Informationen

  1. Suchttherapietage mit dem Schwerpunkt „Suchttherapie und -prävention: Alles nur noch online?“ vom 11. bis 14. Juni in Hamburg Mehr Informationen

Gremien von SUCHT.HAMBURG

AK Vielfalt 24. Januar 2019

AK Kinder von suchtbelasteten Eltern 28. Januar 2019

AK Sucht.Jugend 6. Februar 2019

Die Termine unserer Gremien finden Sie stets aktuell unter www.sucht-hamburg.de/information/termine